Im Rampenlicht des (Un-)Sicherheitstheaters? Polizeiliche Selbstinszenierung im Wandel
14 Juli 2026
Wie inszeniert sich die Polizei selbst – und wie wird sie gesellschaftlich wahrgenommen? Diese Frage steht im Zentrum des neuen Working Papers unseres Senior Researchers Marcel Schmeer. Der Beitrag untersucht die historische Entwicklung polizeilicher Öffentlichkeitsarbeit und Imagepolitik am Beispiel der Polizei in (West-)Berlin.
Ausgehend von der Beobachtung, dass die Polizei in liberalen Demokratien zugleich Schutzversprechen, Autoritätssymbol und Projektionsfläche gesellschaftlicher Kritik ist, analysiert der Aufsatz den Wandel polizeilicher Selbstbilder vom frühen Kalten Krieg bis in die Gegenwart. Im Fokus stehen dabei unterschiedliche Formen öffentlicher Inszenierung – von den spektakulären Polizeifesten der Nachkriegszeit über Reformkonzepte einer „bürgernahen“ Polizei in den 1970er-Jahren bis hin zu modernen Imagekampagnen und Social-Media-Strategien heutiger Sicherheitsbehörden.
Der Beitrag zeigt, dass das Verhältnis von Polizei und Gesellschaft nie statisch ist, sondern stets neu ausgehandelt wird. Öffentliche Wahrnehmung, mediale Darstellung und politische Erwartungshaltungen prägen maßgeblich die Legitimität staatlicher Sicherheitsakteure. Damit eröffnet die Analyse zugleich eine historische Perspektive auf aktuelle Debatten über die Polizei in der Bundesrepublik.
Zum Weiterlesen empfehlen wir außerdem den Beitrag von Marcel Schmeer:
„Alb-Traum Bürgernähe?“
Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.
Weitere Informationen zur Working Paper Series des CISS Munich finden sich hier.
Bild: CISS