abstract-s-9604

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<FONT SIZE=5><B><P ALIGN="CENTER">Aktuelle Probleme der NATO und der Bundeswehr: Systemanalytische Beitr&auml;ge zu einer Debatte<BR>
</B></FONT>
<BR>
von<BR>
P.K.Davis, G.Friedrich, H.W.Hofmann und R.K.Huber<BR>
<BR>
Institut f&uuml;r Angewandte Systemforschung und Operations Research (IASFOR)<BR>
Fakult&auml;t f&uuml;r Informatik<BR>
Universit&auml;t der Bundeswehr M&uuml;nchen<BR>
<BR>
Bericht Nr. S-9604<BR>
Oktober 1996<BR>
<BR>
<FONT SIZE=5><B>&Uuml;bersicht</B><BR>
</FONT></P>
Der Bericht enth&auml;lt drei Arbeiten, die im Rahmen des systemwissenschaftlichen Oberseminars der Fakult&auml;t f&uuml;r Informatik der Universit&auml;t der Bundeswehr M&uuml;nchen zum Thema "Determinanten der Sicherheitspolitik und der Streitkr&auml;fteplanung" im Fr&uuml;hjahrstrimester 1996 entstanden sind. Als isolierte Untersuchungen zu den jeweiligen Themenkreis angelegt verdeutlichen sie dennoch, da&szlig; angesichts der bestehenden Sparzw&auml;nge den Herausforderungen, denen sich das B&uuml;ndnis und seine Mitglieder gegen&uuml;bersehen, nicht einzeln, sondern nur im Zusammenhang begegnet werden kann.
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In Entgegnung auf eine entsprechende russische Analyse (Zygitschko, 1996) besch&auml;ftigt sich der erste Aufsatz von <B>Reiner Huber</B> und <B>Gernot Friedrich</B> mit der Frage, um wieviel die im KSE-Vertrag f&uuml;r die NATO vereinbarten Obergrenzen f&uuml;r schweres Material im Zuge der &Ouml;ffnung der NATO nach Osten global abgesenkt werden k&ouml;nnten. Eine einseitige Absenkung um etwa 20 Prozent wird f&uuml;r ausreichend gehalten, um die von Zygitschko definierten Sicherheitskriterien Ru&szlig;lands zu befriedigen, ohne da&szlig; dabei die F&auml;higkeit der NATO zur B&uuml;ndnisverteidigung selbst im h&ouml;chst unwahrscheinlichen Fall der Bedrohung durch ein Milit&auml;rpotential, wie es die ehemalige Sowjetunion besa&szlig;, merklich beeintr&auml;chtigt w&uuml;rde.
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Sodann untersuchen <B>Reiner Huber</B> und <B>Paul Davis</B> den Streitkr&auml;ftebedarf f&uuml;r Gemeinschaftsaufgaben der NATO und die auf der Grundlage eines neuen Ansatzes zur Lastenteilung auf die Nationen entfallenden Anteile. Sie kommen zu dem Schlu&szlig;, da&szlig; erhebliche Spielr&auml;ume f&uuml;r weitere Reduzierungen insbesondere von Landstreitkr&auml;ften bestehen. F&uuml;r die Bundeswehr wird eine Reduzierung der Pr&auml;senzst&auml;rke um etwa 20 Prozent auf 274.000 als mit dem Prinzip einer fairen Lastenteilung, den deutschen Sicherheitsinteressen und der Beibehaltung der Wehrpflicht vereinbar betrachtet.
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<B>Hans Hofmann</B> zeigt, da&szlig; sich damit langfristig Personalkosten in H&ouml;he von bis zu 4 Milliarden DM j&auml;hrlich einsparen lie&szlig;en. Seine Untersuchungen beruhen auf Kostenvergleichen f&uuml;r Zeit- und Berufssoldaten, die sich am Lebenszykluskosten-Konzept der Kosten-Nutzen-Analyse f&uuml;r typische berufliche Werdeg&auml;nge orientieren.
<BR><BR>
Im Anhang des Berichts ist ein Aufsatz von Huber und Hofmann aus dem Jahre 1981 in der <I>Wehrwissenschaftlichen Rundschau</I> wiedergegeben, dessen acht Thesen zur Verteidigungsplanung nach 15 Jahren kaum an Aktualit&auml;t eingeb&uuml;&szlig;t haben, wenn man die den ersten drei Thesen zugrundeliegenden Sachverhalte den heutigen Gegebenheiten anpa&szlig;t und davon absieht, da&szlig; es die dort angesprochene "mittel-orientierte Nachfolgeplanung" und die "Planungshoheit der Teilstreitkr&auml;fte" in der damaligen Form heute sicher nicht mehr gibt. Die in der achten These geforderte "unabh&auml;ngige, interdisziplin&auml;re Analyse auf systemanalytischer Grundlage" ist nicht nur im Kontext der oben angesprochenen Herausforderungen der Allianz auch heute nicht erkennbar. Sie ist aber f&uuml;r die Weiterentwicklung des B&uuml;ndnisses, die Entwicklung einer Ru&szlig;land einbeziehenden kooperativen Sicherheitspolitik f&uuml;r Europa und insbesondere f&uuml;r "kollektives Koalitionshandeln" (Uwe Nerlich) noch weniger entbehrlich als fr&uuml;her. Dies gilt auch f&uuml;r die nationale Verteidigungsplanung der NATO-Mitgliedsl&auml;nder, deren Verantwortliche vielfach Streitkr&auml;ftestruktur und Budget nicht als Variable in ihre langfristigen &Uuml;berlegungen einbeziehen und dadurch Gefahr laufen, die Zukunft ihrer Streitkr&auml;fte und damit der Allianz zu verspielen.

<P><HR></P>

Dokument: <A HREF="s-9604.pdf">S-9604</A> (PDF-Datei, 73 Seiten, 1,7 MB)
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