Heft 89/2012

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie



Heft 89/2012

HINZ, Silvia Arabella

Ganzheitliches Wertschöpfungsmodell der Waldflurbereinigung und deren Effizienzsteigerung

Dissertation
XVI, 257 S.

Auflage:  350

ISSN:  0173 - 1009

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
 


 


Vollständiger Abdruck der von der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften der Universität der Bundeswehr München zur Erlangung des akademischen Grades eines

Doktors der Ingenieurwissenschaften (Dr.-Ing.)

genehmigten Dissertation.

Promotionsausschuss  
Vorsitzender: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Otto Heunecke
1. Berichterstatter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Thiemann
2. Berichterstatter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Winrich Voß,
Leibniz Universität Hannover

Die Dissertation wurde am 30.07.2012 bei der Universität der Bundeswehr München eingereicht und durch die Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften am 08.08.2012 angenommen. Die mündliche Prüfung fand am 31.10.2012 statt.

Neubiberg, den 6. November 2012
 



Inhaltsverzeichnis

Danksagung  
Inhaltsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis X
Abbildungsverzeichnis XII
Abkürzungsverzeichnis XVI
 
1  Einleitung 1
    1.1  Problemstellung 1
    1.2  Forschungsansätze zur Waldflurbereinigung 2
    1.3  Aktueller Forschungsbedarf zur Wertschöpfung über
           Waldflurbereinigung
6
    1.4  Zielsetzung und Vorgehensweise 8
 
2  Die Forstwirtschaftliche Situation in Deutschland und in
    den Bundesländern

10
    2.1  Zusammenfassende Darstellung der Situation in
           Deutschland

11
           2.1.1  Verteilung der Waldflächen 11
           2.1.2  Waldflächenanteil an den Landesflächen 12
           2.1.3  Die natürlichen Waldgesellschaften 13
                     2.1.3.1  Buchenwaldstandorte 13
                     2.1.3.2  Eichenwaldstandorte 14
                     2.1.3.3  Nadelwaldstandorte 14
                     2.1.3.4  Standorte wassergeprägter und sonstiger
                                  Waldgesellschaften

15
           2.1.4  Vorherrschende Bestockungstypen 15
           2.1.5  Waldrandlänge 16
           2.1.6  Waldbesitzverteilung in Deutschland 16
           2.1.7  Bewirtschaftungseinheiten des Waldbesitzes 17
           2.1.8  Holzvorräte der Eigentumsarten 18
           2.1.9  Nutzungsintensität in den Waldeigentumsformen 19
    2.2  Forstwirtschaftliche Situation in ausgewählten Bundesländern 20
           2.2.1  Forstwirtschaftliche Situation in Bayern 20
                     2.2.1.1  Wald- und Baumartenverteilung 20
                     2.2.1.2  Waldeigentumsstruktur 21
                     2.2.1.3  Forstliche Strukturprobleme des Privatwaldes 22
           2.2.2  Forstwirtschaftliche Situation in Baden-Württemberg 23
                     2.2.2.1  Wald- und Baumartenverteilung                     23
                     2.2.2.2  Waldeigentumsstruktur 24
                     2.2.2.3  Forstliche Strukturprobleme des Privatwaldes 25
           2.2.3  Forstwirtschaftliche Situation in Niedersachsen 25
                     2.2.3.1  Wald- und Baumartenverteilung 25
                     2.2.3.2  Waldeigentumsstruktur 26
                     2.2.3.3  Forstliche Strukturprobleme des Privatwaldes 27
           2.2.4  Forstwirtschaftliche Situation in Nordrhein-Westfalen 28
                     2.2.4.1  Wald- und Baumartenverteilung 28
                     2.2.4.2  Waldeigentumsstruktur 28
                     2.2.4.3  Forstliche Strukturprobleme des Privatwaldes 29
           2.2.5  Forstwirtschaftliche Situation in Rheinland-Pfalz 30
                     2.2.5.1  Wald- und Baumartenverteilung 30
                     2.2.5.2  Waldeigentumsstruktur 31
                     2.2.5.3  Forstliche Strukturprobleme des Privatwaldes 32
           2.2.6  Überblick über Eigentums- und Waldstruktur in allen
                     Bundesländern

