Heft 47

Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation
der Universität der Bundeswehr München

 


 

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Heft 47

Die Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete in der Flurbereinigung aus ökologischer und rechtlicher Sicht
Teil I: Renaturierungsleitbild, Naturschutzverfahren
Teil II: Planungsrechtliche Aspekte
Dissertation

Autor: K.-H. Thiemann

Universität der Bundeswehr München, Neubiberg, 1994
Teil I: XXXVI, 384 S.
Teil II: XXXVI, S. 385-572

Vollständiger Abdruck der von der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) genehmigten Dissertation.

Vorsitzender: Univ.-Prof. Dr.-Ing. E. Zepf
1. Berichterstatter: Univ.-Prof. Dr.-Ing. G. Oberholzer
2. Berichterstatter: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. J. H. Reichholf,
Zoologische Staatssamlung München
3. Berichterstatter: Univ.-Prof. Dr. jur. H. Dieterich, Uni Dortmund

Die Dissertation wurde am 04.09.1993 bei der Universität der Bundeswehr München,
D-8014 Neubiberg, Werner-Heisenberg-Weg 39, eingereicht.

Tag der mündlichen Prüfung: 21.02.1994

 


 

Inhalt

Teil I: Renaturierungsleitbild, Naturschutzverfahren

Einleitung

Verzeichnis der Tabellen

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Abkürzungen

Naturschutz und Landschaftspflege als Teil eines umfassenden Umweltschutzes

  • Begriffsbestimmung, Gliederung, Zielsetzung im Hinblick auf die Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete
    • Naturschutz
      • Artenschutz
      • Flächenschutz
    • Landschaftspflege
    • Grünordnung
    • Erholungswesen
  • Übergeordnete Naturschutz- und Landschaftspflegekonzepte in ihrer Bedeutung für die Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete
    • Definitionen zur Agrarlandschaft als Ökosystem-Komplex
    • Die verschiedenen Ökosystemtypen und ihre Belastbarkeit
      • Störung, Stabilität, Gleichgewicht, Regulation
      • Der Produktiv-Typ
      • Der Protektiv-Typ
      • Belastung und Belastbarkeit
    • Die Theorie der diffenrenzierten Bodennutzung als ökologisches Raumordnungskonzept
      • Groß- und kleinräumige Gliederung der Landschaften
        Ökosystemtypen
      • Abriß der theoretischen Grundlagen - Verknüpfung von Negentropie und Persistenz
      • Die Umsetzung der Theorie der differentierten Bodennutzung in die Praxis eines ökologischen Leitbildes
    • Das Konzept der "Integrierten Schutzgebiets- und Biotopverbundsysteme" als allgemeine Arten- und Biotopschutzstrategie
      • Repräsentative Schutzgebietssysteme
        • Überregionale Ebene: Internationale und nationale Schutzgebietssysteme
        • Regionale Ebene: Landesweite bzw. naturräumliche Schutzgebietssysteme
      • Biotopverbundsysteme
        • Lokale Ebene: Örtliche, vernetzte Biotopverbundsysteme
      • Allgemeine Aspekte der Realisierung
        Zweiphasenmodell der Schutzgebiets- und Biotopverbundsystemverwirklichung
    • Die bisherige Abschätzung der Mindestausstattung mit ökologischen Vorrangflächen
    • Rahmenbedingungen der Renaturierung intensiv genutzter Agrargebiete
      • Landschaftsentwicklung
      • Naturschutzstrategie
      • Naturraumunabhängigkeit
      • Flurform (Block- und Schlagstruktur)
        • Arbeitszeitbedarf - Schlaggröße
        • Arbeitszeitbedarf - Schlaglänge
        • Gesamtkosten - Schlagform
        • Ökonomisch-ökologische Feldform
      • Der Anteil verfügbarer Fläche (Extensivierungsspielraum) und ihre Nutzung für landschaftsökologische Zwecke
      • Fazit

Der Umfang des eigenständigen landschaftspflegerischen Gestaltungsauftrages der Flurbereinigung

