Beobachtung und Analyse eines aktuellen Riftereignisses in Nordost-Island

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 39/1989


 
Beobachtung und Analyse
eines aktuellen Riftereignisses in Nordost-Island
mittels geodätischer Methoden

Bernhard RITTER
 

In: KERSTING, Norbert / WELSCH, Walter (Hrsg.) [1989]:
Rezente Krustenbewegungen. Seminar, 8.-9. Juni 1989.
Schriftenreihe des Studiengangs Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München, Heft 39, Neubiberg, S. 233-248.
 



Zusammenfassung

Eine außergewöhnliche Riftbildungsphase begann 1975 im Krafla-Gebiet in Nordost-Island und ist bis zur Gegenwart noch nicht abgeklungen. Die vulkanisch-tektonischen Ereignisse erfassen ein etwa 80 km langes Segmant entlang der Grenze der auseinanderdriftenden amerikanischen und eurasischen Lithosphärenplatten. Verschiedene geodätische Objektpunktfelder, die zur Erfassung sowohl von regionalen Deformationen in der neovulkanischen Zone als auch von lokalen Bewegungen in ausgeprägten Spaltenschwärmen angelegt wurden, dienten nach wiederholten Bestimmungen zur Beschreibung der Oberflächenbewegungen des Riftereignisses. Zwei unterschiedliche Phasen und Bewegungsvorgänge wurden analysiert: Eine Periode starker horizontaler Extensionen und Kompressionen mit Hauptrichtungen orthogonal zur Riftachse und eine zweite Periode der räumlichen Ausweitung der Dehnungszone bei vorherrschenden radialen Bewegungskomponenten zur Krafla Kaldera und schließlich eines starken Abklingens der Deformationen seit 1985.
 



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