32
    2.3  Waldflurbereinigungen zur Behebung der Strukturmängel 36
           2.3.1  Flurbereinigungsbedürftigkeit von Waldflächen 36
           2.3.2  Sondervorschriften der Waldflurbereinigung 37
    2.4  Waldflurbereinigung in den Bundesländern 39
           2.4.1    Baden-Württemberg 40
           2.4.2    Bayern 40
           2.4.3    Brandenburg 41
           2.4.4    Hessen 41
           2.4.5    Mecklenburg-Vorpommern 41
           2.4.6    Niedersachsen 42
           2.4.7    Nordrhein-Westfalen 42
           2.4.8    Rheinland-Pfalz 43
           2.4.9    Saarland 43
           2.4.10  Sachsen 44
           2.4.11  Sachsen-Anhalt 44
           2.4.12  Schleswig-Holstein 45
           2.4.13  Thüringen 45
           2.4.14  Schlussfolgerungen 46
 
3  Die Leistung der Waldflurbereinigung 47
    3.1  Forstlicher Wegebau als Grundlage einer nachhaltigen
           Forstwirtschaft

49
           3.1.1    Senkung der Rückekosten durch die optimale Wege-
                       dichte

50
           3.1.2    Reduzierung der Anfahrtszeiten 54
           3.1.3    Grundlage für die Verbesserung des Waldzustandes 54
           3.1.4    Minimierung der Bodenverdichtung 56
           3.1.5    Regulierung des Wasserregimes 57
           3.1.6    Vorbeugung von Waldbrand und Kalamitäten 58
           3.1.7    Schaffung von Holzlagerplätzen 59
           3.1.8    Verbesserung der Arbeitssicherheit und Reduzierung
                       der Unfallhäufigkeit

60
           3.1.9    Verkehrsunfallprävention durch Wegeverlegung -
                       Äußere Erschließung

62
           3.1.10  Steigerung der Attraktivität des Waldes für Erholungs-
                       suchende

62
    3.2  Arrondierung zur betriebswirtschaftlichen und rechtlichen
           Verbesserung

65
           3.2.1    Verbesserung der Grundstücksstruktur 65
           3.2.2    Bildung größerer Holzlose 70
           3.2.3    Reduzierung der Umzäunungskosten 71
           3.2.4    Reduzierung der Grundstücksrandeffekte 72
           3.2.5    Verbesserung der Auffindbarkeit und des Liegen-
                       schaftskatasters

73
           3.2.6    Reduzierung des Verwaltungsaufwands bei der
                       Führung des Grundbuchs

76
           3.2.7    Sicherung der Holzbodenwerte 76
           3.2.8    Auflösung von Erbengemeinschaften 76
           3.2.9    Verbesserung der Beratung und Betreuung 77
           3.2.10  Anregung des Grundstücksmarkts 78
    3.3  Motivation der Eigentümer, Umsetzungen zur Landentwicklung 78
           3.3.1    Steigerung der Holznutzung 79
           3.3.2    Sicherung und Schaffung ortsgebundener Arbeits-
                       plätze

79
           3.3.3    Sicherung inländischer Rohstoffversorgung 81
           3.3.4    Anlage von Erholungseinrichtungen 81
           3.3.5    Waldrandaufbau für Artenvielfalt und Bestandsschutz 82
           3.3.6    Entwicklung von Biotopverbund 83
           3.3.7    Sicherung ökologisch bedeutsamer Gebiete 84
           3.3.8    Lenkung der Aufforstung 87
           3.3.9    Offenhaltung der Kulturlandschaft 88
           3.3.10  Sicherung von Kulturdenkmälern 88
           3.3.11  Beitrag zum Klimaschutz 90
           3.3.12  Entwicklung der Energieversorgung 91
    3.4  Fazit 91
 
4  Wertschöpfung durch Waldflurbereinigung 93
    4.1  Ermittlung von Nutzwerten und Wirkungen in Flurbereini-
           gungsverfahren

93
    4.2  Wirkungen, Nutzen und Kosten des Waldflurbereinigungs-
           verfahrens U-O-R

95
           4.2.1  Ergebnisse des Flurbereinigungsverfahrens U-O-R 96
           4.2.2  Ergebnisse des Teilgebiets Oberalpfen 99
           4.2.3  Kosten-Nutzen-Analyse des Teilgebiets Oberalpfen 100
                     4.2.3.1  Wahl des Zinsfußes 100
                     4.2.3.2  Berechnung der Kosten 100
                     4.2.3.3  Berechnung des Nutzens für den Waldeigen-
                                  tümer

