Lokale Geoidbestimmung im Inntal-Netz

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 60-1 / 2000


 
Lokale Geoidbestimmung im Inntal-Netz

Klaus KRACK / Bernd SCHERER
 

In: CASPARY, Wilhelm / HEISTER, Hansbert / SCHÖDLBAUER, Albert / WELSCH, Walter (Hrsg.) [2000]:
25 Jahre Institut für Geodäsie.
Teil 1:  Wissenschaftliche Beiträge und Berichte.

Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation der Universität der Bundeswehr München, Heft 60-1, Neubiberg, S. 281-303.
 



Zusammenfassung

Die lokale Geoidbestimmung im Inntal hat zum Ziel, für ein begrenztes Messgebiet GPS-bestimmte, geometrisch definierte ellipsodische Höhenunterschiede Δh mit dem realen Schwerefeld zu verknüpfen. Dazu werden zwischen ausgewählten Stützpunkten des GPS-Netzes zusätzliche schwerefeldgebundene Beobachtungen durchgeführt wie Nivellements, Schweremessungen und astro-geodätische Ortsbestimmungen (Position und Richtung). Damit ergeben sich punktweise gewonnene Aussagen über den Geoidverlauf relativ zur Fläche des Bezugsellipsoids. Anschließend wird versucht, durch geeignete Modelle den Geoidverlauf durch eine Flächenfunktion zu beschreiben.

Im Inntal-Netz der Universität der Bundeswehr München, das sich am Alpenrand in einer Zone signifikanter Geoidänderungen befindet, wird zum einen durch ein einfaches Polynommodell (deterministische Prädiktion) und zum anderen durch einen strengen Ausgleichungsansatz unter Verwendung sämtlicher verfügbarer Beobachtungen der Geoidverlauf dargestellt. Die erzielten Ergebnisse werden mit der deutschlandweiten Quasigeoiddarstellung EGG97 verglichen.

Eine besondere Beachtung bei der Geoidbestimmung muß der orthometrischen Korrektur ΔE als Resultat der Nichtparallelität der Niveauflächen im realen Schwerefeld zukommen. Es zeigt sich, daß die zugrundeliegende Dichtehypothese die Genauigkeit der Geoidbestimmung kaum negativ beeinflußt.

Die realisitische Modellierung des Geoidverlaufs hängt entscheidend von der Auswahl und Anzahl der GPS-tauglichen Stützpunkte ab. Es muß festgestellt werden, daß gerade im Übergang zwischen Flachland und Gebirge die Stützpunktdichte zu gering ist, da durch die topographischen Gegebenheiten GPS-Beobachtungen dort nur eingeschränkt möglich sind.
 



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