Treibhausgasbilanz der Universität der Bundeswehr München

 

 CO2_2_©_eckig neu.jpg„If you cannot measure it, you cannot improve it“

- Lord Kelvin -                                      

 

 

 

Projektlaufzeit          

Januar 2021 - Dezember 2024

 

Projektleitung

Projekt-Mitarbeiter*innen

Prof. Dr. Manfred Sargl

José Martínez M.A.

Romana Rohden

Fabian Dosch

Daniel Wiegand PhD

 

 

 

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Projektinhalt

Im dem Projekt geht es darum, erstmals eine umfassende Treibhausgasbilanz einer Hochschule zu erstellen. Diese Bilanz wird in den folgenden Jahren regelmäß weiterentwickelt und aktualisiert werden. Dies ermöglicht eine begleitende Wirkungskontrolle der  getroffenen Reduktionsmaßnahmen der Hochschule, im Sinne eines effektiven Klimaschutz-Controllings.

 

Klimaschutz Controlling

Ein Controlling der Treibhausgas-Emissionen stellt sicher, dass die Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes eine Steuerung erfährt. In einem Prozess, der von der Festlegung von Klimaschutzzielen und Messgrößen, über den Beschluss von Maßnahmen, bis zum Umsetzen und Überprüfen, anhand der vordefinierten Ziele und Kennzahlen reicht. Während des Prozesses soll durch regelmäßiges quantitatives und qualitatives Evaluieren ein zielgerichte­tes Nachjustieren der Maßnahmen erfolgen.  Im ersten Schritt kann dies ein quantitativer Soll-Ist-Vergleich sein. Im zweiten Schritt wird eine quali­tative Bewertung, im Sinne eines Lernens aus eigenem Tun, erfolgen.

Ein Treibhausgas-Controlling beruht auf  Daten zum Verbrauch und den Aktivitäten. Dies beinhaltet eine direkte Messung des Brennstoffverbrauchs und deren Umrechnung in Emissionen, mit Hilfe von Emissionsfaktoren. Es ist aber auch ein indirektes Messen, anhand von bezogenen Energiemengen, oder ein indirektes Messen anhand von Treibhausgasverursachenden Aktivitäten. Für all diese Messungen und Aktivitäten braucht es eine passende Mess- und Zählerarchitektur.

Das Messen und Berechnen von Emissionen ist somit die Grundvoraussetzung jeder soliden Klimapolitik. Anhand der Messergebnisse kann der Umgang mit Energie und den damit verbundenen Treibhausgasemissionen besser verstanden werden.

 

Einsatzfelder der Bilanz

  • Identifikation der wesentlichen Emissionsquellen
  • Monitoring von Klimazielen und Klimaschutzstrategie
  • Benchmarking mit anderen Hochschulen und Körperschaften
  • Identifikation von CO2-Reduktionspotentialen
  • Begleitende Wirkungsanalyse von Reduktionsmaßnahmen
  • Ermittlung des Beitrages der Hochschule zu den Klimazielen der Gemeinde und des Landkreises

 

Bilanzierungsgrundsätze

Die Bilanzierung erfolgt gemäß dem Standard des Greenhouse Gas Protocol des World Resources Institute und des World Business Council for Sustainable Development. Sie umfasst alle Treibhausgasemissionen gemäß dem Kyoto-Protokoll bzw. des Pariser Abkommens. Dabei werden die Emissionen anhand ihres „global warming potential“ (Treibhausgaspotential) in CO2-Äquivalente umgerechnet. Zur Umrechnnug werden Faktoren des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) verwendet.

Die Treibhausbilanz soll den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocols entsprechen: Relevanz, Vollständigkeit, Konsistenz, Transparenz und Genauigkeit. Hier wird zwischen drei Scopes von Emissionen unterschieden (s. Abb. 1).