101
                                  4.2.3.3.1  Steigerung des Rohholzertrages 101
                                  4.2.3.3.2  Bildung marktgerechter Holzpreise 102
                                  4.2.3.3.3  Reduzierung der Rückekosten 103
                                  4.2.3.3.4  Verkürzung der Anfahrtszeiten 103
                                  4.2.3.3.5  Sicherung der Grenzverhältnisse 104
                     4.2.3.4  Nutzen für die Forstwirtschaft 104
                     4.2.3.5  Nutzen für die Volkswirtschaft 104
           4.2.4  Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse des Teilgebiets
                     Oberalpfen

105
                     4.2.4.1  Monetär nicht berücksichtigte Wirkungen für
                                  den Waldeigentümer

106
                     4.2.4.2  Monetär nicht berücksichtigte Wirkungen für
                                  die Forstverwaltung

106
                     4.2.4.3  Monetär nicht berücksichtigte Wirkungen für
                                  die Volkswirtschaft

106
                     4.2.4.4  Monetär nicht berücksichtigte Wirkungen für
                                  die Regionalentwicklung

107
           4.2.5  Bewertung der Ergebnisse durch Klare (2006) 107
           4.2.6  Bewertung der Ergebnisse durch Oberholzer (1997) 108
    4.3  Vorgehensweise in der Wertschöpfungsanalyse nach BMS
           Consulting (2007)

109
    4.4  Anwendung der Wertschöpfungsanalyse 112
           4.4.1  Auswertung der Waldflurbereinigung Hinterhausen-
                     Büdesheim

113
                     4.4.1.1  Berechnung der Verfahrenskosten 113
                     4.4.1.2  Berechnung der Ausführungskosten 114
                     4.4.1.3  Berechnung der Wirkungen -
                                  Nutzen für die Waldeigentümer

114
                                  4.4.1.3.1  Jährlicher Bewirtschaftungsvorteil
                                                  der Forstwirtschaft

114
                                  4.4.1.3.2  Einmalige Erhöhung des Boden-
                                                  wertes

115
                                  4.4.1.3.3  Jährliche Bewirtschaftungsvorteile
                                                  durch Wegenetzverbesserung

115
                                  4.4.1.3.4  Gebühreneinsparungen bei
                                                  Grundstückstransaktionen

116
                     4.4.1.4  Berechnung der Wirkungen -
                                  Nutzen für die Allgemeinheit

116
                                  4.4.1.4.1  Vorteile durch Verbesserung des
                                                  regionalen Wegenetzes

116
                                  4.4.1.4.2  Verbesserung der regionalen
                                                  Rad- und Wanderwege

117
                                  4.4.1.4.3  Erschließungsfunktion des
                                                  regionalen Wegenetzes

117
                                  4.4.1.4.4  Einkommens- und Beschäftigungs-
                                                  effekt aus baulichen Investitionen

117
                                  4.4.1.4.5  Erhaltung der Kulturlandschaft
                                                  und des Landschaftsbildes

118
                                  4.4.1.4.6  Einmalige Verbesserung des Liegen-
                                                  schaftskatasters

119
                     4.4.1.5  Nutzen für die öffentliche Verwaltung 120
                                  4.4.1.5.1  Verringerung der Verwaltungskosten
                                                  im Kataster-/Grundbuchamt

120
                                  4.4.1.5.1  Kostenersparnisse bei der Unter-
                                                  haltung des Waldwegenetzes

120
                     4.4.1.6  Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse 121
           4.4.2  Auswertung der Waldflurbereinigung Lissingen 121
                     4.4.2.1  Berechnung der Verfahrenskosten 122
                     4.4.2.2  Berechnung der Ausführungskosten 122
                     4.4.2.3  Berechnung der Wirkungen 122
                     4.4.2.4  Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse 124
           4.4.3  Auswertung der Waldflurbereinigung Birresborn 124
                     4.4.3.1  Berechnung der Verfahrenskosten 124
                     4.4.3.2  Berechnung der Ausführungskosten 125
                     4.4.3.3  Berechnung der Wirkungen 125
                     4.4.3.4  Ergebnis der Kosten-Nutzen-Analyse 127
           4.4.4  Zusammenfassung der Berechnungen 127
    4.5  Auswertung von Teilnehmerbefragungen von Waldflur-
           bereinigungen

