Automatisches Diagrammlayout mit Hilfe von Layoutmustern

Angebotene Diplomarbeit

Automatisches Diagrammlayout mit Hilfe von Layoutmustern


Hintergrund

Nicht erst seit dem Erfolg der Unified Modeling Language UML sind Diagrammsprachen in der Informatik weit verbreitet. Besonders die modellbasierte Software-Entwicklung (Stichworte Model Driven Deleopment MDD und Model Driven Architecture MDA) nutzt verstärkt anwendungsspezifische Diagrammsprachen, sog. Domain Specific Visual Languages, für die graphische Editoren benötigt werden. Um dem Editornutzer den Umgang mit solchen Diagrammen zu erleichtern, müssen die Editoren automatisch für übersichtliche und - sofern möglich - ansprechende Darstellungen von Diagrammen sorgen. Jeder Nutzer gängiger UML-Werkzeuge weiß, dass automatisches Diagrammlayout keine triviale Aufgabe ist. Dies liegt unter anderem daran, dass die Realisierung automatischer Diagrammlayoutkomponenten bei der Entwicklung von Diagrammeditoren einen besonders hohen Aufwand erfordert. Deshalb versucht man, allgemeingültige, wiederverwendbare Layoutverfahren zu entwickeln und das Diagrammlayout der zugrunde liegenden visuellen Sprache abstrakt zu beschreiben. Zur Anwendung kommen dabei unter anderem sog. visuelle Muster [4,5]. Diese setzen eine hierarchische Zerlegung eines Diagramms in Form eines Ableitungsbaumes voraus, der die syntaktische Struktur des Diagramms wiedergibt. Die visuellen Muster sind den Grammatikproduktionen zugeordnet, die sich im Ableitungsbaum wiederfinden und so das Layout des Diagramms definieren.

Grammatikbasierte Beschreibungen von Diagrammsprachen werden immer mehr von sog. Meta-Modellen verdrängt. Meta-Modelle sind im wesentlichen Klassendiagramme, die die abstrakte Struktur der Diagramme einer dadurch beschriebenen Diagrammsprache festlegen. Nach Anreicherung um weitere Informationen ist es möglich, aus Meta-Modellen lauffähige Diagrammeditoren zu generieren. DiaGen ist ein solches Rapid Prototyping-Werkzeug zur Generierung von Diagrammeditoren [1]. Ursprünglich nutzte DiaGen Grammatiken zur Sprachdefinition. Im Rahmen zweier Diplomarbeiten wurde DiaGen so erweitert, dass nun auch Meta-Modelle zur Sprachdefinition verwendet werden können [2]. Im Rahmen einer weiteren Diplomarbeit entsteht gegenwärtig für so generierte Diagrammeditoren eine Layoutkomponente, die jedoch graphartige Diagramme voraussetzt [3]. Eine allgemeingültige, wiederverwendbare Diagrammlayoutkomponente fehlt bislang.

Aufgabe

In der Diplomarbeit soll untersucht werden, wie das auf visuellen Mustern basierende Layoutverfahren auf die Syntaxbeschreibung mit Meta-Modellen übertragen werden kann. Zwar kann man hier auf keinen Ableitungsbaum zurückgreifen, der für dieses Layoutverfahren üblicherweise vorausgesetzt wird. Ein erfolgversprechender Ansatz ist jedoch, visuelle Muster als Sonderfall der bekannten Entwurfsmuster anzusehen. Durch Identifikation solcher Layoutmuster im Klassendiagramm des Metamodells werden damit Layoutregeln formuliert, die sich automatisch auf das jeweilige Diagramm übertragen.

Die Verwendbarkeit dieses Konzepts ist an Hand einer Diagrammsprache und ihrem Editor zu demonstrieren. Für die Realisierung kommt Java zum Einsatz.

Referenzen

[1]
Web-Seite von DiaGen
[2]
Jörn Schulz, Matthias Jung: Spezifikation und Generierung von Diagrammeditoren auf der Basis von EMF. Diplomarbeit Universität der Bundeswehr München, 2005
[3]
Dominik Oesterreich: Untersuchungen von Layoutverfahren für graphische Editoren. Laufende Diplomarbeit Universität der Bundeswehr München
[4]
Carsten Schmidt, Christian Schindler: Muster-basierte Generierung von Struktur-Editoren für visuelle Sprachen, Diplomarbeit Universität Paderborn, 2000
[5]
Carsten Schmidt: Visuelle Muster in DEViL. DEViL-Handbuch, 2005.

Kontakt

Interessenten wenden sich bitte an Mark Minas

Bild von Mark Minas
Prof. Dr.-Ing. Mark Minas

Adresse
Institut für Softwaretechnologie
Fakultät für Informatik
Universität der Bundeswehr München
85577 Neubiberg

Büro: Gebäude 41/400, Raum 2408

Tel.: +49 89 6004-2220 (-3352, -2263)
Fax: +49 89 6004-2448
E-Mail: Mark.Minas@unibw.de
PGP: PGP key (GnuPG v1.2.5)