Hintergrund

Abstract (deutsch)
Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Notwendigkeit von Weiterbildung in und für alternde(n) Gesellschaften soll in dem Forschungsprojekt der Frage nachgegangen werden, ob und wie gesellschaftlich konstruierte Alters-, Alterns- und Altenbilder handlungsleitende Orientierungen der 1954 bis 1964 Geborenen (‚Babyboomer’) in Hinsicht auf die Weiterbildungsbereitschaft dieser Generationen beeinflussen. Welche Altersbilder sind also im Sinne von ‚Regulativen der Weiterbildungsbeteiligung’ dafür mitverantwortlich, dass Erwachsene in Erwägung ziehen, sich auf Weiterbildungsaktivitäten einzulassen oder nicht?

Abstract (english)
This research project addresses the influence of socially construed images of age, ageing and the aged on the baby boom generation (born between 1954 and 1964) and their participation in further and adult education. This question is of particular interest in view of the ongoing discussion about the need to further education and life-long learning in an ageing society. Which images of age, ageing and the aged regulate adults’ considerations of participating in or avoiding educational activities?

Hintergrund

In alternden Gesellschaften wird beruflich-betriebliche Weiterbildung für ArbeitnehmerInnen im mittleren Lebensalter immer mehr als Notwendigkeit erkannt und programmatisch als Zielvorgabe formuliert. Empirische Untersuchungen kommen jedoch – auch in internationaler Perspektive – zu dem Schluss, dass gleichzeitig die durchschnittliche Weiterbildungsbereitschaft ab dem Alter von 45 Jahren stark abnimmt. Die Frage nach den Gründen hierfür wird von der Weiterbildungswissenschaft mittels der Adressaten- und Teilnehmerforschung bearbeitet. Neueren empirischen Ergebnissen zufolge sind für die Teilnahme bzw. Nichtteilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen komplex strukturierte ‚Regulative der Weiterbildungsbeteiligung’ verantwortlich, die monokausale Ursachenzuschreibungen unmöglich machen: Weiterbildungsbeteiligung hängt neben dem Alter von Geschlecht, Milieu, Generation, formaler Bildung, regionaler Herkunft, beruflich-betrieblicher Einbindung und vielen anderen Faktoren ab. Die hier favorisierte Perspektive auf Regulative der Weiterbildungsbeteiligung fragt insofern danach, welche Verhältnisse welche weiterbildungsspezifischen Vorstellungen, Bedeutungen und Praxen hervorbringen können.

Vor dem Hintergrund dieses Ansatzes soll in dem Forschungsprojekt der Frage nachgegangen werden, ob und wie gesellschaftlich konstruierte Alters-, Alterns- und Altenbilder als ein mögliches wichtiges Regulativ der Weiterbildungsbeteiligung angesehen werden können und wie hiervon handlungsleitende Orientierungen in Hinsicht auf Prozesse lebenslangen Lernens/ lebenslanger Bildung beeinflusst werden. Welche Altersbilder sind also im Sinne von ‚Regulativen der Weiterbildungsbeteiligung’ dafür mitverantwortlich, dass Erwachsene sich auf Weiterbildungsaktivitäten einlassen oder nicht – seien sie institutionell gerahmt oder ’selbstgesteuert’? Neben einer Deskription der Zusammenhänge zwischen Alters-, Alterns- und Altenbildern auf der einen und der Bereitschaft zu und der Bedeutung von Weiterbildung im Lebenslauf auf der anderen Seite, wird es zentral darum gehen, herauszuarbeiten, von welchen soziodemographischen Faktoren (Alter, Geschlecht, Milieu, Generation) die Alters-, Alterns- und Altenbilder abhängig sind. Ziel ist eine kohärente, qualitativ und quantitativ abgesicherte Beschreibung der genannten Zusammenhänge.

Da die 1954 bis 1964 Geborenen in den nächsten Jahren im Vergleich zu anderen Kohorten die gesellschaftliche Majorität stellen werden, werden die z.Zt. um 50-jährigen Babyboomerkohorten im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. Um Vergleichshorizonte zu generieren, werden exemplarisch Angehörige von Kohorten der um 30- und der um 70-Jährigen hinzugezogen.