  • Die rechtlichen Grundlagen der Flurbereinigung
    • Die materiellen Verfahrensgrundlagen nach §§ 1 und 37 Abs. 1, 2 FlurbG
    • Die Zuständigkeit der Flurbereinigungsbehörden nach §§ 2 und 37 Abs. 1, 2 FlurbG
  • Die Landschaftspflegemaßnahmen innerhalb der Flurbereinigung nach §§ 37, 39 und 40 FlurbG
    • Gemeinschaftliche Anlagen (§ 39 FlurbG)
    • Öffentliche Anlagen (§ 40 FlurbG)
  • Die Neugestaltung des Flurbereinigungsgebietes nach § 37 FlurbG
    • Das differenzierte Abwägungsgebot der Flurbereinigung nach § 37 Abs. 1 Satz 1 FlurbG
      • Die Neuordnungstätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit (qualifiziertes öffentliches Interesse)
      • Die Neuordnungstätigkeit im Interesse der Beteiligten sowie der allgemeinen Landeskultur und Landentwicklung
        • Das Abfindungsinteresse der einzelnen Teilnehmer nach § 44 FlurbG
        • Die Belange der originären Flurbereinigungs-Aufgaben gemäß § 37 Abs. 1 Satz 2-4 FlurbG
        • Die Wahrung der öffentlichen Interessen gemäß § 37 Abs. 2 FlurbG
      • Die Pflicht zur Beachtung der Landschaftsstruktur
        • Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach § 1 Abs 1 BNatSchG
        • Die Eingriffs- und Ausgleichsregelung gemäß § 8 BNatSchG
    • Die originären Flurbereinigungsmaßnahmen gemäß § 37 Abs. 1 Satz 2-4 FlurbG in Bezug auf die Vornahme von Landschaftspflegemaßnahmen
  • Der landespflegerische Gestaltungsauftrag in den verschiedenen Verfahrensarten
    • Das Regelverfahren nach §§ 1, 4 und 37 FlurbG
      • Die Flurbereinigungsaufgaben nach § 1 FlurbG
        • Die Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft gemäß § 1 Alternative 1 FlurbG
        • Die Förderung der Landentwicklung gemäß § 1 Alternative 3 FlurbG
        • Die Förderung der allgemeinen Landeskultur gemäß § 1 Alternative 2 FlurbG
          • Der heutige Inhalt des Begriffes "allgemeine Landeskultur"
          • Das bisherige Verständnis des Begriffes der "Förderung" in § 1 Alternative 2 u. 3 FlurbG
          • Die Flurbereinigung als Maßnahme der Agrarstrukturverbesserung nach dem GemAgrG
          • Der Begriff der Agrarstrukturverbesserung gemäß dem GemAgrG
          • Die Flurbereinigung als umfassende Agrarstrukturverbesserung nach dem FlurbG
          • Landeskultur = Agrarstrukturverbesserung und Landschaftspflege
          • Förderung der Landeskultur = Verbesserung der Agrarstruktur und Unterstützung der darüber hinausgehenden Landentwicklung
          • Fazit
    • Die Sonderverfahren gemäß § 86, §§ 87 ff., §§ 91 ff. und §§ 103a ff. FlurbG
      • Die vereinfachten Flurbereinigungsverfahren gemäß § 86 Abs. 1 Satz 1 Alternative 1-3 und § 86 Abs. 3 FlurbG
        • Das Verfahren nach § 86 Abs. 1 Satz 1 Alternative 1 FlurbG zur Beseitigung unternehmensbedingter landeskultureller Nachteile
        • Das Verfahren nach § 86 Abs. 1 Satz 1 Alternative 2 zur Ermöglichung der Durchführung von städtebaulichen Maßnahmen
        • Verfahren zur Ermöglichung der Durchführung von notwendigen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege oder der Gestaltung des Orts- und Landschaftsbildes
          • Die Entstehungsgeschichte von § 86 Abs. 1 Satz 1 Alternative 3 FlurbG
          • Der differenzierte Förderungsbegriff des FlurbG in Bezug auf die Fachplanung "Naturschutz & Erholung"