128
           4.5.1  Auswertung der Teilnehmerbefragung der Waldflur-
                     bereinigung Adenau

128
                     4.5.1.1  Kenndaten des Verfahrens Adenau-Hersch-
                                  broich-Leimbach

128
                     4.5.1.2  Auswahl und Befragung der Teilnehmer 129
                     4.5.1.3  Einschätzung der Wirkung aus Sicht des Wald-
                                  bauvereins

129
           4.5.2  Auswertung der Teilnehmerbefragung der Waldflur-
                     bereinigung Birresborn

130
                     4.5.2.1  Kenndaten des Verfahrens Birresborn und
                                  Auswahl der Teilnehmer

130
                     4.5.2.2  Einschätzung der Wirkung aus Sicht des Forst-
                                  amtsleiters

130
                     4.5.2.3  Einschätzung der Wirkung aus Sicht des
                                  Privatwaldbetreuers

131
           4.5.3  Auswertung der Fragebögen 132
                     4.5.3.1  Bedeutung der verschiedenen Waldfunk-
                                  tionen für die Befragten

133
                     4.5.3.2  Änderung von Waldfunktionen nach der Wald-
                                  flurbereinigung

134
                     4.5.3.3  Änderungen in der Bewirtschaftung nach der
                                  Waldflurbereinigung

135
                     4.5.3.4  Wichtigkeit der verschiedenen Maßnahmen
                                  des Verfahrens

136
                     4.5.3.5  Einschätzung der Wirkung des Verfahrens 137
                     4.5.3.6  Zunahme der Teitinvestition nach der Flur-
                                  bereinigung

138
                     4.5.3.7  Zunahme an Weiterbildungen / Bewirtschaf-
                                  tungskooperationen

138
           4.5.4  Schlussfolgerung 139
    4.6  Ergebnis des Experteninterviews mit Waldbetreuern 140
    4.7  Vorschläge zur Berechnung der Wertschöpfungen der Wald-
           flurbereinigung

148
           4.7.1    Steigerung der Holznutzung 149
           4.7.2    Bildung größerer Holzlose 150
           4.7.3    Senkung der Rückekosten 150
           4.7.4    Reduzierung der Anfahrtszeiten 151
           4.7.5    Reduzierung der Fußwegzeiten (Vorbeugung von
                       Waldbrand, Kalamitäten)

151
           4.7.6    Verbesserung der Holzertragsqualität durch Zusam-
                       menlegung

151
           4.7.7    Reduzierung der Grundstücksrandeffekte 153
           4.7.8    Verbesserung des Waldzustandes durch Erstdurch-
                       forstung

154
           4.7.9    Schaffung von Holzlagerplätzen 154
           4.7.10  Reduzierung der Umzäunungskosten 154
           4.7.11  Verbesserung der Auffindbarkeit und des Liegen-
                       schaftskatasters

155
           4.7.12  Verringerung von Verwaltungsaufwand bei der
                       Führung des Grundbuches

156
           4.7.13  Sicherung der Holzbodenwerte 157
           4.7.14  Effizientere Beratung, Wissens- und Motivations-
                       gewinn durch Fortbildung

159
           4.7.15  Auflösung von Erbengemeinschaften 159
           4.7.16  Anregung des Grundstückmarkts 160
           4.7.17  Steigerung der Attraktivität des Waldes für Erholungs-
                       suchende

161
           4.7.18  Anlage von Erholungseinrichtungen 161
           4.7.19  Offenhaltung und Aufwertung der regionalen Kultur-
                       landschaft

162
           4.7.20  Sicherung von Kulturdenkmälern 163
           4.7.21  Beitrag zum Klimaschutz 166
           4.7.22  Waldrandaufbau für Artenvielfalt und Bestands-
                       schutz

167
           4.7.23  Sicherung ökologisch wertvoller Gebiete 169
           4.7.24  Entwicklung von Biotopverbund 169
           4.7.25  Lenkung der Aufforstung 171
           4.7.26  Minimierung der Bodenverdichtung 172
           4.7.27  Regulierung des Wasserregimes 173
           4.7.28  Sicherung und Schaffung ortsgebundener Arbeits-
                       plätze

