Ein Status quo: Nachhaltigkeit an der UniBw M

14 August 2020

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Ob in Unternehmen, in Städten oder im privaten Leben – die Frage, wie ein nachhaltigeres Leben möglich sein kann, rückt immer mehr in den Mittelpunkt.

Auch an den Universitäten ist eine Bestandsaufnahme nötig: Präsidentin Prof. Merith Niehuss hat nun den ersten Nachhaltigkeitsbericht der Universität der Bundeswehr München von Prof. Axel Schaffer (Professur für Wandel und Nachhaltigkeit an der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften) entgegengenommen. Gemeinsam mit Alexander Kaiser und Johannes Lohwasser, die ebenfalls an der Professur forschen, hat Prof. Schaffer für den Bericht u.a. Kenngrößen zum Campus-Management sowie zu Nachhaltigkeitsbezügen in Forschung und Lehre zusammengetragen und Handlungsempfehlungen abgegeben. Was passiert aktuell an der Universität und wo muss noch an Stellschrauben gedreht werden?

Energiebedarf auf dem Campus

Im Rahmen der Wärmeversorgung entsteht der größte Anteil am Energiebedarf. Etwa 140 Hektar Gelände umfasst die Campusuniversität. Ungefähr 70 Gebäude und Gebäudekomplexe mit mehr als 330.000 Quadratmetern Nutzfläche müssen hier versorgt werden. Da der Großteil der Studierenden auf dem Campus wohnt, werden hier sowohl Wohn- als auch Lern- und Laborflächen miteinbezogen. Die Wärmeversorgung der Universität basiert zum größten Teil auf erneuerbaren Energieträgern wie Biomasse und Bioerdgas. Auch der Strom wird zu etwa 41 Prozent aus erneuerbaren Energien bezogen. Damit liegt die Universität der Bundeswehr München im Bundesdurchschnitt. Rund 800.000 kWh Strom im Jahr (von insgesamt 28.000 MWh/Jahr) produziert eine eigene Photovoltaikanlage. Der im Vergleich zu anderen Universitäten vergleichsweise hohe Wasserverbrauch ist unter anderem der Unterbringung der Studierenden auf dem Campus geschuldet.

Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung

Die Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen sieht in der Sicherstellung hochwertiger Bildung ein wichtiges Entwicklungsziel. Aus diesem Grund wurde das UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) von ihnen ins Leben gerufen. Es fordert nicht nur einen stärkeren Nachhaltigkeitsbezug in den Lehrplänen der Schulen und den Curricula der Hochschulen, sondern auch von der wissenschaftlichen Ausbildung, den Fokus stärker auf die Entwicklung von Werten und Fähigkeiten wie reflektiertes Denken und Handeln sowie interdisziplinäres Wissen und Forschen zu legen. Auch in der Lehre spiegelt sich das Thema Nachhaltigkeit an der Universität in einigen Bereichen wider. Hier ist aber laut der Studie jedoch noch Luft nach oben. Zehn Prozent der Beiträge, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen vier Jahren veröffentlicht haben, beschäftigen sich beispielsweise mit Nachhaltigkeitsthemen – ebenso fünf Prozent der Promotionen der vergangenen vier Jahre.

Impulse für einen nachhaltigeren Campus

Schließlich haben die Autoren im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts auch die Universitätsmitglieder befragt. Dabei stellte sich heraus, dass für eine große Zahl der Befragten die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung klar zum Aufgabenspektrum einer Universität gehört. Einige Ideen und Impulse aus dieser Befragung greifen die Autoren auf und geben daraus abgeleitet Handlungsempfehlungen. Ein Vorschlag wäre, den Campus selbst als Labor zu nutzen. So könnten Studierende beispielsweise in Smart Homes wohnen, Universitätsangehörige nachhaltige Mobilitätslösungen testen und die Universität könnte innovative regenerative Energien nutzen.

Der Bericht macht eine wertvolle erste Bestandsaufnahme und hat sich zum Ziel gesetzt, die Diskussion rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ anzustoßen. Die nächsten Schritte werden davon abhängen, so die Autoren, „für wie relevant die beteiligten Diskussionspartnerinnen und -partner eine nachhaltige Weiterentwicklung der Universität der Bundeswehr München erachten“.

 

Der „Erste Nachhaltigkeitsbericht der Universität der Bundeswehr München“ ist im oekom Verlag erschienen. Dort finden Sie auch eine Leseprobe.


Weitere Informationen zur Professur finden Sie hier >>

Wenn Sie sich für den vollständigen Bericht interessieren kontaktieren Sie bitte Herrn Alexander Kaiser.


Titelbild: Präsidentin Prof. Merith Niehuss und Prof. Axel Schaffer mit dem Nachhaltigkeitsbericht (© Universität der Bundeswehr München/Siebold)