Brunner-Luedecke Kapitel 1

Schriftenreihe


des Instituts für Geodäsie

 

Heft 88/2012
 


 
Übung für die Antarktis  -

Wilhelm Filchners Vorexpedition nach Spitzbergen im Jahr 1910

Ein Beitrag zur Expeditionskartographie

Kurt BRUNNER / Cornelia LÜDECKE

In: LÜDECKE, Cornelia / BRUNNER, Kurt (Hrsg.) [2012]:
Von A(ltenburg) bis Z(eppelin).
Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914.
100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg.

Tagungsband der Tagung 2011 des Fachausschusses Geschichte der Meteorologie der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und des Arbeitskreises Geschichte der Polarforschung der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung, Naturkundliches Museum Mauritianum, Altenburg, 24.-25. September 2011.
Redaktion: Cornelia LÜDECKE, Uwe G. F. KLEIM.
Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie der Universität der Bundeswehr München, Heft 88, Neubiberg, S. 69-76.

 


 

1.  Einleitung

Nachdem der bayerische Offizier WILHELM FILCHNER (1877-1957) erfolgreich eine Expedition durch China und Tibet (1903-1905) geleitet hatte, ließ er sich als Trigonometer und Topograph im Preußischen Generalstab in Berlin ausbilden [Filchner, 1950, S. 94 ff.]. Sein nächstes Forschungsziel sollte die Antarktis sein, insbesondere die Erforschung des Zusammenhanges zwischen der Westantarktis mit der Antarktischen Halbinsel und der Ostantarktis, die den Hauptanteil des Kontinents darstellt [Filchner, 1910; Lüdecke, 2004].

Durch den Verkauf des Polarforschungsschiffes „Gauß“, das der Ersten Deutschen Südpolarexpedition 1901-1903 gedient hatte, musste sich FILCHNER für die Zweite Deutsche Antarktisexpedition (1911-1912) nach einem anderen Expeditionsschiff umsehen [Lüdecke, 2003]. In Norwegen fand er schließlich die 1905 gebaute Bark „Björn“, die jedoch für die wissenschaftlichen Zwecke der Expedition erst noch angepasst werden musste [Filchner, 1922]. Als die Umbauarbeiten aber nur langsam vorwärts gingen, entschloss sich FILCHNER kurzfristig zu einer Vorexpedition nach Spitzbergen, um einerseits die in Polargebieten noch völlig unerfahrenen Wissenschaftler zu trainieren und um andererseits Messinstrumente und Ausrüstung zu erproben [Filchner/Seelheim, 1911; Philipp, 1914]. Auf Anraten des Spitzbergenkenners GERARD DE GEER (1858-1943) kam als Übungsgelände die bis dahin unbegangene West-Ost-Passage von der Advent Bay am Eisfjord (Isfjorden) zur Mohn Bay am Hayesgletscher im Nordwesten des Storfjorden in Frage. Wissenschaftliches Ziel war die topographische Aufnahme und anschließende Kartenbearbeitung dieser noch unbekannten Region.

 


 

Zusammenfassung
Summary
 
Gliederung Kapitel 2

 


 

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