Die Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit deckt die europäische Geschichte des Zeitraums vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ab. Dabei richtet sich die Schwerpunktsetzung nach den Interessen und Spezialisierungen der jeweiligen Institutsmitglieder. Konkret bedeutet dies, dass in Forschung und Lehre das 16. Jahrhundert, das früher vor allem durch die Arbeiten zur europäischen Expansion (von Walter Demel und Annerose Menninger) durchaus des öfteren behandelt wurde, mittlerweile in den Hintergrund getreten ist. Dagegen werden nun häufiger Themen zur (früh-)modernen Militärgeschichte (Anke Fischer-Kattner) fokussiert, sowie – wie auch früher schon – solche zur Politischen, Sozial- und Geistesgeschichte des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts (Walter Demel).

Durchgehend beschränken wir uns hierbei nicht auf national-deutsche Verhältnisse. Vielmehr behalten unsere Forschungen und Lehrangebote immer den europäischen Aspekt im Auge und beziehen auch globalgeschichtliche Perspektiven ein. Dabei setzen wir auf internationale Kooperationen, wie z. B.

  • die gemeinsame Erarbeitung eines einführenden Sammelbandes zur Globalgeschichte des Belagerungskriegs durch Anke Fischer-Kattner und Jamel Ostwald (Eastern Connecticut State University) sowie
  • direkten Lehr- und Forschungsaustausch wie mit der Beijing Foreign Studies University (Walter Demel) oder der Duke University (Anke Fischer-Kattner)

Lehre

Die Lehre an der Professur ergänzt das gegenwartsorientierte Studium der Staats- und Sozialwissenschaften um längerfristige Perspektiven. Wir betrachten dabei die Frühe Neuzeit sowohl als Epoche der „Frühmoderne“, in der Grundlagen für die heutige Welt geschaffen wurden, als auch in ihrer Fremdartigkeit.
Im Hinblick auf das Studium im ersten Studienjahr ist die Professur mit zentralen Einführungsveranstaltungen befasst: der Überblicksvorlesung zur Frühen Neuzeit im HT (= Epochen der Geschichte I), dem Kurs zur Technik wissenschaftlichen Arbeitens im WT und dem geschichtswissenschaftlichen Propädeutikum im FT. Im weiteren Verlauf des …

Lehre

Forschung

Aktuell gibt es vier Forschungsschwerpunkte der Professur:
Walter Demel beschäftigt sich augenblicklich mit Fragen des Vergleichs frühmoderner Großreiche, wobei hier China immer als zentrales Vergleichsbeispiel dient. Dazu wird er – wie schon 2015 und 2017 – auch in diesem Herbst wieder Vorträge am Institute for Global History der Beijing Foreign Studies University halten. Der einladende Kollege, Prof. Li Xuetao, ist an derartigen Vergleichen ebenfalls speziell interessiert.
Darüber hinaus arbeitet Walter Demel schon seit längerem an dem Thema „Exotische Schönheiten“. Es geht hierbei darum, wie sich die (natürlich dem historischen Wandel …

Forschung

Zur Professur

Schwerpunkt der Lehre

Die Lehre an der Professur ergänzt das gegenwartsorientierte Studium der Staats- und Sozialwissenschaften um längerfristige Perspektiven. Wir betrachten dabei die Frühe Neuzeit sowohl als Epoche der „Frühmoderne“, in der Grundlagen für die heutige Welt geschaffen wurden, als auch in ihrer Fremdartigkeit.
Im Hinblick auf das Studium im ersten Studienjahr ist die Professur mit zentralen Einführungsveranstaltungen befasst: der Überblicksvorlesung zur Frühen Neuzeit im HT (= Epochen der Geschichte I), dem Kurs zur Technik wissenschaftlichen Arbeitens im WT und dem geschichtswissenschaftlichen Propädeutikum im FT. Im weiteren Verlauf des Bachelorstudiums wird regelmäßig eine Vorlesung zur Entstehung moderner Staatlichkeit angeboten, darüber hinaus Veranstaltungen z. B. zur„Geschichte der Menschenrechte“.
Im Masterstudiengang konzentriert sich die Lehre auf die Frage nach der Bedeutung historischer Erinnerung für die Gegenwart (Modul „Wahrnehmung und Erinnerung“) sowie auf die Vermittlung unterschiedlicher methodischer Zugänge der Geschichtswissenschaft. Thematisch behandeln wir hier u. a. die Bedeutung historischer Reiseberichte oder die Vor- und Frühgeschichte von Rassentheorien und des Rassismus. Wir legen großen Wert darauf, die besonderen Möglichkeiten interdisziplinärer (Forschungs-)Seminare, z. B. zu „Orten der Gewalt“ aus historischer und soziologischer Perspektive, auch in die Lehre hineinzutragen. Schließlich organisiert die Professur mindestens in jedem zweiten Studienjahr eine Auslandsexkursion mit vorbereitender Übung unter dem Thema „Historische Beziehungen in Grenzräumen“, zuletzt nach Südtirol (2016), Slowenien (2017) und Zypern (2018).

Aktuelle Forschung

Aktuell gibt es vier Forschungsschwerpunkte der Professur:
Walter Demel beschäftigt sich augenblicklich mit Fragen des Vergleichs frühmoderner Großreiche, wobei hier China immer als zentrales Vergleichsbeispiel dient. Dazu wird er – wie schon 2015 und 2017 – auch in diesem Herbst wieder Vorträge am Institute for Global History der Beijing Foreign Studies University halten. Der einladende Kollege, Prof. Li Xuetao, ist an derartigen Vergleichen ebenfalls speziell interessiert.
Darüber hinaus arbeitet Walter Demel schon seit längerem an dem Thema „Exotische Schönheiten“. Es geht hierbei darum, wie sich die (natürlich dem historischen Wandel unterworfenen) Schönheitsvorstellungen der Europäer auf ihre Wahrnehmung ausgewählter überseeischer Völker auswirkten, welche Faktoren („Zivilisationsgrad“, Umfang von Konflikten, Genderverhältnisse, Sexualpraktiken etc.) dabei eine Rolle spielten, und ob diese Wahrnehmungen umgekehrt die europäischen Schönheitsideale beeinflussten.
Anke Fischer-Kattner fragt in ihrem aktuellen Forschungsprojekt, wie Gewalt, Räumlichkeit und Autorität im frühneuzeitlichen Belagerungskrieg zusammenhängen. Am Beispiel der „Reichsfestung“ Philippsburg am Rhein nimmt sie lokale Kriegs- und (Über-)Lebenspraktiken sowie deren Repräsentation in Manuskript- und Druckquellen in den Blick. Das Projekt trägt sowohl zu einer Kulturgeschichte des Krieges als auch zu einem neuen Blick auf Prozesse der Staatsbildung bei.
Die Geschichte der frühneuzeitlichen Begegnungen von Europäern mit dem afrikanischen Kontinent bildet einen zweiten Schwerpunkt in Anke Fischer-Kattners Forschungen. In Fortsetzung ihrer Arbeit zu „Wissen-schaffenden“ Reiseberichten des 18. und 19. Jahrhunderts beschäftigt sie sich mit der Wissensgeschichte des Reisens sowie dem Konzept des Vermittlers.