          • Umsetzung "notwendiger" Maßnahmen des Nazurhaushaltsschutzes im Flurbereinigungsverfahren (Notwendigkeitserfordernis)
        • Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren nach § 86 Abs. 3 FlurbG
      • Die Unternehmensverfahren gemäß § 87 Abs. 1 und § 90 FlurbG
        • Die Unternehmensflurbereinigung gemäß § 87 Abs. 1 Satz 1 FlurbG zum Vollzug einer Enteignung
          • Die Unternehmensflurbereinigung zum Vollzug einer Enteignung zur Verwirklichung eines Landschaftsplanes gemäß § 6 BNatSchG
          • Die Unternehmensflurbereinigung zum Vollzug einer Enteignung zur Verwirklichung von Infrastrukturmaßnahmen
        • Verteilung des Landverlusts einer bergrechtlichen Grundabtretung auf einen größeren Eigentümerkreis gemäß § 90 FlurbG
      • Die beschleunigten Zusammenlegungsverfahren (BZV) gemäß §§ 91 ff. FlurbG, d.h. Verfahren zur
        • Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft
        • Ermöglichung von notwendigen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege
          • Das Antragsrecht der Naturschutzbehörden nach § 93 Abs. 1 Satz 2 FlurbG
          • Das Teilnehmerinteresse bei Naturschutzverfahren nach § 93 Abs 1 Satz 2 FlurbG
          • Die Darstellung der Landschaftspflegemaßnahmen im Zusammenlegungsplan gemäß § 97 Satz 5 FlurbG
      • Der freiwillige Landtausch (FLT) nach §§ 103a ff. FlurbG
        • Gesetzgebungsintension
        • Maßnahmenbefugnis nach § 103e FlurbG
    • Zusammenfassende Darstellung des landespflegerischen Gestaltungsauftrages der Flurbereinigung in den verschiedenen Verfahrensarten
      • Verfahren mit vorrangig landespflegerischer Zielsetzung
        naturschutzbezogene Bodenordnungsverfahren nach dem FlurbG
      • Verfahren mit primär anderer Zweckbestimmung
      • Kombinierte Verfahren
        • Gleichartige Verfahren
          • Die Regelverfahren nach § 1 FlurbG
          • Die vereinfachten Verfahren nach § 86 Abs. 1 FlurbG
        • Ungleichartige Verfahren
  • Die Erforderlichkeit und das Beteiligteninteresse nach § 4 FlurbG als Anordnungsvoraussetzung einer Regelflurbereinigung zur Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete
    • Die Anordnungsvoraussetzung der "Erforderlichkeit" gemäß § 4 FlurbG
    • Die Anordnungsvoraussetzung des Beteiligteninteresses gemäß § 4 FlurbG
  • Die Flächenbereitstellung und Eigentumsgewährleistung in den Verfahren nach § 1 und § 86 Abs. 1 FlurbG
    • Die Auflösung des Bodennutzungskonfliktes "Naturschutz und Eigentumsschutz"
    • Die Flächenbereitstellung nach §§ 39, 40 und 52 in den Verfahren nach § 1 und § 86 Abs. 1 FlurbG
      • Biotopverbundflächen als gemeinschaftliche Anlagen nach § 39 FlurbG
      • Die Flächenbereitstellung für Biotopverbundflächen nach § 40 FlurbG
  • Der Planungscharakter der Flurbereinigungsplanung gemäß §§ 5, 38, 41 und 58 FlurbG
    • Der integrierende Planungsansatz der Flurbereinigung
    • Die konzentrierte Feststellungsbefugnis nach § 41 Abs. 3 und 4 FlurbG - gemeinschaftliche und öffentliche Anlagen
      • Gemeinschaftliche Anlagen im Sinne von § 41 FlurbG
      • Öffentliche Anlagen im Sinne des Planes nach § 41 FlurbG
    • Mangelnde landschaftsökologische Planungsparameter
      Leitbildkonzeption