174
           4.7.29  Sicherung inländischer Rohstoffversorgung 174
           4.7.30  Entwicklung der Energieversorgung (Windenergie) 175
           4.7.31  Verbesserung der Arbeitssicherheit und Reduzierung
                       der Unfallhäufigkeit

176
           4.7.32  Prävention von Verkehrsunfällen durch Wegever-
                       legung

177
    4.8  Anwendung des neuen Wertschöpfungsmodells 179
           4.8.1  Ganzheitliche Wertschöpfungsberechnung
                     Verfahren Hinterhausen-Büdesheim

181
           4.8.2  Ganzheitliche Wertschöpfungsberechnung
                     Verfahren Lissingen

182
           4.8.3  Ganzheitliche Wertschöpfungsberechnung
                     Verfahren Birresborn

183
           4.8.4  Zusammenfassende Bewertung der Wertschöpfungs-
                     berechnungen

184
    4.9  Gewichtung der Leistungen nach ihrer Bedeutung für die
           Wertschöpfung

185
           4.9.1  Wirkungstreiber im sozialen Bereich 187
           4.9.2  Wirkungstreiber im touristischen Bereich 188
           4.9.3  Wirkungstreiber im ökonomischen Bereich 188
           4.9.4  Wirkungstreiber im eigentumssichernden Bereich 188
           4.9.5  Wirkungstreiber im naturschutzfachlichen Bereich 189
    4.10  Variationen der Berechnungsansätze der 32 Wertschöp-
             fungsbereiche der Waldflurbereinigung für die Anwen-
             dung in allen deutschen Bundesländern


189
             4.10.1    Steigerung der Holznutzung 189
             4.10.2    Bildung größerer Holzlose 190
             4.10.3    Senkung der Rückekosten 190
             4.10.4    Reduzierung der Anfahrtszeiten 190
             4.10.5    Reduzierung der Fußwegzeiten 190
             4.10.6    Mehr Waldbaumöglichkeiten durch Zusammen-
                           legung (Bestandsqualität)

191
             4.10.7    Reduzierung der Grundstücksrandeffekte 191
             4.10.8    Verbesserung des Waldzustandes 191
             4.10.9    Erhöhung der Transporteffizienz 192
             4.10.10  Reduzierung der Umzäunungskosten 192
             4.10.11  Verbesserung der Auffindbarkeit und des Liegen-
                           schaftskatasters

192
             4.10.12  Verringerung von Verwaltungsaufwand bei der
                           Grundbuchführung

193
             4.10.13  Sicherung der Holzbodenwerte 193
             4.10.14  Effizientere Beratung, Wissens- und Motivations-
                           gewinn durch Fortbildung

193
             4.10.15  Ermittlung von Erbengemeinschaften 193
             4.10.16  Kostenersparnis bei Landabfindungsverzicht 194
             4.10.17  Steigerung der Attraktivität des Waldes für
                           Erholungssuchende

194
             4.10.18  Anlage von Erholungseinrichtungen 194
             4.10.19  Offenhaltung und Aufwertung der regionalen
                           Kulturlandschaft

195
             4.10.20  Sicherung von Kulturdenkmälern 195
             4.10.21  Beitrag zum Klimaschutz 195
             4.10.22  Waldrandaufbau für Artenvielfalt und Bestands-
                           schutz

195
             4.10.23  Sicherung ökologisch wertvoller Gebiete 196
             4.10.24  Entwicklung von Biotopverbund 196
             4.10.25  Lenkung der Aufforstung 197
             4.10.26  Minimierung der Bodenverdichtung 197
             4.10.27  Regulierung des Wasserregimes 197
             4.10.28  Sicherung und Schaffung ortsgebundener Arbeits-
                           plätze durch Wegebau

198
             4.10.29  Sicherung inländischer Rohstoffversorgung 198
             4.10.30  Entwicklung der Energieversorgung durch Wind-
                           energie

198
             4.10.31  Verbesserung der Arbeitssicherheit und Redu-
                           zierung der Unfallhäufigkeit

199
             4.10.32  Prävention von Verkehrsunfällen durch Wege-
                           verlegung

199
             4.10.33  Zusammenfassung der Variationen 199
    4.11  Zusammenfassung und Fazit 201
 
5  Effizienzsteigerung des Waldflurbereinigungsverfahrens 203
    5.1  Vereinfachung und Beschleunigung durch Wahl der Verfah-
           rensart nach FlurbG

