Heft 57/1997

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie


 
Heft 57/1997

OBERHOLZER, Gustav

Ländliche Kulturgeschichte und Landentwicklung
Teil II

183 S.

Auflage:  450

ISSN:  0173-1009

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zusammenfassung

 


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 3
 
1. Einleitung 5
 
2.  Ländliche Museen als Museen der Ökologie und
     Ländlichen Kultur
     -  Gestaltung und Verbund  -


7
 
3.  Der Schneiderhof in Endenburg-Kirchhausen 29
     3.1  Konzeption für ein Museum der Schwarzwälder
            Hausbrennerei 1992

31
            -  Nachtrag 1996 86
     3.2  Seminare über Schwarzwälder Edelbrände 96
     3.3  Unsere gefährdeten Haustierrassen 100
 
4.  Der Resenhof in Bernau 110
     4.1  Unsere traditionelle bäuerliche Küche 111
     4.2  Das alte Brauchtum 116
 
5.  Das Heimatmuseum Görwihl 122
     5.1  Zur Geschichte der Hotzenwälder Tracht 123
 
6.  Vorschläge und Konzeptionen für weitere Museen 132
     6.1  Die Katasterurmessung und die Flurbereinigung 133
     6.2  Hauszeichen und Hausnamen 135
     6.3  Unsere Bienen 140
     6.4  Tiere des Waldes 143
     6.5  Zur Kulturgeschichte der Vogelhaltung und -zucht
            wie auch des Vogelfangs

147
     6.6  Konzeption für ein Markgräfler Weinmuseum 165
 
7.  Zusammenfassung und Schlußwort 183
 

 
Vorwort

Teil II der "Ländlichen Kulturgeschichte und Landentwicklung" führt die in Teil I aufgezeigten Bemühungen um die Erhaltung des ländlichen Kulturgutes durch Museen weiter. Es hat sich herausgestellt, daß diese Bemühungen einen langfristigen Prozeß darstellen, ausgehend von ersten Denkanstößen über immer wieder neue Ideen bis hin zu deren Verwirklichung, verbunden oft mit einer gewissen Ernüchterung, wenn Ideen in Realitäten umgesetzt werden sollen. Das prinzipiell Wichtige bei der Landentwicklung ist jedoch, daß dabei nicht nur gedacht und geschrieben wird - das wäre nicht so schwierig -, sondern daß dabei die Ideen auch verwirklicht werden müssen; und das ist meist mit Hürden und Widerständen verbunden. Es braucht zu deren Überwindung einen langen Atem, Durchhaltevermögen und Überzeugungskraft!

Diese Schrift richtet sich an alle, die sich die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes zur Aufgabe gemacht haben, und vor allem an diejenigen, die dabei das kulturelle Erbe für die Nachkommenden bewahren wollen. Gerade in einer Zeit des starken Umbruchs aller Lebensbereiche ist die Rückbesinnung besonders wichtig, damit wir sehen, wo wir stehen und wohin wir gehen!

In Teil II werden erstens einmal einige grundsätzliche Gedanken zur Aufgabe und Gestaltung ländlicher Museen entwickelt und zweitens an einer Reihe von Beispielen Sachbereiche der ländlichen Kultur, die in Museen dargestellt werden können, aufgezeigt. Dabei fließen bisherige, nun über 20jährige Erfahrungen mit ein. Es werden vor allem aber Vorschläge und Konzeptionen vorgestellt, die zum Teil schon verwirklicht sind, zum Teil aber auch noch darauf warten. Es ist sozusagen ein Werkstatt-Heft eines Landentwicklungsingenieurs, der im Gebiet des südlichen Schwarzwaldes tätig ist, und zwar eines seiner vielen Werkstatt-Hefte, denn die Entwicklung des ländlichen Raumes umfaßt viele Arbeitsfelder.

Mein Dank gilt all denjenigen, die mitgeholfen haben, unsere gemeinsamen Gedanken zu entwickeln und zu verwirklichen, d.h. die ländliche Kultur des südlichen Schwarzwaldes in Form von Museumsgründungen und -weiterentwicklungen zu fördern. Daß es für uns alle ein inneres Anliegen ist, zeigt sich darin, daß wir die Freizeit dafür verwenden, in der Hoffnung, etwas Bleibendes und Wertvolles für künftige Generationen zu schaffen!

München, im Winter 1997

G. Oberholzer
 


 

Zusammenfassung und Schlußwort

Teil II der "Ländlichen Kulturgeschichte und Landentwicklung" führt die in Teil I vorgestellten Gedanken und Beispiele zum Themenbereich "Ländliche Museen" weiter. Nach grundsätzlichen Überlegungen zu ländlichen Museen der Ökologie und ländlichen Kultur, in denen die Partizipation der Bürger, die Einbeziehung von Natur und Landschaft sowie der Verbund der Museen angesprochen wird, folgen Sachgebiete, die vor allem für ländliche Museen des südlichen Schwarzwaldes interessant und attraktiv sind. Schwerpunkte dabei bilden: die Schwarzwälder Hausbrennerei, die Trachtengeschichte, der frühe Vogelfang und die Vogelzucht sowie die Konzeption für ein Markgräfler Weinmuseum. Es wird jedoch auch eine Reihe anderer Vorschläge vorgestellt, so zum Beispiel über die gefährdeten Haustierrassen, die Bienen, die Tiere des Waldes und die traditionelle bäuerliche Küche.

Heft II bietet sozusagen einen Einblick in das Werkstatt-Heft eines Landentwicklungsingenieurs, der sowohl Anregungen geben will wie auch deren Verwirklichung im Auge haben muß. Sein Ziel ist es, den ländlichen Raum als eigenständige Einheit, auch in kultureller Hinsicht, zu entwickeln und seine endogenen Kräfte zu fördern. Da dies ein langfristiger Prozeß ist, wird das für das Gebiet des Südschwarzwaldes initiierte sozialempirische Experiment "Förderung der ländlichen Kultur durch Gründung, Weiterentwicklung und Verbund ländlicher Museen" ein Projekt mit offenem Ausgang bleiben - es sind dynamische Kräfte, vor allem auch personeller und finanzieller Art, die hier am Werke sind. Der "Schwung" ist an einem Ort stärker, am anderen wiederum schwächer, und so läuft dieser Prozeß mit recht unterschiedlichen "Geschwindigkeiten".

Mit dem Ende des 20. Jahrhunderts stehen wir inmitten eines großen Wandels aller Lebensbereiche unserer Gesellschaft. Deshalb ist der Rückblick immer wieder notwendig, denn nur wer weiß, woher er kommt, weiß auch, wo er steht!

Das gemeinsamen Bemühen, die kulturellen Wurzeln der Vergangenheit zu erhalten, sie aber auch einzubringen in die neuen Lebensnotwendigkeiten, wird weiterhin ein wichtiges Anliegen der Landentwicklung bleiben! Möge dieses Heft einen Beitrag dazu leisten!
 


 
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