Merkblatt

Merkblatt zur Gestaltung von Seminar- und Diplomarbeiten an der Professur für Organisationssoziologie


Wissenschaftliche Arbeiten müssen sowohl ihrer Form und ihrem Inhalt nach gewissen Kriterien genügen. Dieses Merkblatt beinhaltet Vorschläge zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, da leider keine einheitlichen und verbindlichen Regeln zu deren Gestaltung vorliegen. So gibt es bspw. verschiedene Richtlinien zur Gestaltung von Literaturverzeichnissen, Zitierweisen, Klassifikation von Inhaltsverzeichnissen etc. In jedem Fall ist eine einmal gewählte Gestaltungsweise in einer Arbeit einheitlich zu verwenden. In diesem Sinne soll dieses Merkblatt als systematischer Vorschlag betrachtet werden. Bei korrekter Verwendung vergleichbarer Gestaltungsweisen kann von unseren Vorschlägen auch abgewichen werden.   


1. Themenwahl

Für Seminararbeiten werden i.d.R. Themenvorschläge von den Seminarleitern bereitgestellt. Grundsätzlich können aber wie auch bei Diplomarbeiten eigene Themenvorschläge eingebracht und erarbeitet werden. In jedem Falle muss zu Beginn der Arbeit zum Thema eine präzise Frage- bzw. Problemstellung mit Bezug auf den wissenschaftlichen Kontext formuliert und dazu eine vorläufige Gliederung erstellt werden. Diese soll mit dem Lehrpersonal besprochen werden. Grundsätzlich kann in Arbeiten ein theoretischer oder empirischer Schwerpunkt gesetzt werden.

1.1. Theoretische Arbeiten

In theoretischen Arbeiten können abstrakte Fragesellungen bezüglich spezifischer Theorien diskutiert werden (z.B. Analyse und Diskussion von theoretischen Begriffen oder Modellen; Vergleich von Begriffen in verschiedenen Theorien; etc.).

1.2. Empirische Arbeiten

In empirischen Arbeiten müssen konkrete Fragestellungen anhand empirischer Daten überprüft, analysiert und bewertet werden. Hierfür müssen Daten erhoben oder bereits erhobene Daten verwendet, interpretiert und analysiert werden.


2. Auswahl wichtiger soziologischer Fachzeitschriften

 

    • American Journal of Sociology
    • Arbeit – Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik
    • Berliner Journal für Soziologie
    • Industrielle Beziehungen. Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management
    • Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
    • Organization Studies
    • WSI-Mitteilungen
    • Zeitschrift für Soziologie

3. Aufbau der Arbeit
 

Den Arbeiten ist ein logisch gegliedertes Inhaltsverzeichnis mit den entsprechenden Seitenangaben voranzustellen. Hierfür schlagen wir eine dekadische Klassifikation vor.  

Beispiel:

1 Herrschaft: eine Problemskizze  10
   
2 Grundbegriffe und Forschungstraditionen  15
2.1 Gewalt    15
2.2 Macht 19
   
3 Herrschaft: Werte und soziale Integration       37
3.1 Soziales Zusammenleben, Werte und Normen  39
3.1.1 Sinnhaftes Handeln   39
3.1.2 Soziale Beziehungen und Verbände 41
   
6 Perspektiven        149
   
Abbildungsverzeichnis                                     155
Glossar   
Literaturverzeichnis            163
Personen- und Sachverzeichnis                                                      173

 

Die jeweiligen Gliederungspunkte sollen den Inhalt der Kapitel stichpunktartig wiedergeben. Diese Überschriften sind im Text wortgetreu zu wiederholen.

Die Einleitung dient der inhaltlichen Eingrenzung des Themas, Beschreibung des Forschungsstandes, der methodischen Vorgehensweise, sowie der zentralen Fragestellungen.

Im Hauptteil ist der Argumentationsgang entsprechend den Gliederungspunkten auszuarbeiten. Innerhalb der Gliederungspunkte muss der Argumentationsgang logisch, schlüssig und widerspruchsfrei aufgebaut sein, wobei zitierte Passagen gekennzeichnet und jeweils durch eigene Einschätzungen beurteilt werden sollen (der Zusammenhang von eigenen und fremden Gedanken muss deutlich werden).