203
    5.2  Zerlegung des Verfahrens in Ausbau- und Neugestaltungs-
           abschnitte

205
    5.3  Effizienzsteigerung bei der technischen Bearbeitung der
           Waldflurbereinigung

209
           5.3.1  Minimierung des Aufwands für die Herstellung der
                     Verfahrensgrenze

210
           5.3.2  Neue Ansätze zur Punktfestlegung in Waldflurbereini-
                     gungsverfahren

213
           5.3.3  Verzicht auf Abmarkung von Grenzen 217
    5.4  Ansätze zur Reduzierung des Aufwands bei der Bewertung
           der Holzbestände

220
    5.5  Verknüpfung der Flurbereinigung mit FWZ 223
    5.6  Zuteilung nach Eigentümerzielsetzungen 227
    5.7  Zukunftsfähige Waldbewirtschaftung (Forschungsprojekt) 230
 
Zusammenfassung 231
 
Literaturverzeichnis 233
 
Anhang 255
 

 

Zusammenfassung

Der deutsche Privatwald wird von der Struktur des Kleinprivatwalds dominiert, die in weiten Teilen eine nachhaltige, ertragsorientierte Bewirtschaftung nicht zulässt. Das hohe Wertschöpfungspotenzial des Clusters Forst, Holz und Papier, die gestiegene Holznachfrage, die Inwertsetzung des ländlichen Raums und Anpassungsstrategien an den Klimawandel machen es dringend erforderlich, die Strukturen für eine zukünftige Nutzung neu zu gestalten und zur Beseitigung der Bewirtschaftungshindernisse die wirksamsten Instrumente einzusetzen. Es war das Ziel dieser Arbeit, Möglichkeiten und Wertschöpfungspotenziale der Waldflurbereinigung zu untersuchen und herauszuarbeiten, dass die Flurbereinigung von Waldflächen ein besonders geeignetes Instrument zur Aktivierung einer nachhaltigen Forstwirtschaft im Kleinprivatwald ist.

Die Untersuchung der Wirkungsbreite der Waldflurbereinigung führte zu einer Identifizierung von 32 Wirkungsfeldern, die durch Waldflurbereinigungsverfahren positiv verändert werden können. Diese erstmalige Zusammenstellung aller denkbaren Leistungsbereiche der Waldflurbereinigung ermöglichte eine umfassende und komplette Bewertung der Leistungen dieses Instrumentes. Die Einteilung der Wirkungsfelder in fünf Wertschöpfungsbereiche zeigte deutlich, dass die weitschichtige Wirkungsbreite der Waldflurbereinigung die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte des Wirtschafts- und Lebensraums Wald gleichberechtigt stärkt.

Die Auseinandersetzung mit dem erstmals vor 27 Jahren berechneten Nutzen eines Waldflurbereinigungsverfahrens zeigte, dass eine Mischung aus monetär tangiblen Bewertungen und vom Text her überzeugenden, aber nicht in die Rechnung einfließenden intangiblen, beschreibenden Bewertungen zu einer drastischen Unterbewertung des Waldflurbereinigungsverfahrens führte und schon damals der Realität nicht gerecht wurde. Die bereits mit mehr tangiblen Ansätzen von BMS Consulting (2007) entworfene Wirkungsanalyse für Flurbereinigungsverfahren hatte auf drei in Rheinland-Pfalz gelegene Waldflurbereinigungsverfahren angewendet, ein durchschnittliches Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,9 : 1 zum Ergebnis. Da aber auch bei dieser umfassenden Berechnung einige intangible Nutzwerte nicht monetarisiert waren, wurde eine vollständige Neugestaltung der Bewertungsmethode erforderlich.

