"Mütter für den Staat"

Forschungsprojekt Mütter für den Staat – weiblich konnotierte Care-Arbeit als historisches Legitimationsmuster auf dem Weg zur Gleichberechtigung? (1890-1918 / 1945-1960)

Projektleiterinnen:

Prof. Dr. Sylvia Schraut (Neuere Geschichte, Universität der Bundeswehr)

Prof. Dr. Susanne Kinnebrock (Kommunikationswissenschaft / Öffentliche Kommunikation, Universität Augsburg)

ProjektmitarbeiterInnen:

Mirjam Höfner, M.A. (Neuere und Neueste Geschichte, Universität der Bundeswehr)

Dr. Andre Dechert (Kommunikationswissenschaft, Universität Augsburg)

Das Projekt Mütter für den Staat untersucht die diskursive Verknüpfung von Gender (Geschlecht) und Care (Fürsorge) auf dem Weg der gleichberechtigten politischen wie sozialen Teilhabe von Frauen. Im Rahmen des Projektes wird für zwei Zeiträume, für die Kaiserzeit, die eine Blütezeit der Frauenbewegung darstellte (1890-1918), sowie für die in Emanzipationsfragen eher restaurative Nachkriegszeit (1945-1960) untersucht, wie Gender und Care sowohl in der Vereinsarbeit (historisches Teilprojekt) als auch in der Fach- wie Massenpresse (kommunikationswissenschaftliches Teilprojekt) verbunden wurden.

Ausgehend von der Hypothese, dass insbesondere die Aktivistinnen der Frauenbewegungen das traditionell weiblich besetzte Thema Care (Fürsorge) in beiden genannten Zeiträumen in die mediale und politische Öffentlichkeit brachten, wird die historische Dimension des Themas „Gender und Care“ erarbeitet und mit Blick auf bayerische Spezifika erforscht. Im Zentrum des historischen Parts der Projektarbeit steht der 1894 als Gesellschaft gegründete und bis heute existierende Münchner „Verein für Fraueninteressen“, dessen einschlägige Dokumente analysiert und durch drei wissenschaftliche Biografien jeweils zeitgenössischer Repräsentantinnen ergänzt werden. Neben der Mitinitiatorin und langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Ika Freudenberg (1858-1912), rücken auch die Publizistin Dorothee von Velsen (1884-1970) sowie Julie Gräfin Bothmer (1883-1959) in den Fokus. Beide waren in den Frauenbewegungsbestrebungen der Zwischen- bzw. Nachkriegszeit in Bayern, aber auch darüber hinaus inter-/national engagiert und haben die angestrebte Gleichberechtigung in ihrem Sinne vorangetrieben.

Das Projekt Mütter für den Staat ist eines von insgesamt 12 Teilprojekten des interdisziplinären Forschungsverbunds ForGenderCare, der an acht bayerischen Universitäten bzw. Hochschulen sowie mehreren außeruniversitären Forschungseinrichtungen den Zusammenhang von Gender und Care in Bayern theoretisch wie empirisch analysiert. Unser Teilprojekt unterstützt die Zielsetzungen, indem es zunächst die Tradition solcher Diskurse, die Care und Gender verknüpfen, offenlegt und den Diskursverlauf vor dem Hintergrund wechselnder historischer Settings einordnet. Die LMU München koordiniert den vom bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst geförderten Projektverbund federführend. Die Projektförderung läuft von 2015 bis 2019.

Projektverbund

Https://Www.Unibw.De/Geschichte/Prof/Neuere/Forsch/Muetter-Fuer-Den-Staat/Bilder-Downloads/Forgendercare.Png