Im geheimen Waldwerk „Kuno“ ließen die Nazis Düsenjäger bauen

15 Mai 2018

Maximilian Czysz, Redakteur bei der Augsburger Landboten, einer Heimatausgabe der Augsburger Allgemeinen, hat am 8. Mai über die Recherchen zu seiner Artikel-Serie „Auf Spurensuche: Das geheime Waldwerk Kuno“ gesprochen. Czysz recherchierte in verschiedenen Archiven, interviewte Zeitzeugen und nutzte Dokumente, an denen Zeitzeugen noch zu Lebzeiten selbst beteiligt waren. Er sprach mit Anwohnern über ihre Erinnerungen und suchte vor Ort nach Hinweisen auf das damalige Werk.

Für seine Arbeit wurde Czysz mit dem Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2016 in der Kategorie „Geschichte“. Die Jury urteilte unter anderem:

„Die Serie macht erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt, was viele bislang allenfalls vom Hörensagen wussten: Im Waldwerk Kuno, einer geheimen Rüstungsanlage im Dritten Reich, ließen die Nazis den ersten serienreifen Düsenjäger der Welt bauen. Dafür setzten sie auch Zwangsarbeiter und Häftlinge aus dem Konzentrationslager Burgau in Schwaben ein. 71 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus erinnert der Redakteur an das Leiden der Opfer; er ehrt aber auch die stillen Helfer, die unter Lebensgefahr ein Stück Menschlichkeit in einem unmenschlichen System bewahrten.“

Die Konrad-Adenauer-Stiftung vergibt den Lokaljournalistenpreis bereits seit 1980 jedes Jahr.

Auf der Studierendenplattform X-media campus finden Sie einen ausführlicheren Bericht zum Vortrag.

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Bildunterschrift: Die Aufnahme wurde von „den Amerikanern“ gemacht, als sie das geheime Nazi-Waldwerk „Kuno“ entdeckten, erläutert Journalist Maximilian Czysz. Er sprach auf Einladung von Prof. Dr. Kristina Wied über seine Recherchen. (Foto: Christian Siebold)