Im Schlußteil sollen eigene Einschätzungen der Ergebnisse, offene Fragen und mögliche Anschlußthesen enthalten sein.


4. Formale Bestimmungen
 

4.1. Umfang der Arbeit

Der Umfang von Seminararbeiten sollte ca. 20 Seiten (+/- 5) betragen.
Der Umfang von Diplomarbeiten sollte ca. 100 Seiten (+/- 25) betragen.
 

4.2. Bestandteile

Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Textkörper [Einleitung, Hauptteil, Schluß], (Anhang), Literaturverzeichnis, bei Diplomarbeiten: Ehrenwörtliche Erklärung s. Anlage.  

4.3. Texteinfügungen (Tabellen, Abbildungen, Skalen, etc.)

Werden in der Arbeit Tabellen, Abbildungen, Fragebögen etc. verwendet, so können diese, sofern sie eine Grösse von ca. ½ Seite nicht überschreiten in den Text integriert werden. Im Falle von grossen bzw. umfangreichen Einfügungen sind diese gesondert in einem Anhang anzufügen. In jedem Fall müssen alle Einfügungen nummeriert werden. An den entsprechenden Textstellen muss auf die entsprechenden Einfügungen verwiesen werden: (s. Tab.1.; s. Abb.1.; etc.). Für die Einfügungen muss ein eigenes Verzeichnis mit den entsprechenden Überschriften bzw. Kurzbezeichnungen am Ende der Arbeit angefügt werden.
 

4.4. Zitierweise

Alle, aus fremden Quellen übernommenen, Gedanken müssen als Zitate gekennzeichnet sein. Dabei lassen sich direkte (wortgetreue) und indirekte (sinngemäße) Zitierweisen unterscheiden.

Wir empfehlen hierfür die amerikanische Zitierweise, nach der die Quellenangaben in Kurzform (Autor: Veröffentlichungsjahr, Seitenangabe) unmittelbar an das Zitat im Text eingeführt wird.  

4.4.1. Direkte (wortgetreue) Zitate

Direkte Zitate müssen in Anführungszeichen gesetzt werden und am Ende einen Verweis auf die Quelle enthalten. Die Zitate müssen wortgetreu wiedergegeben werden. Auslassungen einzelner oder mehrerer Wörter, Fußnotnenzeichen und sonstige Anmerkungen müssen durch "..." gekennzeichnet werden. Eigene Ergänzungen im Zitat müssen in Klammern und mit dem Hinweis 'Anm.d.Verf.' angegeben werden. Im direkten Anschluss des Zitates sind Autor, Jahreszahl und Seitenangaben der Quelle zu nennen (amerikanische Zitierweise).

Beispiel  

Ein minimaler Konsens zwischen Akteuren in Systemen ist erforderlich. "Wenn auch die einzelnen Akteure eines IRS (Industrial Relation System, Anm.d.Verf.) ihre je spezifische »Ideologie« haben, erfordert die Stabilität des Systems, daß diese »Ideologien« hinreichend kompatibel und konsistent sind, um einen gemeinsamen Bestand an Ideen zu ermöglichen..." (Müller-Jentsch 1997, S. 55)

4.4.2. Indirekte (sinngemäße) Zitate

Indirekte Zitate geben die Gedanken eines fremden Autors sinngemäß wieder. Dabei darf das Zitat nicht in Anführungszeichen gesetzt werden. Die Quellenangabe muss jedoch auch hier in direktem Anschluss an das Zitat in Klammern mit dem Zusatz "vgl.", Autor, Jahreszahl und Seitenangabe erfolgen. Beim indirekten Zitieren ist zu beachten, dass der zitierte Abschnitt nicht aus dem Zusammenhang gerissen und damit der Sinn des Originaltextes in irgendeiner Weise verfälscht wird.  

Beispiel  

Die zweiseitige Betrachtung der Arbeit als Mittel des Erwerbs einerseits und als inhaltliche Tätigkeit andererseits wird in der subjektorientierten Berufssoziologie zum zentralen Gesichtspunkt (vgl. Jäger 1993, S.104f.).

