Allgemeine Informationen über Spitzbergen

 

Wirtschaft

 

Jagd und Fischerei sind streng reglementiert und spielen wirtschaftlich kaum eine Rolle.

Der ausschließliche Wirtschaftszweig ist der Steinkohlenabbau, der durch den Amerikaner JOHN MUNRO LONGYEAR 1906 begründet wurde. Es folgten Norweger, Russen, Holländer und Schweden. Heute betreiben nur noch Norwegen und Russland den Abbau. Die Kohlenvorräte werden zwar auf 8,5 Milliarden Tonnen geschätzt - das ist etwa das Vierfache der heutigen Weltjahresfördermenge - und die Fördermengen sind trotz Grubenschließungen bis zu Beginn der achtziger Jahre gestiegen, dennoch ist der Abbau zunehmend unrentabel geworden, da die Unterhaltungskosten - alles muss per Schiff von Europa herangeschafft werden - und die Transportkosten nach Europa höher sind als die Erträge.

Norwegen unterhält in Longyearbyen von den ehemals zehn Gruben mit insgesamt 26 Schachtanlagen nur noch eine einzige. Die Grube in Ny Ålesund wurde 1962 nach einem schweren Unglück geschlossen, diejenige in Svea trotz kostspieliger Renovierung 1988.

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Stolleneingang zu einer stillgelegten Kohlengrube bei Longyearbyen
© 1991 Kleim

Die Sowjetunion hatte den Kohlenabbau im Grunde nur als Alibifunktion für eigentlich militärisch-strategische Gründe betrieben und heute weiß Russland nicht, ob es den unrentablen Abbau in den maroden Schächten weiterführen oder aufgeben soll. Bereits Mitte der achtziger Jahre wurde die Grube in Grumantbyen geschlossen und bei Barentsburg sind die Flöze erschöpft, so dass man alte norwegische Schachtanlagen angemietet hat. Ein Ende des Kohlenabbaus ist vorhersehbar. 

 

Steinkohlenabbau
Kohlenvorräte geschätzt auf 8,5 Milliarden Tonnen
(entspricht dem 4-fachen der heutigen Weltjahresfördermenge, Stand 1995)
Fördermengen in Tonnen
Gruben 1961 1977 Flözmächtigkeit
Spitzbergen (gesamt) 360.000 t 850.000 t  
Longyearbyen keine Angaben 400.000 t 70 cm
Barentsburg keine Angaben 250.000 t 1,7 - 6 m
Pyramiden keine Angaben 200.000 t 1,7 - 6 m
Vergleichswerte Deutschland 145.420.000 t 79.430.000 t
(1984)
 

 

Spitzbergen-Bergwerke.jpg

Spitzbergen - Naturschutzgebiete
© 1995 Kleim

 


 

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