Überlegungen zur Anlage und Auswertung kleinräumiger Ingenieurnetze mit Hilfe des GPS

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 45/1993


 
Überlegungen zur Anlage und Auswertung
kleinräumiger Ingenieurnetze mit Hilfe des GPS

Rolf HOLLMANN
 

In: INSTITUT FÜR GEODÄSIE (Hrsg.) [1993]:
Das Global Positioning System im praktischen Einsatz der Landes- und Ingenieurvermessung. Beiträge zum Geodätischen Seminar, 12.-14. Mai 1993.
Schriftenreihe des Studiengangs Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München, Heft 45, Neubiberg, S. 107-138.
 



Zusammenfassung

Die Grundsätze zur Planung und Anlage von GPS-Netzen unterscheiden sich nicht unerheblich von den Grundsätzen zur Konzeption konventioneller geodätischer Netze. So ist z.B. die aus topographischen Gründen oft nur mit großem Aufwand zu erfüllende Bedingung nach Sichtverbindung zwischen benachbarten Festpunkten völlig entfallen. Als meßtechnisches Auswahlkriterium der Punkte ist dafür die Bedingung der Radiosichtbarkeit der Satelliten getreten. Diese ist aber weitaus weniger als jene von topographischen Gegebenheiten abhängig. Es liegt auf der Hand, daß die veränderten Aufnahmestrategien neue Überlegungen zur Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit des Aufnahmeverfahrens notwendig machen. Auch die Auswertung erfordert einen Wechsel in der Methodik: die Verarbeitung der eigentlichen Meßdaten (Phasenmessungen) wird komplexen Softwarepaketen übertragen, die im Interesse einer möglichst einfachen Bediener-Oberfläche dem Anwender nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten erlauben. Demgegenüber erfordert die Weiterverarbeitung der Daten (Umwandlung erdfester geozentrischer Koordinaten in anwender-definierte Systeme) detaillierte Kenntnisse der verwendeten Bezugssysteme. In dem Beitrag werden Planungskriterien für GPS-Messungen diskutiert, Meßanordnungen für Beobachtungen im Rapid-Static Mode vorgestellt und die für Ingenieurnetze adäquaten Strategien zur Weiterverarbeitung der GPS-Koordinaten erläutert.
 



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