Rückblick Seifert

Rückblick 1999 vom M. Seifert

2. Seminar GIS im Internet/Intranet vom 10. bis 12. Mai 1999 an der Universität der Bundeswehr in München

Unter diesem Titel fand das zweite Kompaktstudium GIS vom 10. bis 12. Mai 1999 an der Universität der Bundeswehr München statt. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Geoinfor- mationssysteme (AGIS) der Universität der Bundeswehr München unter der Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Caspary und Herrn Prof. Dr.-Ing. Woflgang Reinhardt.

Mittlerweile bietet sich dem GIS-Anwender ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungs- angeboten. Die Diskussion von Nutzungsmöglichkeiten des Internets bzw. Intranets für konkrete GIS-Anwendungen spielt jedoch bei vielen Veranstaltungen noch immer eine eher untergeordnete Rolle. Mit zunehmenden Verbreitungsgrad der Internet-Technologie öffnen sich neue Wege bei der Vermarktung von Geodaten und GIS-Dienstleistungen. So füllt dieses Kompaktstudium mit praxis- orientierten Themen konsequent eine in letzer Zeit wachsende Marktlücke. Die Veranstalter setzen damit die im letzen Jahr erfolgreich begonnene Reihe "GIS im Internet/Intranet" fort.

Erstmals in diesem Jahr wurde vor dem Seminar ein halbtägiges Tutorial "Internet-Basiswissen" angeboten, um auch Neueinsteigern die technisch sehr anspruchsvolle Thematik qualifiziert und in kompakter Form näherzubringen. Aber nicht allein die praxisorientierte Fortbildung stand im Vordergrund. Das Seminar richtete sich vor allem auch an Entscheider und Projektleiter aus Kommunen, Behörden, Energieversorgungs- und Telekommunikationsunternehmen, die zukünftig von den Vorteilen des Internets/Intranets profitieren und sich einen Überblick über den konkreten Nutzen verschaffen wollen.

In mehreren Vortragsblöcken mit insgesamt 22 Vorträgen wurde den Teilnehmern ein umfas- sender Querschnitt der Möglichkeiten zur Nutzung von GIS im Internet/Intranet vorgestellt. Das Seminar begann mit einer ausführlichen Durchleuchtung der Internet-Technologie, wobei hier neben theoretischen Grundlagen von Netzwerktechniken auch ein detaillierter Überblick über die derzeit am Markt erhältlichen Produkte geboten wurde. Neuere Entwicklungstendenzen zur Präsentation und Vermarktung von Geodaten im Internet/Intranet bildeten dabei den Schwerpunkt.

Ein weiterer Themenbereich vermittelte die theoretischen Grundbegriffe der "Low-cost"-Sensorik für die Erfassung der Bewegung von Fahrzeugen und deren konkrete Anwendung im Bereich des schienengebundenen Verkehrs. Das Intranet übernimmt dabei die Datenkommunikation zwischen Lok und Leitzentrale und ermöglicht dadurch einen effizienten Einsatz der Fahrzeuge.

In zwei Vortragsblöcken berichteten zahlreiche Anwender und Entwickler über konkrete Projekte und Beispiele für GIS-Anwendungen im Internet/Intranet. Hier eine kleine Auswahl:

GIS-Internet/Intranet-Technologie in der Kommune:

Ein Aspekt war die Bereitstellung geographischer Daten zur Effizienzsteigerung im Organisations- ablauf einer Kommune. Auch zukunftsträchtige Möglichkeiten zur GIS-Internet-Dienstleistung, beispielsweise in einem "Ärztesuchdienst" für das Wiener Stadtgebiet oder einem Informations- system für die geplanten Bautätigkeiten der Stadt Salzburg, wurden anschaulich dargestellt.

GIS-basierte Auskunftssysteme:

Viele der vorgestellten Anwendungen konzentrierten sich auf eine übersichtliche Visualisierung von verschiedenen raumbezogenen Informationen im Internet/Intranet. Präsentiert wurden u.a. Auskunftssysteme für die Planung von Urlaubsreisen, für das Angebot an Gewerbeflächen und für die Bereitstellung von Daten für die Betriebsführung in Energieversorgungsunternehmen.

Im Vordergrund stand dabei stets der wirtschaftliche Nutzen der GIS-Anwendungen im Internet/ Intranet für Kommunen, öffentliche Verwaltung, Energieversorgungsunternehmen und Industrie. Das zeitgleich mit dem Seminar stattfindende "Projektforum" bot den Teilnehmern zusätzlich die Gelegenheit, die vorgestellten Konzepte und Projekte zu hinterfragen und die in den Vorträgen gewonnenen Eindrücke und Kenntnisse weiter zu vertiefen.

Umfassende Grundlagen und Trends der Datenbanktechnologie war Thema eines weiteren Blocks, bevor zum Schluß neuere Aspekte zur GIS-Interoperabilität den Teilnehmern einen Blick in die Zukunft gewährten. Anhand von Szenarien wurde in anschaulicher Weise die Nutzung von Geodaten in einer offenen, vernetzten GIS-Welt erörtert.

Durch die abwechslungsreiche Kombination von kompakten Fachvoträgen und praktischen Projektpräsentationen entstand eine angenehme Tagungsatmosphäre, in der sicherlich jeder Teil- nehmer auf seine Kosten kam. Die geschickte Auswahl an Vortragsthemen und die ausgezeich- nete Organisation trugen das übrige dazu bei. Dieses Kompaktstudium hat sich nun als eine feste Größe im Bereich der GIS-Fortbildungsveranstaltungen etabliert. Dem Veranstalter soll dieses Urteil ein Ansporn für die Fortsetzung dieser Reihe im nächsten Jahr sein.

Markus Seifert, München

 


 

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