Um den realen Nutzen der Waldflurbereinigung abzubilden, wurden alle 32 identifizierten Leistungsbereiche in vergleichbarer Weise quantifiziert. Auch die bisher als intangibel eingestuften Leistungen erhielten einen monetären Wert. Um diese schwierige Aufgabe zu erfüllen, wurden verschiedenartige Bewertungsmethoden aus anderen Wissenschafts- und Untersuchungsbereichen, wie zum Beispiel die Zahlungsbereitschaftsanalyse oder die Ermittlung von Ersatzpreisen, auf die Leistungsbewertung der Waldflurbereinigung übertragen. Die Anwendung des neuen ganzheitlichen Wertschöpfungsmodells auf die drei zuvor schon bewerteten Waldflurbereinigungsverfahren ergab ein durchschnittliches Nutzen-Kosten-Verhältnis von 16 : 1 bzw. eine Wertschöpfung von 16.000 € je ha Waldflurbereinigungsfläche. Da der allgemein bekannt hohe und weit ausstrahlende Nutzen der Holzmobilisierung für die Wertschöpfungskette des Clusters Forst, Holz und Papier die anderen Nutzwerte weit übertrifft, wurde zusätzlich als regionale Wertschöpfung ein Wertschöpfungsmodell ohne die Wertschöpfungskette des Clusters Forst, Holz und Papier mit einem durchschnittlichen Nutzen-Kosten- Verhältnis von 6 : 1 berechnet.

Neben der Rohstoffversorgung des Clusters Forst, Holz und Papier konnten sieben weitere Nutzentreiber identifiziert werden, die einen überdurchschnittlich hohen Nutzen erbringen. Im betriebswirtschaftlichen Bereich bringt die Steigerung der Holznutzung die größten Vorteile; im Bereich Eigentums- und Rechtssicherheit ist die Verbesserung der Auffindbarkeit und die Sicherung des Bodenwerts besonders bedeutend; im touristisch-kulturellen Bereich ist die Erholungsnutzung wichtigster Nutzentreiber; im Bereich Natur-, Klima- und Landschaftsschutz ist die Erhaltung der Wälder von herausragender Bedeutung und im sozialen Bereich ist die höhere Arbeitssicherheit und eventuell die Entwicklung von Windenergiestandorten besonders vorteilhaft. Es fanden sich in allen fünf gesellschaftspolitischen Wirkungsbereichen Nutzentreiber, die durch Setzung von entsprechenden Verfahrensschwerpunkten deutlich gesteigert werden können. Daraus lässt sich folgern, dass jeder Wirkungsbereich für sich alleine Aufwand und Kosten eines Waldflurbereinigungssverfahrens rechtfertigt.

Das anhand der rheinland-pfälzischen Gegebenheiten entwickelte ganzheitliche Wertschöpfungsmodell wurde (für einen Leistungsvergleich nach Art. 91 d GG als Basis der Arbeit einer Sonderarbeitsgruppe Leistungsvergleich der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung) so überarbeitet und angepasst, dass es nun deutschlandweit auf alle zukünftigen und anhängigen Waldflurbereinigungsverfahren angewendet werden kann. Die entworfenen Variationen der 32 Wertschöpfungsbereiche geben die Möglichkeit, verschiedene Ausgangssituationen von Waldflurbereinigungsverfahren bei den Berechnungen des Leistungsvergleiches zu berücksichtigen.

Eine Teilnehmerbefragung von Eigentümern von mehr als 200 ha Wald im untersuchten rheinland-pfälzischen Waldgebiet bestätigt durch die hohe Zufriedenheit und eigene Einschätzung der Waldeigentümer die Ansätze und Ergebnisse der berechneten Wertschöpfungen. In einem Experteninterview wurden die Vorteile der Waldflurbereinigung diskutiert. Dabei wurde herausgearbeitet, dass nicht nur der Nutzen, sondern auch die Kosten der Waldflurbereinigungsverfahren optimiert werden müssen. Ergebnis waren verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten der technischen und planerischen Verfahrensabläufe, die teilweise schon in Bayern und Rheinland-Pfalz in Erprobung sind. Bereits die bisher erzielten Ergebnisse in Rheinland-Pfalz zeigen, dass sowohl die Laufzeiten der Verfahren als auch die Ausführungs- und Verfahrenskosten der Waldflurbereinigung deutlich reduziert werden können.

Abschließend wurden Überlegungen für eine optimale Verknüpfung von Waldflurbereinigung und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen skizziert. Es wurde festgestellt, dass in dem wenig erforschten Schnittstellenbereich „Flurbereinigung von Waldflächen“ und dem gesellschaftlich sehr bedeutenden Bereich „Waldnutzung und -erhaltung“ weiterer Forschungsbedarf besteht. Die wesentlichen Ansätze laufender Forschungsprojekte wurden abschließend aufgezeigt.
 


 
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