Lehre

Was Sie bei uns lernen

Sie werden Führungskraft. Irgendwann stehen Sie vor einer Situation, für die es keine Vorschrift gibt: ein „Aufnahmeritual“, das kippt; ein Witz, der keiner mehr ist; eine Soldatin, die geht, ohne zu sagen, warum. ERIS will, dass Sie dann verstehen, was da passiert – und früh eingreifen können.

Modul „Geschlechterkompetenz“

Dafür entwickelt ERIS ein Modul, das im Zentralinstitut studium plus verankert werden soll und damit perspektivisch jeden Offizierjahrgang erreichen kann. Das Modul soll Verhaltensregeln vermitteln und die Urteilskraft stärken: Warum werden Ehre und Kameradschaft gewaltförmig? Wie wirken Männlichkeitsnormen im Alltag einer Einheit? Welche religiösen und kulturellen Deutungsmuster eskalieren Konflikte im Einsatz – und welche entschärfen sie? Was heißt Führungsverantwortung, wenn Machtverhältnisse ungleich sind? Ein Pilotdurchgang ist in Planung.

Geplante Formate

Darüber hinaus sind weitere Lehrformate angedacht, zum Beispiel:

  • ein Seminar zur Geschichte sexualisierter Gewalt in militärischen Institutionen – mit Archivquellen und aktueller Forschung
  • ein Workshop mit Fallanalysen: reale Vorfälle, anonymisiert, und die Werkzeuge, sie strukturell zu lesen
  • ein Lektürekurs zu Männlichkeit, Militär und Moderne

Schon jetzt

Seit 2022 gab es an der UniBw M rund zwanzig Lehrveranstaltungen mit ausdrücklichem Geschlechterbezug – von der Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit über Geschlecht und Identität in Nordafrika bis zu Queer-Debatten und Geschlechterrollen im historischen Film. ERIS gibt diesem Angebot ein Dach: Wer eine Veranstaltung sucht oder eine anbieten will, wendet sich an eris@unibw.de.

Perspektive Hamburg

ERIS strebt eine Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg an – ein gemeinsames Modul, wechselseitige Workshops, damit Ideen und Personen zwischen beiden Standorten wandern.