Die landschaftsstrukturelle Mindestausstattung der intensiv genutzten Agrargebiete aus biologisch-ökologischer Sicht (Leitbildkonzeption)

  • Zur Aufbereitung der landschaftsökologischen Daten in praxisorientierte Planungsparameter
    • Blick in das Schrifttum der Biotopstrukturen
    • Das ökologisch-faunistische Renaturierungsleitbild im Zielsystem der Landespflege
    • Analytisch-experimenteller Forschungsansatz - Modellkonstruktion
    • Deduktiv-hypothetischer Ansatz - Indikatoren
      • Das Rebhuhn als Indikatorart der Agrarlandschaft: Ableitung von Planungsparametern
    • Beschreibend-registrierender Ansatz - beobachtendes Forschen
  • Das charakteristische Biotopinventar der gegliederten Agrarlandschaft
  • Anforderungen an Dimensionen und Strukturen der Biotope in der Agrarlandschaft aus ökologisch-faunistischer Sicht
    • Zur Methodik der ökologisch-faunistischen Untersuchung
    • Die Invertebratenfauna: Bedeutung und Funktion der ökologischen Vorrangflächen (ÖV)
      • Die Veränderung der Invertebratenfauna der intensiv genutzten Ackerökosysteme
        • Carabiden als integrierende Bioindikatoren
        • Der Arten- und Individuenrückgang in den Ackerökosystemen
          • Die vier Hauptackerökosysteme
          • Die quantitative Veränderung der Fauna
          • Die qualitative Veränderung der Fauna
          • Beispiele
        • Konsequenzen für den Biotopverbund in der Agrarlandschaft
          Ausgleich anthropogener Nutzungsbelastungen
      • Hecken und Feldgehölze (Flurgehölze)
        • Flurgehölze als Sonderform der Saumbiozönose
        • Allgemeine Kennzeichen ihrer Invertebratenfauna am Beispiel der Wallhecken
        • Die Invertebratenfauna der Flurgehölze als Funktion ihrer inneren und äußeren Struktur
          • Die innere Struktur
            • Flurgehölzalter
            • Gehölzaltersmischung
            • Pflegezustand
            • Hauptgehölzarten und Gehölzartenzahl
            • Zusatzstrukturelemente
          • Die Heckenbreite (b)
            • Lebensraumfunktion
            • Ausgleichsfunktion
          • Die Heckenlänge (l)
          • Die Feldgehölzgröße (F)
          • Verbund und Vernetzung der Flurgehölze
            • Der aktionsareal-orientierte Ansatz
            • Der ausbreitungsökologische Ansatz
            • Fazit
        • Die Bedeutung der Flurgehölze für die Invertebratenfauna der Agrarflur
          • Die Sommergesellschaft
            • Breite Hecken und Feldgehölze
              • Nahrungsraum
              • Reservoir, Refugial- und Schutzraum
            • Schmale Hecken und Gebüsche
            • Knicks und Wallhecken
          • Die Wintergesellschaft
      • Die ökologische Umgestaltung der Fließgewässer - Rückbau der Bäche und Gräben
        • Die Charakteristika der Fließgewässerbiozönosen als Vorgaben der Renaturierungsplanung der Bäche und Gräben in der Agrarlandschaft
        • Die wasserbaulichen Rahmenbedingungen des Rückbaues der Fließgewässer in intensiv genutzten Agrargebieten zur Erfüllung der ökologischen und ökonomischen Nutzungsansprüche
          • Die bauliche Funktion
          • Die entwässerungstechnische Funktion
          • Die hydraulische Funktion
        • Renaturierungskonzepte
          • Uferstreifen
            • Biotopfunktion
            • Gewässerökologische Funktion
            • Gewässerschützende Funktion
            • Ästhetisch-soziale Funktion
            • Fazit
          • Rückbau der Bäche
            • Linienführung im Grundriß
              • Selbstreinigungskraft
              • Erosionsschutz
              • Biotopvielfalt
            • Querschnittgestaltung
          • Rückbau der Vorfluter und Gräber
            • Linienführung im Grundriß
            • Querschnittgestaltung
      • Kleingewässer: Tümpel, Kleinweiher und Weiher
        • Kleingewässer: Definition, Fauna, Gefährdung
        • Besiedlungsbestimmende Faktoren und Habitate
        • Planungskriterien
          • Charakter der Wasserführung, Tiefe
          • Größe der Wasserfläche
          • Gewässerbett- und Ufergestaltung
          • Uferstreifen
          • Standortfrage
          • Vernetzung
        • Wertung
          Habitatdiversität
      • Offene Saumbiotope (Raine)
        • Charakteristika - Bedeutung für die Tierwelt
          • Lebensraum- und Ausgleichsfunktion
          • Verbund- und Vernetzungsfunktion
        • Saumbreite und -abstand
        • Wege und Wegrandstrukturen
    • Die Vertebratenfauna in der Agrarlandschaft
      • Die Avifauna
        • Die Bodenbrüter der Agrarflur
          • Die Bodenbrüter des Feuchtgrünlandes
          • Die Bodenbrüter der Wirtschaftsflächen
        • Die Bedeutung und Funktion der Flurgehölze
          • Die Ausgleichsfunktion der Flurgehölze
          • Die indigene, gehölzgebundene Avizönose
            • Solitärgehölze und Gehölzgruppen
            • Gebüsche und Feldgehölze
            • Baumreihen und Hecken
              • Baumreihen
              • Niederhecken
              • Hochhecken
              • Baumhecken
      • Die Säugetierfauna
        • Umfang und Bestandsituation der heimischen Säuger
        • Grundzüge des Fledermausschutzes
        • Die Säugetiere in der Agrarlandschaft
          • Die Mausartigen der Agrarflur
          • Die Bedeutung und Funktion der Flurgehölze und Raine für die Kleinsäuger
            • Lebensraumfunktion
            • Verbund- und Vernetzungsfunktion
              • Populationsinterne Vernetzung
              • Teillebensraum
            • Ausgleichsfunktion
          • Das Haarwild
            • Rehwild
            • Hasentiere
            • Raubwild
              • Wildkatze
              • Rotfuchs
              • Marderartige
            • Zusammenfassende Wertung
      • Die Amphibienfauna
        • Charakteristika der differentierten Biotopbindung
        • Die Habitatansprüche der Amphibienarten in ihren Folgerungen für die Landschaftsplanung
          • Landhabitate - Schutz und Entwicklung
          • Amphibiengewässer
            • Die qualitative Laichgewässerausstattung
            • Verbundsystem von Amphibienlebensräumen
      • Die Reptilienfauna
        • Verbreitungsschwerpunkte und Charakteristika der Reptilienlebensräume
        • Reptilienschutz und Reptilienlebensstätten in landwirtschaftlichen Intensivgebieten
  • Zusammenfassendes ökologisch-faunistisches Leitbild zur Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete
    • Fließgewässernetzdichte
      Flächenbedarf des Gewässerrückbaues
    • Kleingewässernetzdichte
      Flächenbedarf der Stillgewässervernetzung
    • Straßen- und Wegenetzdichte, Verkehrsnebenflächen
    • Ökonomisch-ökologische Grundstücksstruktur
    • Synthese aus der ökonomisch hinreichenden Grundstücks- und biologisch wirksamen Biotopstruktur

