Modellierung tektonischer Bewegungen im Mittelmeerraum

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 39/1989


 
Modellierung tektonischer Bewegungen
im Mittelmeerraum und ihre Beobachtung
im WEGENER-MEDLAS-Projekt

Erwin GEISS / Wilfried ELLMER
 

In: KERSTING, Norbert / WELSCH, Walter (Hrsg.) [1989]:
Rezente Krustenbewegungen. Seminar, 8.-9. Juni 1989.
Schriftenreihe des Studiengangs Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München, Heft 39, Neubiberg, S. 249-262.
 



Zusammenfassung

Die jüngere geologische Geschichte des mediterranen Raumes wird durch die Kollision der beiden Großplatten Eurasien und Afrika dominiert. Um die Bewegung einzelner Teile dieses Bereiches zu modellieren, wurden sogenannte Mikroplatten-Modelle entwickelt. Eine konsequente Anwendung dieses Konzeptes macht jedoch auch seine Nachteile deutlich, insbesondere für Gebiete, in denen "wohldefinierte" Plattengrenzen fehlen. Hierfür bieten sich kontinuumsmechanische Lösungsansätze als Alternative an, bei denen dem regional unterschiedlichen mechanischen Verhalten der Erdkruste Rechnung getragen werden kann. Vergleicht man die nach unterschiedlichen Modellen zu erwartenden jährlichen Entfernungsänderungen einzelner Basislinien, so wird deutlich, daß hochpräzise geodätische Messungen einen wichtigen Beitrag zur Beurteilung einzelner Modellvorstellungen liefern können. Hierzu werden seit 1985 verstärkt in diesem Raum Laser-Entfernungsmessungen nach Satelliten im Rahmen des WEGENER-MEDLAS-Projektes durchgeführt. In der ersten Hauptkampagne 1986/87 wurden insgesamt etwa 20 Punkte mit festen bzw. mobilen Systemen vermessen. Die anfallenden Daten werden - zusammen mit den weltweit gewonnenen Laserbeobachtungen - am DGFI als einem der Haupt-Analysezentren archiviert und ausgewertet. Zur Verdichtung in einem ausgewählten Gebiet hat das DGFI zusammen mit der Universität Bologna ein GPS-Meßnetz im Bereich Süditalien angelegt.
 



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