Van der Grintens Erdabbildungen in Weltatlanten

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 87/2012


 
Van der Grintens Erdabbildungen in Weltatlanten

Siegmund SCHULZ
 

In: BEINEKE, Dieter / HEUNECKE, Otto / HORST, Thomas / KLEIM, Uwe G. F. (Hrsg.) [2012]:
Festschrift für Univ.-Prof. Dr.-Ing. Kurt Brunner anlässlich des Ausscheidens aus dem aktiven Dienst.
Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie der Universität der Bundeswehr München, Heft 87, Neubiberg, S. 213-222.
 



Zusammenfassung

Für die Abbildung der Erde in zusammenhängender Form wurden früher in Weltatlanten überwiegend Planigloben verwendet; heute sind es überwiegend Planisphären. Zahlreiche Netzentwürfe – es mögen weit mehr als 100 sein – liegen vor, die zumeist nach ihren Entwicklern benannt wurden. Der deutsch-amerikanische Kartograph ALPHONS J. VAN DER GRINTEN (1854-1921) hat vier Kartennetzentwürfe geschaffen. Drei Entwürfe stellen die Erde in einem Kreis dar (I bis III); einer wird als „apfelförmig“ bezeichnet (IV). Bekannt geworden ist die Van der Grinten-I-Projektion durch Weltkarten, die u. a. in Veröffentlichungen der National Geographic Society in den Jahren 1922 bis 1988 publiziert wurden. In aktuellen Weltatlanten ist die originäre Van der Grinten-Abbildung nur selten anzutreffen. Seit 2002 verwendet der zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Wissen Media Verlag, Gütersloh/München, eine modifizierte Version des Van der Grinten-I-Netzes. Aus dem punktförmigen Nord- und Südpol des Originals werden durch eine sog. Reduktion der geographischen Breiten nunmehr gekrümmte Pollinien; je stärker der Faktor (< 1) von 1 abweicht, desto größer wird der Radius der Pollinien, die jedoch im Normalfall in der Praxis bei einer Weltkarte „abgeschnitten“ werden. Im Gegensatz zum Original kommt die modifizierte Van der Grinten-Projektion in zahlreichen Weltatlanten des Wissen Media Verlages zum Einsatz.
 



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