 

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In die Treibhausgasbilanzierung gehen sowohl direkte als auch indirekte Emissionen ein. Scope 1 Emissionen lassen sich  aus dem Verbrauch von Brennstoffen, z.B. für Wärme oder Mobilität, berechnen, indem sie mit den spezifischen Emissionsfaktoren multipliziert werden. Scope 2 Emissionen ergeben sich aus dem Verbrauch von bezogener Energie für Strom, Wärme oder Dampf, die wiederum mit den Emissionsfaktoren der Bezugsquelle mutipliziert werden.  Die dafür nötigen Daten stammen  aus den Messwerten des  Gebäudemanagements, die wiederum mit Hilfe von Emissionsfaktoren in CO2 Äquivalente umgerechnet werden. Schwieriger wird es bei der Berechnung der Scope 3-Emissionen, die sich nur indirekt, anhand von emissionsverursachenden Aktivitäten, ermitteln lassen.

Identifikation der Hauptemissionsquellen

In Vorbereitung auf die Bilanz wurde  eine erste Schätzung der Emissionsquellen durchgeführt. Dabei kristallisierten sich drei Hauptquellen heraus: Strom, Wärme und Mobilität.

 

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Abb 2.jpg

Strom und Wärme

Die Emissionen durch Strom und Wärme sind für eine Hochschule dieser Größe relativ hoch. Das liegt aber auch daran, dass es sich bei der UniBw um eine Campushochschule mit Wohngebäuden handelt. Hier leben über 80% der Studierenden. Der Campus ist de facto eine Kombination aus Hochschule und kleiner Stadt, was es in der Bilanzierung zu berücksichtigen gilt.

Bei den Emissionen durch Strom und Wärme konnte die Hochschule beachtliche Erfolge erzielen. Die strombedingten Treibhausgasemissionen konnten von 2013 bis 2019 um ca 60% gesenkt und auch die wärmebezogenen Emissionen konnten, durch die Umstellung auf Biomasse im Jahr 2015 um 84% gesenkt werden. Die strombedingten Emissionen sollen aber weiter  gesenkt werden, durch ein besseres Gebäudemanagement und vermehrten Einsatz von regenerativer Energie. Ein großes Einsparpotential bietet aber die Mobilität, die etwa die Hälfte der Gesamtemissionen ausmacht.

Mobilität

Eine erste Quantifizierung der mobilitätsbedingten Emissionen ergab, dass in dieser Kategorie die wesentlichen Treiber das Pendeln der Studierenden (ca. 58%) und MitarbeiterInnen (ca. 16%); die Dienstreisen (ca. 18%) und das Outgoing der Studierenden (ca. 6%)  sind. Der eigene Fuhrpark spielt mit 2% eine geringe Rolle.

Bei den mobilitätsbedigten Emissionen konnten zwar Datenlücken bei den Dienstreisen und dem Bereich Student Outgoing geschlossen werden, große Unsicherheit bestanden jedoch aufgrund der schwachen Datenlage bei den Emissionen durch das Pendeln. Mangels valider Daten berücksichtigen Hochschulen in ihrer Bilanzierung, die durch Pendeln verursachten Emissionen in der Regel nicht. An der UniBW sollte aber auch das Pendeln in der Bilanz einbezogen werden..

Dazu werden umfangreiche Daten mittels einer Befragung zu Pendelverhalten von MitarbeiterInnen und Studierenden erhoben, deren Ergebnisse anhand von Daten einer anderen Quelle regelmäßig validiert werden. Dafür kann eine Besonderheit der UniBW  genutzt. Die Mobilität zum und im Campus der Universität der Bundeswehr wird erfasst. Das Hochschulgelände ist umzäunt und eine Zufahrt, egal ob mit KFZ oder Fahrrad, ist nur durch eine Schrankenanlage möglich. Auch jeder Fußgängerzugang ist nur über eine Drehtür möglich. Neben dem fließenden Verkehr, kann auf dem Campus auch der ruhende Verkehr umfassend erhoben werden, da sich kostenlose Parkflächen aussschließlich für Hochschulmitglieder auf dem eigenen Gelände befinden, außerhalb jedoch ein Partkverbot besteht.

 

Zeitplan

 

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Und hier noch eine Graphik zum aktuellen Stand der Welt

gemessen am Mauna Loa Atmospheric Baseline Observatory

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