Geschichte des Labors

Geschichte des Labors


 

Das Labor existiert seit Anbeginn der Hochschulzeit hier in Neubiberg. Seine Geschichte lässt sich grob in drei Phasen einteilen, die mit den jeweiligen Lehrstuhlinhabern verknüpft sind. Von Beginn an war es stets mit modernster Rechnertechnik und leistungsfähiger Software ausgestattet, was zu einigen Innovationen geführt hat. Die leistungsfähige Rechnerausstattung wird in der aktuellen Phase durch geeignete Messgeräte und Versuchseinrichtungen ergänzt. Somit ist es möglich, Forschungsprojekte und Anwendungen in Kooperation mit Partnerinstituten und -dienststellen umfassend zu bearbeiten.

Gründungsphase - Professor Withum

Dieter Withum war vormals Inhaber des Lehrstuhls für Strömungsmechanik mit der Abteilung Elektronisches Rechnen im Bauwesen an der Universität Hannover. 1974 wechselte er zur UniBwM und wurde Inhaber des Lehstuhls für Baustatik. Motiviert durch seine vorherigen Tätigkeiten und Erfahrungen erhielt er anlässlich seiner Berufung eine Grundausstattung mit Siemens Prozessrechnern. Personell war das Labor damals mit einem Laborleiter und drei Programmierern ausgestattet. Professor Dieter Withum verstarb plötzlich im Jahr 1979 und als Folge übernahm Professor Könke die Verantwortung für das Labor.

Entwicklungsphase I - Professor Könke

In den folgenden 20 Jahren entwickelte Professor Diethard Könke das Labor erfolgreich weiter. Die leistungsfähigen Rechner und die schnell größer werdende Bedeutung der Notwendigkeit komplexe Algorithmen verarbeiten zu können, weckten zunehmend das Interesse beim BMVg, dem BWB, der Industrie, der DFG und der EU. Im Jahr 1987 erhielt das noch namenlose Labor die Bezeichnung "Labor für Ingenieurinformatik". Dies fiel in die Zeit der Gründung zahlreicher Bauinformatik-Lehrstühle. Eine rasante Auftragsentwicklung führte dazu, dass eine Vielzahl von drittmittelfinanzierten Wissenschaftlichen Mitarbeitern beschäftigt werden konnten. Diese konnten unterschiedliche Projekte im Auftrag des BMVg, der DFG, Kooperationsprojekte mit anderen nationalen und internationalen Universitäten und weitere Industrieaufträge bearbeiten. Dabei wurden wichtige Entwicklungen erreicht, beispielsweise die Nutzung und Anwendung von Information-Retrieval-Werkzeugen, Fuzzy-Algorithmen für Entscheidungshilfesysteme, ein eigener SPH-Code SOPHIA und die Kopplung FEM-SPH. Nach dem Ausscheiden von Professor Könke und der Streichung seiner Professur im Jahr 2000, übernahm Professor Gebbeken die Verantwortung für das Labor.

Entwicklungsphase II - Professor Gebbeken

Professor Norbert Gebbeken gab dem Labor einen weiteren wichtigen Entwicklungsimpuls. Neben der stets parallel laufenden technischen Weiterentwicklung und Beschaffung mordernster Hochleistungsrechnerarchitektur und Simulationssoftware (Hydrocodes), wurde in seiner Verantwortung mit dem Aufbau einer hochwertigen Ausstattung mit Messgeräten und eigenen Versuchseinrichtungen begonnen. In diesem Zusammenhang wurden eine Höchstgeschwindigkeitskamera, eine Infrarot-Hochgeschwindigkeitskamera sowie ein Erschütterungs-Mess- und Auswertesystem beschafft und beispielsweise bei Sprengversuchen auf dem TrÜbPl Münsingen, bei Sprengversuchen beim Fraunhofer ICT in Zusammenarbeit mit der TU Karlsruhe und bei mehreren Erschütterungsmessungen an Hochbauten, Türmen und Brücken erfolgreich eingesetzt.
Zur Beobachtung dynamischer Effekte an kleinen Proben, wurde ein Fallturm als Versuchseinrichtung erstellt. Ein Erdbebenrütteltisch ermöglicht die Analyse des Schwingungsverhaltens von Konstruktionen im Modellmaßstab (bspw. Skelettbauten, Mauerwerksbauten etc). Dies dient auch der anschaulichen Darstellung solcher Effekte in der Lehre.
Die eigene Versuchseinrichtung Split-Hopkinson-Bar wird künftig die Laborausstattung ergänzen und ermöglicht die Ermittlung hochdynamischer Materialparameter für die Entwicklung von Materialmodellen zur numerischen Simulation.
In Kooperation des Instituts für Mechanik und Statik mit dem Institut für Werkstoffe des Bauwesens wurde die Fähigkeit der Computertomographie (CT) eingebunden. Mit dem vorhandenen Micro-CT kann das Innere eines Probekörpers zum Beispiel nach einer hochdynamischen Beanspruchung betrachtet werden. Absicht ist es, eine genauere Beschreibung der Wirkung von hochdynamischer Beanspruchung auf ein Material zu ermöglichen, damit eine der Realität näher kommende Materialmodellierung für Simulationen erreicht wird.
Für die Aufnahme von Objekten zur Zustandserfassung und für die Erstellung von 3D-Modellen zur weiteren Bearbeitung kann ein Flugsystem als Sensorträger engesetzt werden. Dazu kommt im Labor das Flugsystem Falcon 8 von Ascending Technologies der Intel Deutschland GmbH zum Einsatz.

Stand: Juli 2017