4.5. Fußnoten

Da wir eine amerikanische Zitierweise empfehlen, können Fußnoten für Erläuterungen, Anmerkungen, zusätzliche Literaturverweise und sonstige Bemerkungen, die nicht unmittelbar im Text erforderlich sind, genuzt werden.


5. Literaturverzeichnis
 

Im Literaturverzeichnis ist die gesamte in der Arbeit verwendete Literatur in alphabetischer Anordnung anzugeben. (Bei mehreren Werken eines Autors wird nach dem Erscheinungsjahr geordnet. Werden von einem Autor mehrere Werke eines Erscheinungsjahres verwendet, so sind die Angaben des Erscheinungsjahres mit Kleinbuchstaben zu versehen und zu ordnen. (z.B. 1990a; 1990b usw.). Grundsätzlich werden zuerst die Werke eines Autors aufgelistet die er alleine veröffentlicht bzw. herausgegeben hat.  

Bei Büchern müssen Autor(en), Erscheinungsjahr (evtl. das Jahr der Erstveröffentlichung), Titel, Verlagsort, Verlag angegeben werden.

Bei Sammelbänden müssen Autor(en), Erscheinungsjahr (evtl. das Jahr der Erstveröffentlichung), Titel, Herausgeber, Titel des Sammelbandes, Seitenzahlen, Verlagsort, Verlag angegeben werden.

Bei Zeitschriftenartikeln müssen Autor(en), Erscheinungsjahr, Titel, Titel der Zeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen angegeben werden.

Bei Internetquellen müssen Autor(en) oder Institutionen (ggf. ohne Verfasser), Erscheinungsjahr (soweit möglich), Titel der Seite, Internetadresse (z.B. URL: http://www.unibw.de) und Download-Datum angegeben werden.


6. Literaturempfehlungen
 

Die angegebenen Literaturempfehlungen dienen gleichzeitig als Beispiel für formal korrekte Literaturverzeichnisse.

6.1. Einführungswerke
 

Boudon, Raymond (1980): Die Logik gesellschaftlichen Handelns. Eine Einführung in die soziologische Denk- und Arbeitsweise, franz. Orig. 1978 (La logique du social), Darmstadt/Neuwied: Luchterhand

Esser, Hartmut, 1993: Soziologie. Allgemeine Grundlagen. Frankfurt a.M./New York: Campus. 

 

6.2. Organisationssoziologie
 

Büschges, Günter, und Martin Abraham 1997: Einführung in die Organisationssoziologie. 2. Aufl., Stuttgart: Teunber. 

Coleman, James S. (1986): Die Asymetrische Gesellschaft. Vom Aufwachsen mit unpersönlichen Systemen, Weinheim/Basel: Beltz

Kieser, Alfred, (Hg.) (2002): Organisationstheorien. 5. Aufl., Stuttgart u.a.: Kohlhammer. 

Ortmann, Günther, Jörg Sydow und Klaus Türk, (Hg.) (1997): Theorien der Organisation. Die Rückkehr der Gesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag. 

Vanberg, Viktor (1982): Markt und Organisation. Individualistische Sozialtheorie und das Problem korporativen Handelns. Tübingen: Mohr & Siebeck.

 

6.3. Arbeitssoziologie
 

Braverman, Harry (1985): Die Arbeit im modernen Produktionsprozeß. amerik. Original 1974, Frankfurt a.M./New York: Campus

Mikl-Horke, Gertraude (2000): Industrie- und Arbeitssoziologie. 5. Aufl., München: R. Oldenbourg. 

Müller-Jentsch, Walther (1997): Soziologie der Industriellen Beziehungen. Eine Einführung. 2. Aufl., Frankfurt a.M./New York: Campus. 

 

6.4. Wissenschaftliches Arbeiten
 

Buß, Eugen, Ulrike Fink und Martina Schöps (1994): Kompendium für das wissenschaftliche Arbeiten in der Soziologie. 4. Aufl., Heidelberg: UTB. 

Eco, Umberto, 2002: Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. 10. Aufl., Heidelberg: UTB.

 

Postanschrift:


Professur für Bildungssoziologie
Fakultät für Humanwissenschaften
Universität der Bundeswehr München
Werner-Heisenberg-Weg 39
D-85577 Neubiberg


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