SFB 901: On-The-Fly Computing - Teilprojekt: Parametrisierte Servicespezifikation


 

Shortfacts

Projektlaufzeit: 07/2015 - 06/2023
Projektleitung: Prof. Dr. Michaela Geierhos
Kooperationspartner: Universität Paderborn

 

In diesem Teilprojekt werden verschiedene Arten von Anforderungsspezifikationen behandelt, die eine erfolgreiche Suche, Zusammenstellung und Analyse von Services ermöglichen. Im Sinne agiler, partizipativer Softwareentwicklung werden Endanwender künftig mehr in den interaktiven Kompositionsprozess von on-the-fly zu erstellenden Software-Services miteinbezogen. Dieser Dialog soll von einem domänenspezifischen Chatbot geführt werden, der einerseits der gezielten Nachfrage und andererseits der Auflösung von Unklarheiten dient. Darüber hinaus muss der Kompositionsprozess für Endanwender transparenter gemacht werden, sodass für eine fertige Servicekomposition klargestellt wird, welche anfänglichen Anforderungen bei der Erstellung berücksichtigt wurden und auf welche verzichtet werden musste. Deshalb gliedert sich dieses Teilprojekt in folgende drei Arbeitsbereiche, die grundlegende Fragestellungen, wie bspw. die kontextsensitive Dialogsteuerung, im textbasierten Dialog mit dem Endanwender adressieren.

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Während in den ersten beiden Förderphasen der formale und natürlichsprachliche Anforderungsspezifikationsprozess unidirektional (d. h. nur aus Sicht des Spezifizierenden) untersucht wurde, setzt dieses Teilprojekt in der dritten Förderphase auf wechselseitige Kommunikation. Ziel ist es, im personalisierten Dialog einerseits kooperativ Unklarheiten bei der Spezifikation aufzulösen und anderseits das Wissen über eine Servicekonfiguration dem Kunden natürlichsprachlich zu vermitteln, um den Rahmen des Machbaren frühzeitig zu verdeutlichen. Somit handelt es sich nun um einen informierten Endanwender, der durch gezielte Nachfragen und Rückfragen Informationen dazu bekommt, welche Anforderungen umsetzbar sind und selbst entscheidbar sind, ob eine gegebene Servicekonfiguration für ihn akzeptabel ist oder ob er seine ursprünglichen Anforderungen in Abhängigkeit zum Aufgaben-Template modifizieren muss. In der dritten Förderphase rücken wir den Endanwender noch weiter ins Zentrum der Überlegungen.

 

Hierzu schaffen wir im Arbeitsbereich Anwenderzentrierte Dialogplanung und -gestaltung nicht nur das dafür nötige Framework, sondern untersuchen die Frage, wie hochgradig individuelle Gesprächsverläufe mit dem Endanwender zielführend gesteuert werden können, ohne vorab Regeln zu definieren, und damit eine flexible Dialogstruktur in einer multimodalen Umgebung benutzerfreundlich zu ermöglichen. Deshalb sollen Active Learning und vergleichbare Techniken erforscht werden, um über Nutzer-Feedback zu lernen, welche möglichen Schritte (z. B. Rückfragen, Beispiele als Erklärung, Vorschläge) generell in Frage kommen und wie sich diese auch umsetzen lassen.

 

Im Arbeitsbereich Automatisiertes Ergänzen von Aufgaben-Templates wird das Wissen aus dem maschinenlesbaren Konfigurationsprozess in Templates erfasst, dann natürlichsprachlich interpretiert und fließt anschließend in die Dialogplanung ein. Ziel ist es, dem Anwender konkrete Fragen stellen zu können, die Instanziierungswerte der Aufgaben-Templates genauer bzw. vollständiger machen. Hierfür müssen Verfahren entwickelt werden, die Konfigurationsparameter in für Menschen verständliche Aussagen übersetzen, um letztendlich gezielte Nachfragen stellen zu können.

 

Durch den Arbeitsbereich Transparenz von Servicekonfigurationen machen wir die durchgeführten Konfigurationsvorgänge für den Endanwender nachvollziehbarer. Auf diese Weise sollen Endanwender nicht erst durch Ausprobieren herausfinden, ob ihre Erwartungen an die Servicekonfigurationen erfüllt wurden, sondern frühzeitig ein Verständnis für die Umsetzbarkeit von Anforderungen erlangen. Hierfür erforschen wir, wie sich nutzertypische Formulierungen anhand der Anforderungsbeschreibungen aus der zweiten Förderphase für das Training eines lernenden NLG-Ansatzes eignen und welche Techniken zur Textgenerierung im Fragen-Antwort-Dialog mit dem Nutzer eingesetzt werden können, die auch die nötige Flexibilität mit sich bringen.

 

Projektmitglieder

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Prof. Dr. Michaela Geierhos

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Joschka Kersting, M.Sc.

 

Weitere Informationen: https://sfb901.uni-paderborn.de


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