Forschung

Was wir erforschen

Geschlecht spielt in militärischen Konflikten eine wichtige Rolle. Das betrifft nicht nur die Frage, wer als Mann oder als Frau gilt, sondern auch, was als ehrenhaft und was als Schwäche zählt, wer schützt und wer geschützt wird. Solche Zuschreibungen entscheiden mit über Zugehörigkeit, Autorität und Gewalt. ERIS untersucht sie in Streitkräften, in Kriegen und in den Gesellschaften, die beides tragen.

Vier Fragen leiten uns

  • Wie entsteht sexualisierte Gewalt in militärischen Verbänden, und wie haben Militärs sie über die Jahrhunderte verhandelt, sanktioniert oder verschwiegen?
  • Was machen Ehre, Männlichkeit und Kameradschaft mit denen, die sie leben – vom Söldnerheer der Frühen Neuzeit bis zur Kaserne von heute?
  • Welche Rolle spielen Geschlechterbilder in Tradition und Selbstverständnis der Bundeswehr?
  • Was hat sich seit 2001, seit Frauen alle Laufbahnen offenstehen, verändert – und was nicht?

Zu den Projekten ›

Warum der lange Blick

Vieles, was heute als Problem in Kasernen auftaucht, ist alt: Aufnahmerituale, Ehrbegriffe, Kameradschaftsnormen. Wer weiß, wie diese Muster entstanden sind und was sie einmal geleistet haben, erkennt sie schneller wieder und kann sie besser einordnen. Die Frühe Neuzeit ist dafür ein besonders ergiebiges Feld: Religionskonflikte, Kolonialismus, Mehrsprachigkeit und die fehlende Trennung von zivil und militärisch ähneln heutigen Einsatzräumen mehr, als man denkt. Distanz schafft Klarheit – deshalb erklären wir, ohne zu entschuldigen.

Was daraus wird

Forschung fließt bei ERIS in Lehre und Ausbildung, in Fachgespräche mit der Bundeswehr und in Policy Briefs für das Ministerium. Und weil das Thema mehr als eine Disziplin braucht, ist ERIS offen für Kolleginnen und Kollegen aller Fakultäten: Wer mitforschen will, schreibt an eris@unibw.de.