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Einfluss von Sozialkompetenz auf den Erfolg von Großprojekten

Kurzfassung der Aufgabenstellung:

Ein aktueller Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls im Bereich Projektmanagement sind die Erfolgsfaktoren in internationalen Großprojekten. Großprojekte stellen für Unternehmen eine enorme Herausforderung dar. Es gibt zwar reichlich fachliche Experten und auch sehr viel Wissen und Erfahrung im Projektmanagement. Aber dennoch scheitern immer wieder internationale Großprojekte zur Überraschung vieler Beteiligter. Scheitern bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Projekte entweder den Zeit-/ Kostenrahmen nicht einhalten, oder die Ergebnisse nicht den Ansprüchen von Kunden/ Unternehmen genügen.

Ein neuer Forschungsansatz setzt auf die Analyse erfolgreich in der Praxis durchgeführter Großprojekte zusammen mit den Verantwortlichen. Durch die Anwendung und Umsetzung moderner Ansätze, wie beispielsweise des radikalen Konstruktivismus gelingt es die Erfolgsfaktoren klarer zu bestimmen. Dabei wird nicht versucht, eine objektive Wirklichkeit zu finden, sondern die erlebte Wirklichkeit wird als eine soziale Konstruktion erachtet. Anstelle der Suche der Schuldigen tritt die Suche nach den Hebeln, mit denen man Projekte in die richtigen Bahnen lenken kann. Die Analyseergebnisse wiederum werden sofort in die Praxis übertragen und gemeinsam mit Projektteams in aktuellen Projekten erprobt. Diese Diplomarbeit ist integriert in ein Gesamtkonzept Erfolgsfaktoren und vertieft einen von vier wesentlichen Faktoren aus der Projektsicht.

Aus dieser Methodik heraus zeigte sich, dass die Sozialkompetenz des Projektleiters und des Projektteams ein kritischer Erfolgsfaktor sind. These: „Im Projekt kommt es mehr auf Teamarbeit als Individualarbeit an. Dabei muss eine Atmosphäre geschaffen werden, wo sich die Mitarbeiter optimal in den Arbeitsprozess einbringen können. Gleiches gilt für die Schnittstellen zu Kunden, Partnern und der Unternehmensführung..“

Gegenstand dieser Diplomarbeit ist die Verifikation dieser These. Dazu erfolgen in einem theoretischen Teil die Strukturierung, Analyse und Visualisierung der wesentlichen Aspekte der Sozialkompetenz. Um den Umgang mit der Thematik zu erleichtern, sollen aus einer Vielzahl von Projektmanagement Kennzahlen für die Sozialkompetenz wesentliche Kennzahlen bestimmt werden.

Neben diesem theoretischen Anteil wird im Rahmen der Diplomarbeit die Möglichkeit gegeben, die gewonnenen Erkenntnisse in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens in Live Projekten zu erproben. Zusammen mit der Geschäftsleitung in München Perlach werden Projekte ausgesucht, wo die Sozialkompetenz als kritisch angesehen wird. An Hand von Projektberichten und Interviews mit dem Projektleiter erfolgen über einen längeren Zeitraum Statusbestimmungen zur Sozialkompetenz mit Hilfe der neuen Kennzahlen. Insbesondere von Interesse ist die Beobachtung und Analyse von Veränderungen. Dabei sind kurzzeitige Reisen zu den Projektorten möglich.

Ein weiteres Highlight dieser Arbeit ist die Möglichkeit der Mitarbeit und des Austauschs mit weiteren Diplomanden und Experten im Forschungsbereich Erfolgfaktoren. Damit sollen Schnittstellen und Wechselwirkung zu anderen Erfolgsfaktoren untersucht und beschrieben werden. Auch die gefunden Kennzahlen sollen in ein Gesamtsystem zur Projektstatuserfassung eingebracht werden, um erste Indikation zu bekommen, von welcher Relevanz die Kennzahlen für Steuerbarkeit des Projektes sind.

Als zusätzlichen Benefit erhält der Diplomand einen Einblick in das Projektgeschehen in einem Großunternehmen und wie das Unternehmen die Projekte führt. Dazu arbeitet er temporär im Managementteam der Geschäftsleitung mit.

Schwerpunktthemen:

Projektmanagement, Teambildungsprozess, Teamfunktionen, interkulturelles Management, Konfliktverhalten, Motivation


Strukturplan:


I. Allgemeiner Teil:

1. Literaturrecherche Sozialkompetenz im Projektmanagement

2. Literaturrecherche zum Thema interkulturelles Projektmanagement

3. Der Teambildungsprozess

4. Konflikte und Konfliktlösung im Projekt

II. Zusammenarbeit im Projekt

1. Hinderliche und förderliche Faktoren

2. Einfluss Teambildungsprozess auf die Zusammenarbeit

3. Emotionen, Umgang mit Emotionen

4. Konflikte, Konfliktverhalten

5. Kulturelle Barrieren und Chancen

6. Einfluss auf Arbeit und Arbeitsergebnisse


III. Schnittstellen zu Personal-, Projektmanagement- und Lösungskompetenz

1. Mitarbeit im Team Gesamtkompetenzdarstellung

2. Anforderungen, die unabhängig von anderen Kompetenzen sind

3. Sozialkompetenzanforderungen, die von anderen Kompetenzen abgeleitet sind

4. Anforderungen, die direkten Einfluss auf andere Kompetenzen haben

5. Einfluss auf das Ergebnis, Teilergebnisse


IV. Kennzahlen zur Sozialkompetenz

1. Mitarbeit im Workshop Projektkennzahlen

2. Ermittelung von spezifischen Kennzahlen bezüglich Sozialkompetenz im Projekt

3. Gewichtung der Faktoren


V. Interaktion und gegenseitige Beeinflussung

1. Einbringen der Faktoren in eine Gesamtdarstellung

2. Untersuchung der Wirkmechanismen


VI. Projektbegleitung

1. Analyse und Beobachtung im Projekt

2. Feststellung von Defiziten

3. Erprobung des Kennzahlansatzes

4. Empfehlungen zur Verbesserung der Situation

5. Beobachtung der Entwicklung im Lauf von 3-4 Monaten




VII.Theorie und Verfassen der Diplomarbeit:

Niederschrift der theoretischen Grundlagen, der gewonnenen Erkenntnisse und der erzielten Ergebnisse.



LITERATUR


  1. Individuelle Projektmanagementkompetenzen in Projektorientierten Unternehmen, M. Huemann


  1. Kennzahlen für das Projektmanagement, G. George


  1. Weitere Werke wie in 1 und 2 referenziert


Harald Hagel

Institut für Softwaretechnologie
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