Heft 38-1/1990

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie


 
Heft 38-1/1990

SCHÖDLBAUER, Albert  [Herausgeber]

Moderne Verfahren der Landesvermessung
Teil I:  Global Positioning System
Beiträge zum 22. DVW-Seminar, 12.-14. April 1989

352 S.

Auflage:  650

ISSN:  0173-1009

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Herausgebers


 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort des Herausgebers 1
Inhaltsverzeichnis 5
Inhaltsverzeichnis Heft 38-2 7

Statusbericht, Grundlagen

11
Lohmar, Franz Josef
     Aktuelle Informationen aus dem GPS-Planungsbüro

13
Landau, Herbert
     Konzepte zur Auswertung von GPS-Observablen

21
Hartl, Philipp
     Stand und Entwicklung der GPS-Empfängertechnologie

51

Praktischer Einsatz, Perspektiven

65
Schödlbauer, Albert
     Einsatz des Global Positioning System zur Verdichtung
     des amtlichen trigonometrischen Festpunktfeldes


67
Augath, Wolfgang
     Perspektiven für den Einsatz des Global Positioning
     Systems im Lagefestpunktfeld


87
Schneider, Dieter
     Aufbau von GPS-Netzen in der Schweiz

109
Lindstrot, Walter
     Fünf Jahre GPS-Messungen im TP-Feld von Nordrhein-
     Westfalen


135
Gurtner, Werner
     Grundlagen und Perspektiven zur Errichtung von GPS-
     Tracking-Stationen und eines regionalen Bahndienstes


145

Kinematische und schnelle stationäre Verfahren

161
Dorrer, Egon / Hein, Günter W.
     Einsatz des GPS im kinematischen Modus zur Stützung
     photogrammetrischer Blöcke


163
Glasmacher, Hans / Krack, Klaus / Schödlbauer, Albert
     Schnelle Positionsbestimmung auf der Grundlage
     simultaner Messung von Pseudoentfernungen im
     Global Positioning System (GPS)



185

Ausgewählte Probleme

221
Oswald, Wolfgang / Welsch, Walter
     Zum Problem der Gewichtung von GPS-Beobachtungen
     für die Verdichtung hierarchischer Netze


223
Kistler, Erwin
     Konzept zur Fortführung geodätischer Netze

237
Hollmann, Rolf / Welsch, Walter
     Vergleichende Untersuchungen der Auswirkung von
     troposphärischen Korrektionen auf die Höhen-
     bestimmung mit GPS-Phasenmessungen



245
Schreiber, Rüdiger
     Numerische Untersuchungen zur Koordinatentrans-
     formation mit geozentrischen Datumsparametern


273

Spezielle Einsatzgebiete

289
Hein, Günter W.
     Bestimmung orthometrischer Höhen durch GPS und
     Schweredaten


291
Niemöller, Hans Georg
     glichkeiten der Azimutbestimmung im
     Global Positioning System


301
Behrens, Joachim
     glichkeiten des Einsatzes von GPS in der Wasser-
     und Schiffahrtsverwaltung


331
Reigber, Christoph / Lechner, Wolfgang
     Geodätische Aspekte des Precise Range and Range
     Rate Equipment 'PRARE'


345
 

 
Vorwort des Herausgebers

Im Zuge der rasanten technologischen Entwicklung der letzten Jahre, die alle Zweige des Vermessungswesens erfaßt hat, haben neue Beobachtungs- und Auswerteverfahren Einzug in die Praxis der Landesvermessung gehalten.

Von besonderer Bedeutung hat sich dabei das Global Positioning System (GPS) erwiesen, das im Begriff ist, die Methodik der Landesvermessung in revolutionärer Weise zu verändern. Das umwälzende Element liegt dabei sowohl in der grundlegend veränderten Aufnahmemethodik, deren hervorstehendes Merkmal darin besteht, daß zwischen den Festpunkten keine Sichtverbindung mehr erforderlich ist, als auch in einem neuen Modellansatz: Das klassische Modell der geodätischen Positionsbestimmung, in dem ein zweidimensionales Lage- und ein eindimensionales Höhenproblem nebeneinander und unabhängig voneinander zu lösen waren, wird durch ein ganzheitliches, dreidimensionales Modell abgelöst, das in weitergehender Art und Weise als das klassische Modell geeignet ist, die Erdoberfläche geodätisch zu beschreiben.

