Themen 10. EAA-Forum

10. EAA-Forum am 12. Juni 2007 in Neubiberg


Unser 10. EAA-Forum mit dem Themenschwerpunkt "Brennstoffzellen- und Hybridfahrzeuge" hat sehr großes Interesse geweckt: wir konnten weit über 100 Teilnehmer in unserem Labor und bei den Probefahrten begrüßen.

Neben zwei Fachvorträgen von Herrn Dr.-Ing. Jürgen Friedrich (DaimlerChrysler AG) über den weltweiten Flotteneinsatz der Brennstoffzellenfahrzeuge der Firma DaimlerChrysler AG und von Herrn Dr.-Ing. Gurakuq Dajaku (EAA) über aktuelle Berechnungsmethoden von PM-Maschinen wurden als Hauptschwerpunkt ein Brennstoffzellenfahrzeug der DaimlerChrysler AG (F-Cell A-Klasse) und unser institutseigenes Hybridfahrzeug der Firma Toyota (Lexus RX 400h) vorgestellt und zu Probefahrten auf dem ehemaligen Neubiberger Flugplatzgelände bereitgestellt.

DaimlerChrysler ist Pionier bei der Erforschung und Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie im Automobil. Seit Beginn der 90er Jahre hat das Unternehmen mit zahlreichen Konzept- fahrzeugen die Machbarkeit dieses umweltfreundlichen und hocheffizienten Antriebssystems demonstriert. Mittlerweile hat das innovative Antriebssystem das Forschungsstadium verlassen und den Weg in die Kommerzialisierung angetreten.

Der Lexus Hybridantrieb ist das Ergebnis von fünfzehn Jahren intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit und kommt bereits in mehreren Lexus-Modellen zum Einsatz: im SUV RX 400h, in der Premiumklasse-Limousine GS 450h und ab Sommer 2007 auch im Luxussegment LS 600h. Alle Hybridantriebe stehen für zukunftsweisende Technologie und weniger CO2-Emissionen im Stadtverkehr. Im Stand und im Stau arbeitet der Hybridantrieb emissionsfrei.

Bei einem kleinen Imbiss wurden lange, intensive und angeregte Diskussionen bis in den frühen Abend geführt, was ebenfalls noch einmal das große Interesse der Teilnehmer an dieser Veranstaltung betonte.

An dieser Stelle auch nochmal ein ganz besonderer Dank an Herrn Dr. Friedrich von DaimlerChrysler für die Organisation und die Bereitstellung der F-Cell A-Klasse.

Und hier noch der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (13.06.2007 - Florian Haas):
Zu hohe Kohlendioxid-Emissionen, begrenzte Mineralölbestände, steigende Spritpreise: Themen, die Autofahrern wie -herstellern zu denken geben – und die dem 10. EAA-Forum an der Bundeswehruniversität Neubiberg hohe Aktualität verschafften. "Alternative Antriebstechnik" hieß das Programm, das der Lehrstuhl für Elektrische Antriebstechnik und Aktorik ausgearbeitet hatte. Ergebnis der Fachvorträge, Probefahrten und Diskussionsrunden: Die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle ist unter Auto- wie Energieexperten derzeit Favorit unter den alternativen Antriebstechniken, der Hybridmotor ist gut – aber nur Zwischenstation zum öl-freien Autofahren mit Wasserstoff, das der Autokonzern Daimler mit einem 250.000 Euro teuren Prototypen der A-Klasse erfolgreich demonstrierte. "Es geht darum, Diesel- und Ottomotor um alternative Möglichkeiten zu ergänzen, nicht zu verdrängen", sagt Jürgen Friedrich vom Autokonzern Daimler. Viel habe man in der Vergangenheit mit Bio- und Synthetikkraftstoffen probiert, im Jahr 2000 aber sei in Übereinkunft mit Mineralölkonzernen und Politik die Entscheidung pro Wasserstoff gefallen. "Die Brennstoffzelle ist ein Wunderwerk. Gas konnte sich kaum durchsetzen, Methanol ist giftig", so Friedrich. In zehn Jahren sollen Brennstoffautos in Serie gehen; momentan sind hohe Produktionskosten, zu wenige Tankstellen und die Herstellung von Wasserstoff die Hauptprobleme. Seit 16 Jahren forscht der Stuttgarter Konzern auch in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr-Uni an der Materie. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Der Prototyp fährt leise und benzinfrei, beschleunigt schneller als normale Autos und hat durch die an der Fahrzeugunterseite postierte, Wasserstoff in Energie umwandelnde Zelle keinen Kohlendioxid-Ausstoß. Geringer Lebensdauer und Reichweite gilt ebenso wie der (noch) zu langen Betankungszeit und der Koppelung mit Batteriesystemen das zukünftige Augenmerk. Existenzielle Anfangsschwierigkeiten hat die Hybridantriebstechnik bereits gemeistert: Der Mix aus Benzin- und Elektromotor ist schon auf dem Markt und sehr im Trend. Prominente wie George Clooney schauen mit solch einem Auto auf Umwelt (und Image), auch Professor Dieter Gerling hat für Forschung und Lehre einen Lexus mit Hybridmotor bekommen. "Vor einem halben Jahr, für Forschung und Lehre", sagt der Initiator des EAA-Forums und Lehrstuhlleiter. Hybridautos haben die gleichen Vorteile wie Wasserstoff-Pkw. "Gerade innerorts und bei Ampelverkehr ist der Wechsel zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor wirkungsvoll. Aber: Man ist, anders als bei der Brennstoffzelle, vom Öl abhängig." Noch sind deutsche Firmen japanischen hinterher, die Aufholjagd hat jedoch begonnen. "Aber", stellt Gerling klar: "Für uns ist das seit langem Sach-, kein Modethema."


Ihr EAA-Team

Prof. Dr.-Ing. Dieter Gerling / Dr.-Ing. Hans-Joachim Köbler
EAA – Elektrische Antriebstechnik und Aktorik
FAK EIT6 – UniBw München
Werner-Heisenberg-Weg 39
85577 Neubiberg
Telefon (Köbler): 089 / 6004-3710
Fax: 089 / 6004-3718
Email (Köbler): Hans-Joachim Köbler
Internet: EAA-Forum
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10. EAA-Forum am 12.06.2007 in
Neubiberg (EAA - UniBwM):
Brennstoffzellenfahrzeug
F-Cell A-Klasse von DaimlerChrysler AG