Siedlungen

Geowissenschaftliche Spitzbergen-Expedition (SPE) 1990-1992

Allgemeine Informationen über Spitzbergen

 


Siedlungen und Einwohner




 
Acht Ortschaften mit insgesamt fast 4.000 Einwohnern gibt es auf Spitzbergen. Außer Isfjord Radio verdanken alle Orte ihre Entstehung der Entdeckung von Steinkohlevorkommen. Den Inhalt des Spitzbergen-Vertrages von 1920, der neben der Unterstellung Spitzbergens unter norwegische Hoheit allen Unterzeichnerstaaten den Kohleabbau zusichert, nimmt außer Norwegen nur Russland (als Nachfolgestaat der Sowjetunion) wahr. Dies ist der Grund dafür, dass man auf Spitzbergen rein norwegische und rein russische Orte vorfindet.
 
Größter Ort und Verwaltungssitz ist Longyearbyen, das 1906 von dem Amerikaner John Munro Longyear gegründet und 1916 an Norwegen verkauft wurde.

Zweitgrößter Ort ist das 1912 von Holländern
Ny Alesund
 
Ny Ålesund
nördlichste Gemeinde der Welt
78°56'N
gegründete und 1920 von der Sowjetunion übernommene Barentsburg, gefolgt von dem russischen Pyramiden.

In dem bis 1962 noch fast 1.000 Einwohner zählenden Ny Ålesund leben jetzt nur noch rund 100 Wissenschaftler verschiedener Nationalitäten. Der Ort ist heute eine Forschungsstation des Norwegischen Polarinstituts (Norsk Polar Institutt, NPI) für Geophysik und Staellitenbeobachtung. Hier befindet sich seit 1991 auch die Karl-Koldewey-Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) zur Untersuchung der Ozonschicht über der Arktis.

Colesbukta und Grumantbyen sind russische Siedlungen, wovon allerdings Grumantbyen ebenso wie das ursprünglich schwedische, dann norwegische Svea nach der Schließung der Kohlengruben heute reine Geisterstädte sind.

Isfjord Radio ist die norwegische Wetter-, Funk- und Radarstation, die auch die Verbindung zu Schiffen und den zahlreichen Forschungsstationen auf Spitzbergen aufrecht erhält.

Siedlungen und Einwohnerzahlen
Spitzbergen
Vergleichswerte Bayern
Svalbard 3.850 Einw.
Bayern 10,9 Mill. Einw.
Longyearbyen 1.300 Einw.


Barentsburg 1.200 Einw.


Pyramiden  1.000 Einw.


Colesbukta 200 Einw.
   
Ny Ålesund
100 Einw.


Isfjord Radio
50 Einw.


Grumantbyen 0 Einw.
   
Svea 0 Einw.
   
Bevölkerungsdichte 0,06 Einw./qkm
Bevölkerungsdichte 156 Einw./qkm
 
Die angegebenen Einwohnerzahlen beziehen sich auf den Winter. In den Sommermonaten sinkt die Einwohnerzahl vor allem in Longyearbyen um zwei Drittel. Die Ursache hierfür ist, dass der Kohlenabbau nur im Winter, wenn das Erdreich gefroren ist, erfolgen kann. Im Sommer stehen die Stollen durch das Auftauen des Bodens unter Wasser, wodurch der Kohlenabbau unmöglich wird.
 
Orte
 
Spitzbergen - Siedlungen
© 1995 Kleim
 

 
 

 
Logo-KT

SPE Logo

Sponsoren

In Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Polar Institut (NPI), unterstützt vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF)