Inertialplattformen: Meßprinzip und geodätische Nutzung

Schriftenreihe
des Instituts für Geodäsie

Heft 22/1987


 
Inertialplattformen:
Meßprinzip und geodätische Nutzung

Wilhelm CASPARY
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg

 

In: CASPARY, Wilhelm / HEIN, Günter / SCHÖDLBAUER, Albert (Hrsg.) [1987]:
Beiträge zur Inertialgeodäsie
Geodätisches Seminar 25./26. September 1986

Schriftenreihe Studiengang Vermessungswesen, Universität der Bundeswehr München, Heft 22, Neubiberg, S. 7-22.
 



Zusammenfassung

Im Überblick werden die Entwicklungsstationen, die zur Inertialplattform geführt haben, beschrieben. Dabei werden insbesondere die Leistungen von BOYKOW (Wegemesser), REISCH (Schuler-Abstimmung), GIEVERS (Übergrundkompaß) und DRAPER (erster Prototyp) herausgestellt. Die erste Modifizierung zu einem PADS wurde von Litton im Auftrag der US-Artillery durchgeführt.

Auf der Grundlage der Newtonschen Axiome der Mechanik eines Massepunktes wird das Meßprinzip erläutert, wobei kurz auf die Wirkungsweise von Kreiseln und Beschleunigungsmessern eingegangen wird. Die Unterschiede im Aufbau und in der Orientierung der Plattformen werden beschrieben.

Als besonders wichtig werden die systematischen Fehler einschließlich der Maßnahmen zu ihrer Kontrolle bzw. Dämpfung herausgestellt, dabei werden die Schuler-Abstimmung, die Selbstkalibrierung, der Kalman-Filter mit regelmäßigen ZUPTS, der Abschlußfehlerabgleich und die Netzausgleichung erläutert.

Die beidseitig angeschlossene Traverse bildet das Basiselement aller Beobachtungspläne. Sie wird in Hin- und Rückweg möglichst gleichförmig abgefahren, wobei ein ZUPT-Intervall von drei Minuten eingehalten werden sollte.

Die Entwicklung einer neuen Generation von Plattformen unter Verwendung moderner Sensor- und Datentechnik könnte der Inertialgeodäsie neue Aufgabenbereiche erschließen und zu einer Steigerung der heute möglichen Genauigkeit von einigen Dezimetern bei der Positionsbestimmung führen.
 



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