Topographisch-morphographische Untersuchung

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 24/1987


 
Topographisch-morphographische Untersuchung

Gustav NEUGEBAUER, München
 

In: NEUGEBAUER, Gustav (Hrsg.) [1987]:
BRENTA-MONOGRAPHIE.
Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Hochgebirgskartographie

mit Beiträgen von D. Beineke, H. C. Berann, W. de Concini, G. Hell, D. Herm, H. Immel, U. Kleim, G. Neugebauer, K. Ringle.
Schriftenreihe Studiengang Vermessungswesen, Universität der Bundeswehr München, Heft 24, Neubiberg, S. 63-91.
 



Hier ist die Aufgabe gestellt, die "Karte der Brentagruppe" von 1908/38 im Ausschnitt einer Kartenprobe 1:25.000 (siehe III/5 "Reprotechnische Anwendungen und Kartographische Bearbeitung", Karte 1 - Kartenprobe) in sechs besonders charakteristischen Auswahlgebieten auf ihre topographische und morphographische Qualität hin zu untersuchen. Die Untersuchung soll im graphisch-anschaulichen Vergleich zwischen der von L. Aegerter und H. Rohn im Auftrag des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV) geschaffenen Hochgebirgskarte der Brenta 1:25.000 und einer aerophotogrammetrischen Auswertung im Maßstab 1:10.000 (Präzisions-Stereokartierung) erfolgen. Im Vordergrund des Vergleiches steht die Felsregion. Sie ist der markanteste Teil der Topographie und gleichzeitig der schwierigste bei der kartographischen Wiedergabe.

Während es bei der topometrischen Genauigkeitsuntersuchung (siehe III/2 "Geometrisch-topometrische Genauigkeitsuntersuchung") darum geht, die absoluten Fehlergrößen koordinatenmäßig bestimmter, identischer Geländepunkte (vorwiegend Felspunkte) in Brentakarte und photogrammetrischer Stereokartierung zu ermitteln, geht es bei der topographisch-morphographischen Untersuchung um die augenfällige Darstellung von Lage- und Formdifferenzen identischer Linearstrukturen. Da diese Linearstrukturen zwei topometrisch verschiedenwertigen Kartengrundlagen angehören, welche durch lokales topographisches Einpassen zur bestmöglichen Deckung gebracht wurden, ergeben sich bei der Entnahme einzelner lagedifferenter Bezugspunkte relative Fehlergrößen. Beide Verfahren geben somit auf ihre Art einen Hinweis zur Genauigkeit und Richtigkeit der Aegerter/Rohn'schen "Karte der Brentagruppe".

Um den Doppelbegriff "topographisch-morphographisch" in der Anwendung zu spezifizieren, sei gesagt, daß ersterer auf Merkmale der Lage und Vollständigkeit topographischer Objekte Bezug nimmt, der zweite die Form der Darstellung im Auge hat.

Karte 1 zeigt die sechs Auswahl-Vergleichsgebiete als rot umgrenzte Vierecke auf der von 1:10.000 auf 1:25.000 verkleinerten Stereokartierung. In der Begrenzung entspricht sie dem Ausschnitt der Kartenprobe 1:25.000.

Karte 1:
Übersicht zur Lage der sechs topographisch-morphographischen Auswahl-Vergleichsgebiete (rot umrandet) im Maßstab 1:25.000 (Luftbild-Stereokartierung 1:10.000 verkleinert auf 1:25.000). Der schwarz begrenzte Ausschnitt entspricht dem der Kartenprobe der Brenta 1:25.000 mit einer Fläche von 25,5 qkm.
 



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