Einführung BOE

Studienschwerpunkt BOE

Einführung

Die nachfolgenden Informationen zum Studienschwerpunkt "Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung" (BOE) beziehen sich auf die Konzeption, nach der der Studienschwerpunkt ab dem Jahrgang 2004  gelehrt wird.


Was und wie lernt man im Studienschwerpunkt "Bildungsmanagement und Organisationsentwicklung" (BOE)? Es sind vor allem die Themenfelder Arbeit, Organisation und berufliche Bildung, die im Rahmen von "BOE" in einem interdisziplinären Verbund behandelt werden.


Arbeit

Erwerbsarbeit, Sozialarbeit, Beziehungsarbeit, Eigenarbeit, Hausarbeit, Familienarbeit, Bürgerarbeit, Kinderarbeit, Nicht-Arbeit, Telearbeit .... Arbeit bestimmt weitgehend über ökonomische, soziale und kulturelle Chancen in modernen Gesellschaften. Der Untersuchung dominanter gegenwärtiger Arbeitsstrukturen, aber auch der von Umbruchsprozessen, Krisen und langfristigen Entwicklungstendenzen, ist damit sowohl für die kritische Gesellschaftsanalyse wie auch für die Analyse und das Handeln in spezifischen gesellschaftlichen Feldern eine hohe Bedeutung zuzumessen. Kenntnisse moderner Arbeitsformen und das Nachdenken über neue Arbeitsmodelle werden dementsprechend als Grundlage, als Grenzen, wie auch als Optionen pädagogischer Arbeit aufgezeigt. Darüber hinaus soll aber auch deutlich werden, dass pädagogische Arbeit selbst als Teil von Erwerbsarbeit zu verstehen und zu regeln ist.

Organisation

Unternehmen, Wohlfahrtsverbände, Vereine, Bildungsträger, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, staatliche Institutionen ... Organisationen sind längst ein Markenzeichen moderner Gesellschaften. Die formal strukturierte, kollektive Zweckerreichung in und durch Organisationen prägt das Handeln in modernen Gesellschaften in einem noch nie da gewesenen Ausmaß. Auf der gesellschaftlichen Ebene geht dies mit einem zunehmenden Machtgewinn der großen Organisationen und einem Ohnmachtsgefühl der einzelnen Akteure im Umgang mit Organisationen einher. Das Wissen über die Funktionsweise von Organisationen, über die Probleme, die sie lösen helfen sollen, und die Probleme, die sie erst hervorrufen, sollten daher heute zum zentralen Wissensfundus gehören. Das Wissen über Organisationen ist längst ein notwendiger Bestandteil vieler Berufstätigkeiten, sei es im Rahmen von Personalentwicklung in Organisationen, sei es die Zielerreichung von Organisationen, die Koordinationsmechanismen oder der Out-Put von Organisationen – sei es, dass über Maßnahmen der Organisationsentwicklung entschieden oder dass im Umgang mit unterschiedlich strukturierten Organisationen vermittelt werden muss. Da auch pädagogische Arbeit und Intervention in und durch Organisationen stattfindet, stellt die Analyse organisationaler Strukturen, Probleme und Entwicklungspotentiale einen wichtigen Bestandteil eines Pädagogik-Studiums dar.

Berufliche Bildung

Da auch pädagogische Arbeit und Intervention in und durch Organisationen stattfindet, stellt die Analyse organisationaler Strukturen, Probleme und Entwicklungspotentiale einen wichtigen Bestandteil eines Pädagogik-Studiums dar. In Deutschland ist Arbeit in den allermeisten Bereichen beruflich organisiert. Es wird nicht für die Schule auch nicht für den Betrieb ausgebildet, sondern für den Beruf. Berufe sind betriebsübergreifende, standardisierte und institutiona­lisierte Bündelungen komplexer Arbeitsfähigkeiten von Personen. Im Bildungs­begriff wird der Anspruch reklamiert, die zu Bildenden zu selbständigen und mündigen Bürgern und Bürgerinnen zu entwickeln. Zuallererst bedeutet dies die Befähigung zur Wahrnehmung der verfassungsrechtlich eingeräumten Freiheitsrechten und Staatsbürgerpflichten. Darüber hinaus ist mit dem Bildungsanspruch auch die Forderung nach einer Gerechtigkeit der Bildungschancen im Sinne des Erwerbs karrierewirksamer Berechtigungen verbunden – unabhängig von sozialer Herkunft, Nationalität, Geschlecht, Religion usw. Berufliche Bildung geschieht in sehr unterschiedlichen Formen, in verschiedenen Institutionen und wird maßgeblich von nicht staatlichen Organisationen durchgeführt und verantwortet. Die Ausbildung zum Beruf teilt sich z.B. in einen betrieblichen (größerer Teil) und einen schulischen Teil (kleinerer Teil) und vielfach auch in Phasen des Werkstattlernens außerhalb der Betriebe (überbetriebliche Bildungsstätten). In der beruflichen Erwachsenenbildung spielt der Staat eine zurückhaltende Rolle. Hier sind die Betriebe die größter Träger. Als Berufsfelder für Absolventen/Absolventinnen dieses Studienschwerpunktes liegen daher Bildungsabteilungen in Wirtschaftsbetrieben, in großen Administrationen/Dienstleistungsorganisationen, in der Organisation überbetrieblicher Bildungsstätten, bei Bildungsanbietern des „freien Marktes“ nahe.