Brunner-Luedecke Kapitel 5

Schriftenreihe


des Instituts für Geodäsie

 

Heft 88/2012
 


 
Übung für die Antarktis  -

Wilhelm Filchners Vorexpedition nach Spitzbergen im Jahr 1910

Ein Beitrag zur Expeditionskartographie

Kurt BRUNNER / Cornelia LÜDECKE

In: LÜDECKE, Cornelia / BRUNNER, Kurt (Hrsg.) [2012]:
Von A(ltenburg) bis Z(eppelin).
Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914.
100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg.

Tagungsband der Tagung 2011 des Fachausschusses Geschichte der Meteorologie der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und des Arbeitskreises Geschichte der Polarforschung der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung, Naturkundliches Museum Mauritianum, Altenburg, 24.-25. September 2011.
Redaktion: Cornelia LÜDECKE, Uwe G. F. KLEIM.
Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie der Universität der Bundeswehr München, Heft 88, Neubiberg, S. 69-76.

 


 

5.  Gletscherkartierungen auf Spitzbergen

Zur Expeditionskartographie sind auch die Gletscherkartierungen unter Expeditionsbedingungen mittels terrestrischer Photogrammetrie zu zählen. Wiederholungsmessungen sind dabei ein wichtiges Forschungsmittel für Glaziologie und Klimatologie. Solche Gletscherkartierungen erfolgten auf Spitzbergen mehrmals; hier ist vor allem auf jene hinzuweisen, die der österreichische Topograph und Kartograph WOLFGANG PILLEWIZER (1911-1999) auf drei Forschungsreisen durchführte:

Neben der angegeben Primärliteratur finden sich in Brunner [1996] Gesamtzusammenstellungen zu diesen Gletscherkarten. Bemerkenswert ist, dass für den Gänsegletscher (Goose Glacier, Gasbre) am Hornsund im Südwesten Spitzbergens bereits drei Gletscherstände in Karten dokumentiert sind:

  • 1899
    Karte mit dem Gänsegletscher im Maßstab 1:50.000 in einer Kartierung von DE GEER und NATHORST während der russisch-schwedischen Gradmessungs-Expedition von 1899/1900,
  • 1938
    Gletscherkarte „Der Gänsegletscher im Hornsund, Spitzbergen“ im Maßstab 1:25.000,
  • 1990
    Karte „Gasbreen 1990“ im Maßstab 1.25.000 [Schöner/Schöner, 1996].

Eine erste Kartierung der Gletscher im Hornsund erfolgte bereits 1872, als während der österreichisch-ungarischen Polarexpedition, die zur Entdeckung des Franz-Josef-Landes führte, das Begleitschiff „Isbjörn“ im Sommer 1872 im Hornsund ankerte. Die „Isbjörn“ hatte vorwiegend Versorgungsaufgaben für diese Nordpolarfahrt; der Aufenthalt im Hornsund wurde zu Kartierungsarbeiten genutzt, die zur Bearbeitung der Karte „Skizze des Horn-Sundes …“, Maßstab ca. 1:200.000 führte, die 1874 in den „Mittheilungen aus Justus Perthes Geographischer Anstalt“ veröffentlicht wurde [Brunner, 1996; Petermann, 1874].

 


 

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