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Multicriteria Decision Processes –
ein persönliche Lebenslaufbeschreibung oder der Versuch,
ein Motto für die George Leitmann Lecture zu finden

Multicriteria Decision Processes  – auch wenn es rein wissenschaftlich nicht korrekt erscheint, so möchte ich das wissenschaftliche Gesamtwerk von George Leitmann im Rahmen des persönlichen Lebenslaufes zunächst unter diese Überschrift stellen. „Mehrziel“ ist hier selbstverständlich im übertragenen Sinne gemeint: Wie können mehrere Ansprüche gleichzeitig betrachtet werden, welche fachlichen Bezüge gibt es zwischen verschiedenen Disziplinen und wie müssen Institutionen national und international zusammen arbeiten, um großen wissenschaftlichen Herausforderungen zu begegnen? Sein Lebenslauf zeichnet sich dadurch aus, dass George Leitmann immer wieder neue derartige große Herausforderungen gesucht und sie gemeistert hat:

Kontrolltheorie, Dynamische Spiele, Optimale Steuerung und Variationsrechnung einerseits; Stabilität von nichtlinearen Systemen, Dynamische Programmierung, Gleichgewichtstheorie und die Modellierung von Unsicherheit andererseits. Er war dabei nicht nur an der Entwicklung neuer Methoden,  sondern immer wieder auch an der Erschließung neuer Wissenschaftsgebiete beteiligt. So beschäftigte er sich als einer der ersten in den 90er Jahren mit der Steuerung von pandemischen Prozessen und ist momentan dabei, ein dynamisches Modell zu entwickeln, um aktuelle Gewaltkonflikte zu beschreiben. Vielleicht sollte man aber auch dieses umfassende wissenschaftliche Gesamtwerk unter gar keine Überschrift stellen, da man dabei immer einen Bereich übersehen kann. Diese Aufgabe könnte man dem interessierten Leser für sich selbst überlassen, wenn er hier die Seiten der George Leitmann Lecture studiert. Vielleicht kann man aber zumindest diese wenigen Seiten und die George Leitmann Lecture für sich unter einen Gesamttitel stellen (wenn schon das wissenschaftliche Gesamtwerk sich nicht derart „eingrenzen“ lässt)?

Ein Motto für die George Leitmann Lecture

Pandemische Prozesse (jetzt greifen wir wieder in unberechtigter Weise ein Wissenschaftsgebiet heraus) zeichnen sich dadurch aus, dass Grenzen „unkontrolliert“ übersprungen werden. Und auch die heutigen globalen Krisen verlangen nach „optimalen“ Lösungen, die mögliche Gewaltpotentiale im Rahmen von Grenzziehungen reduzieren und dabei stets neue menschliche Beziehungen („Brücken“) aufbauen. Man könnte formulieren, dass die heutigen Probleme primär solche „Mehrzielprobleme“ sind, wie sie in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts oft von Wissenschaftlern in der Mechanik, Physik und Verfahrenstechnik untersucht wurden: Es macht keinen Sinn, nur ein Kriterium für sich zu betrachten. Insbesondere - und dies ist besonders zu betonen - historische Entwicklungen dürfen nicht ausgeblendet werden. Wenn George Leitmann selbst formuliert, „dass wir alle auf diesem Planeten leben und gut daran tun, miteinander auszukommen“, dann kann daraus ein Motto für die George Leitmann Lecture abgeleitet werden. Sie ist der Versuch

„…zukunftsweisende Verantwortung mit einem vergangenen Antlitz …“

in einen Gesamtproblemlöseprozess einzubeziehen. Hierbei wird und muss natürlich auf die mathematische und ingenieurhafte Expertise zurückgegriffen werden – sie reicht allerdings nicht aus. Dies ist meine persönliche, sehr kurze, Beschreibung des Lebenslaufs von George Leitmann mit 300 Publikationen, Preisen, Auszeichnungen und Ehrungen und zugleich das vorgeschlagene Motto für die George Leitmann Lecture. In ihr soll das wissenschaftliche Lebenswerk und die Gedanken von ihm zum Ausdruck gebracht und in die oben beschriebene mögliche Verbindung zueinander gesetzt werden.

Ich habe hier bewusst nicht einzelne Publikationen aufgeführt und bewertet. Dies würde die Gefahr bergen, dass man etwas übersieht bzw. auch eine falsche Gewichtung vornimmt. Erwähnt werden soll jedoch, dass eine Publikation und ein Eintrag bei der chronologischen Aufführung sowohl inhaltlich als auch vom Titel „herausfällt“. Das übersetzte Buch „Mantel of Dreams“ passt weder in das wissenschaftliche Gesamtwerk und auch der letzte Eintrag im Lebenslauf, die seine Mitarbeit bei „ARTSHIP“ ( „a small arts foundation in San Francisco …") beschreibt, irritiert zunächst … oder weist er gar auf die Rechtmäßigkeit des oben gewählten Mottos hin?

Die George Leitmann Lecture soll auf jeden Fall zu einem Nachdenken anregen. Daher findet diese Vorlesung auch an Orten statt, die mit dem Leben, Stationen und auch Gedanken von George Leitmann verbunden sind. Vielleicht haben Sie ja auch in Zukunft Gelegenheit, an einem dieser Orte sich mit George Leitmann dabei über seine Gedanken und Träume zu unterhalten. Dann können Sie sich selbst ein eigenes Motto für diese besondere Vorlesung wählen.

Hierzu sind Sie herzlich eingeladen.