Das neue Meßsystem hat darüberhinaus neue Genauigkeitsmaßstäbe gesetzt, die sowohl mit Blick auf die Nachbarschaftsgenauigkeit, als auch und vor allem bei großräumiger Betrachtung, den Rahmen des bisher möglichen sprengen. Das GPS hat damit auch der allenthalben erhobenen Foderung neue Antrieb gegeben, das bis auf Quellen im 19. Jahrhundert zurückgehende Landevermessungswerk grundlegend zu erneuern. Ohne die großartige Leistung, die dieses Werk hat entstehen lassen, auch nur im geringsten schmälern zu wollen, muß nüchtern festgestellt werden, daß es partiell Mängel aufweist, die auf Dauer wohl nicht mehr tragbar sein werden. Unter diesen Mängeln sind vor allem die Netzspannungen in zahlreichen alten Netzteilen zu nennen, die von vielen mit höheren Ansprüchen als früher auftretenden und mit modernem Instrumentarium ausgerüsteten Nutzern zunehmend weniger toleriert werden können. Ein - jedenfalls aus heutiger Sicht in die Zukunft - grundlegender Mangel besteht ferner darin, daß in einem Europa, das im Begriff ist, seine Ländergrenzen aufzuheben, die Grenzen der geodätischen Bezugssysteme vorerst weiterbestehen und durch ihre trennende Wirkung einfachen Lösungen zahlreicher grenzüberschreitender Aufgabenstellungen mit Bezug zu Grund und Boden, etwa im Bereich des Umweltschutzes und des Verkehrs, im Wege stehen werden.

Das GPS bietet für den notwendigen Erneuerungsprozeß eine hervorragende Perspektive. In diese Sicht fügt sich widerspruchslos ein, daß auch das übrige geodätische Instrumentarium - Theodolite, Entfernungsmesser, Tachymeter, Vermessungskreisel, Nivelliere, elektronische Rechner - ein Niveau an Genauigkeit und Komfort erreicht hat, von dem aus ein neuer Qualitätsmaßstab weit in die Zukunft hineingetragen werden könnte.

Die Landesvermessung hat in Deutschland im Verlauf seiner bald zweihundertjährigen Geschichte schon mehrere tiefgreifende Wandlungen erfahren. Von besonderer Tragweite war dabei der in den zwanziger und dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts vollzogene Schritt, mit dem die vielen untereinander nicht kompatiblen geodätischen Bezugssysteme der deutschen Länder durch das das ganze Reichsgebiet überdeckende Gauß-Krüger-System ersetzt wurde. Dieser zweifellos unbequeme und im Detail auch schmerzhafte Eingriff hat ein Werk hervorgebracht, das dem Bedarf der Nutzer und dem Stand der Technik lange Zeit entsprach, und es besteht überhaupt kein Zweifel, daß der zu seinem Aufbau betriebene Aufwand volkswirtschaftlich längst amortisiert ist.

Die durch einen unbefriedigenden status quo gekennzeichnet Situation von damals hat viele Ähnlichkeiten mit der von heute: Ein nicht mehr befriedigender Genauigkeitsstandard und Kompatibilitätsprobleme an den inneren Grenzen. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß damals von Deutschland die Rede war und heute Europa Gegenstand der Diskussion ist. Es wäre zu wünschen, daß auch im Bereich des Vermessungswesens in die Zukunft Europas investiert wird.

Abschließend noch ein Wort zum Zustandekommen des Seminars, dessen Vorträge im vorliegenden und in einem weiteren Halbband dokumentiert sind: Der Veranstaltung gingen zunächst unabhängige Planungen der Professur für Allgemeine Geodäsie der Universität der Bundeswehr München, die der Unterzeichner innehat, und des Arbeitskreises 5 (AK 5) des Deutschen Vereins für Vermessungswesen (DVW) voraus. Die Zusammenfassung dieser Planungen erfolgte aufgrund einer Initiative des Obmanns des AK 5, Prof. Dr.-Ing. W. Caspary, der von den Vorbereitungen in beiden Bereichen Kenntnis hatte.

Diese Zusammenfassung der Aktivitäten hat es den Veranstaltern des Seminars leicht gemacht, qualifizierte Referenten zu gewinnen, über die Organe des DVW und der Universität der Bundeswehr München einen großen Interessenkreis anzusprechen und insgesamt ca. 160 Seminarteilnehmer zu gewinnen, die in angeregten Diskussionen wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Allen Referenten und Zuhörern, dem DVW und der Universität, sowie den Firmen, die zwei Tage lang ihre Produkte ausgestellt haben, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihre Unterstzützung gedankt.

Albert Schödlbauer
 



Im zweiten Halbband (Heft 38-2) werden die Themen Nivellement und Vermessungskreisel behandelt.
 


 
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