Gesundheit und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen, kann es das geben? Was bedeutet ökonomisches Denken in Arztpraxen und Krankenhäusern? Mit solchen Fragen setzte sich die Veranstaltung der Vorlesungsreihe: „Leitbild Nachhaltigkeit: Hoffnung – Handlung – Wandlung“ im Februar 2013 in München auseinander.

Der Leiter des Haunerschen Kinderspitals an der LMU, Prof. Dr. Christoph Klein, forscht mit seinem Team vor allem über „seltene Krankheiten“ – das sind solche, von denen weniger als ein Mensch unter 2.000 betroffen ist. 6.000 solcher Krankheiten, die kein Hausarzt alle kennen kann, wurden bisher definiert, in der Mehrzahl sind Kinder davon betroffen. Ursache ist zu 80% ein genetischer Defekt. Die Erforschung und Behandlung seltener Krankheiten sei zwar ökonomisch nicht rentabel, gesellschaftlich aber sehr relevant, wie Prof. Dr. Klein zu bedenken gibt.

Ökonomie habe nicht zwangsläufig etwas mit Kommerz zu tun, es sei die Bewirtschaftung knapper Ressourcen, betont Prof. Dr. Andreas Beivers, der an der Hochschule Fresenius in München am Fachbereich Gesundheit & Soziales lehrt. Es gehe um die Kosten-Nutzen-Bewertung, und die könne auch den Einsatz großer Finanzmittel für 600 erkrankte Kinder in Deutschland bedeuten, wenn die Gesellschaft das so wolle.

Die Diskussionsrunde wurde moderiert von Prof. Dr. Markus Vogt vom Lehrstuhl für christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Um Kindern mit seltenen Erkrankungen zu helfen und die Forschung voran zu treiben, wurde eine Stiftung gegründet. Unter http://care-for-rare.org/ kann man sich informieren und spenden.

 

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