Brueck

Untersuchung zur Standsicherheit beschädigter Brückenfundamente


Bei dem Forschungsvorhabens "Klassifi-zierung von Brücken", BMVg - Studien-auftrag NR. M/GSPO/Z0069/Z99694 (2001), geht es um die Einschätzung der Tragfähigkeit beschädigter Brückenbau-werke mit Hilfe einfach und schnell durchzuführender Erkundungsmaßnah-men.
Neben der statischen Betrachtung des Überbaus kommt bei der Einschätzung von Brückenbauwerken der Beurteilung der Gründungssituation besondere Be-deutung zu. Nicht nur deshalb, weil von der Tragfähigkeit des Untergrundes un-mittelbar die Standsicherheit des Bau-werks abhängt (die erdstatische Sicher-heit dürfte im allgemeinen bei unbe-schädigten Bauwerken gegeben sein), sondern vor allem auch, weil evtl. auftre-tende ungleich-mäßige Setzungen bzw. Schiefstell-ungen von großer Bedeutung für den Überbau sein können.
Will man eine Brücke, für die keine oder nur ungenügende Informationen vorlie-gen, hinsichtlich ihrer Gründungssituation einschätzen, so ist dies prinzipiell auf zweierlei Arten möglich. Zum einen kann dies über die Erkundung des Untergrun-des und der Fundamentart und -abmessung mit anschließender Berech-nung der Standsicherheit sowie der zu erwartenden  Setzungen erfolgen. Die er-
folgreiche Durchführung hängt hierbei stark von Genauigkeit und dem Umfang der durchgeführten Erkundungen ab. Um plausible Ergebnisse erzielen zu können, ist daher eine umfassende Untersuchung des Untergrundes hinsichtlich der Bo-denkennwerte und Schichtung, sowie die Ermittlung von Fundamenttyp und -abmessungen erforderlich. Ein derartiges Vor-gehen ist sehr arbeits- und zeitintensiv, weshalb diese Lösung für den vorliegenden Fall als ungeeignet eingestuft wird. Zu-dem wurde darauf hingewiesen, dass möglicherweise der Zugang zu den Gründungen zur Erkundung des Untergrundes wegen evtl. vorhandener Verminung nicht gegeben ist.
Die andere Möglichkeit, unbekannte Brückenbauwerke bezüglich der Gründung einzuschätzen zu können, ist die Durchfüh-rung von Probebelastungen über den entsprechenden Brückenfundamenten bzw. Brückenstützen mit anschließender Extra-polation der gewonnenen Wertepaare aus Last und Verschiebung zur Ermittlung der zu erwartenden Setzungen und Schief-stellungen unter Verkehrslasten sowie der Abschätzung der Bruchlast.
Eine derartige Vorgehensweise erlaubt, vor allem dann, wenn sie in Verbindung mit anderen Maßnahmen der Erkundung des Überbaus durchgeführt werden kann, eine sehr schnelle Aussage über die zu erwartenden Verschiebungen und die Be-lastbarkeit des Gründungsbauwerkes, da prinzipiell, sowohl auf die Untersuchung des Untergrundes, als auch auf die der Fundamentkonstruktion verzichtet werden kann.

Abschlussbericht: Feb. 2001, "Klassifizierung von Brücken - Abschätzung der Tragfähigkeit beschädigter Brückenfundamen-te aus Probebelastungen" BMVG - Studienauftrag NR. M/GSPO/Z0069/Z99694 (2001)

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