Satellitentechniken zur Bestimmung globaler Plattenbewegungen

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 39/1989


 
Satellitentechniken zur Bestimmung
globaler Plattenbewegungen

Peter SCHWINTZER
 

In: KERSTING, Norbert / WELSCH, Walter (Hrsg.) [1989]:
Rezente Krustenbewegungen. Seminar, 8.-9. Juni 1989.
Schriftenreihe des Studiengangs Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München, Heft 39, Neubiberg, S. 51-71.
 



Zusammenfassung

Der Satellit LAGEOS, seit nunmehr 12 Jahren auf seiner Bahn, stellt in Verbindung mit den weltweit operierenden Laserbeobachtungsstationen ein Vermessungssystem dar, mit dem die geologisch nachgewiesenen und quantifizierten Lithosphärenplattenbewegungen nahezu, gemessen an geologischen Zeiträumen, 'real time' geodätisch bestimmt werden können. Dieser Beitrag beschreibt den Weg von den Ausgangsdaten, den Entfernungen zwischen Bodenstation und Satellit, über die globale dynamische Prozessierung aller im Zeitraum 1980 bis 1986 gesammelten Daten bis hin zu den Ergebnissen für die geodynamischen Parameter, den relativen horizontalen Bewegungsraten zwischen Stationspaaren. Die Bewegungsraten betragen bis zu 15 cm/Jahr (z.B. pazifische Platte gegenüber indisch/australische Platte). Der Vergleich der am Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut (DGFI), Abt. I in München gewonnenen geodätischen Ergebnisse (Zeitbasis 101 Jahre) mit geologischen, plattentektonischen Modellen (Zeitbasis 107 Jahre) läßt generell, abgesehen von den Verbindungslinien zwischen dem nordamerikanischen und dem europäischen Kontinent, eine gute Übereinstimmung erkennen. Die tlw. noch inkonsistenten Ergebnisse und mittlerweile verfügbare verbesserte Auswertemodelle veranlaßten das DGFI, mit der systematischen Neuprozessierung des vorhandenen Datenmaterials zu beginnen.
 



zurück zur Übersicht des Heftes 39