Zur Analyse geodätischer Zeitreihen

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 60-1 / 2000


 
Zur Analyse geodätischer Zeitreihen

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wilhelm CASPARY
 

In: CASPARY, Wilhelm / HEISTER, Hansbert / SCHÖDLBAUER, Albert / WELSCH, Walter (Hrsg.) [2000]:
25 Jahre Institut für Geodäsie.
Teil 1:  Wissenschaftliche Beiträge und Berichte.

Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation der Universität der Bundeswehr München, Heft 60-1, Neubiberg, S. 1-26.
 



Zusammenfassung

Moderne Entwicklungen in der Sensorik und der Datenverarbeitung ermöglichen es dem Geodäten heute, zeitvariable Objektverformungen durch kontinuierliche Beobachtungen zu erfassen. Die dabei entstehenden Zeitreihen werden mit statistischen Methoden analysiert, um das Verformungsverhalten zu modellieren, Ursache-Wirkung Zusammenhänge aufzudecken und zukünftige Objektdeformationen zu prognostizieren.

Die statistischen Verfahren im Zeitbereich ermöglichen eine Trennung von deterministischen und stochastischen Objektverformungen. Als deterministisches Modell wird häufig ein Polynom gewählt, dem sich zyklische Effekte überlagern. Durch lineare Filter kann der stochastische Anteil unterdrückt oder der Trend eliminiert werden.

Die Transformation der Zeitreihe in den Frequenzbereich erleichtert die Aufdeckung zyklischer Erscheinungen. Die stochastische Struktur der Zeitreihe wird durch die Schätzung von Autokovarianzen erfaßt und durch ARMA-Modelle approximiert.

An einem Beispiel für Deformationsmessungen wird die Vorgehensweise der Zeitreihenanalyse gezeigt und demonstriert, dass wegen der zahlreichen Ausreisser die Schätzung der Modellparameter stes mit robusten Methoden erfolgen sollte.
 



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