 


 

Teil II: Planungsrechtliche Aspekte

Das gegenseitige Verhältnis der Landschaftsplanung nach dem FlurbG und BNatSchG

  • Die allgemeinen raumplanerischen Grundlagen
    • Das Planungsrecht in der Bundesrepublik Deutschland
    • Die wesentlichen Merkmale und wichtigsten Instrumente der räumlichen Gesamtplanung
      • Begriffe und Merkmale
      • Ausprägung und Instrumente
        • Raumordnungsgrundsätze
        • Bestehende Raumordnungsziele
        • Zukünftige Raumordnungsziele
        • Raumordnungsverfahrensergebnisse
      • Die wesentlichen Merkmale und wichtigsten Instrumente der projektbezogenen Fachplanungen
        • Mitwirkungsplanung
        • Projektplanung
    • Der Planungscharakter der Landschaftsplanung (L-Planung) nach dem BNatSchG
      • Die Landschaftsplanung als sektorale Mitwirkungsplanung
        • bei der räumlichen Gesamtplanung
          • Umweltverträglichkeitsprüfung
          • Landespflegerische Fachplanung
        • bei anderen raumbezogenen Fachplanungen
      • Die Landschaftsplanung als sektorale Projektplanung
        • Fachplanung "Naturschutz" für den biotischen und abiotischen Ressourcenschutz
        • Fachplanung "Erholung" für die freiraumbezogene Erholungsvorsorge
        • Landschaftsplanung als Vereinigung der Planungen "Naturschutz & Erholung"
      • Die Landschaftsplanung als spezielle Gesamtplanung im Gegensatz zur allgemeinen Raumplanung
    • Systematik und Regelungsgehalt der allgemeinen und speziellen Raumplanungsklauseln
      • Das Verhältnis der allgemeinen Raumordnungsklauseln des ROG zu den speziellen Anordnungen in den Fachplanungsgesetzen
      • Der Regelungsgehalt der allgemeinen Raumordnungsklauseln des ROG
        • Die verfahrensrechtliche Raumplanungsklausel des § 4 Abs. 5 ROG
        • Die materiell-rechtlichen Raumordnungsklauseln (§§ 2 Abs. 3, 5 Abs. 4, 6a Abs. 7 ROG)
          • Abwägung der Raumordnungsgrundsätze
          • Beachtung der bestehenden Raumordnungsziele
          • Berücksichtigung der zukünftigen Raumordnungsziele
          • Berücksichtigung der Ergebnisse von Raum-Raumordnungsverfahren
      • Der Regelungsgehalt der speziellen Raumplanungsklauseln des FlurbG
        • Die speziellen verfahrensrechtlichen Raumplanungsklauseln des FlurbG
          • Die Beteiligung der TÖB am Flurbereinigungsverfahren
            • Die allgemeine Unterrichtungs- und Mitteilungspflicht nach § 5 Abs. 3 FlurbG
            • Das Anhörungsgebot bezüglich spezieller Behörden und Organisationen nach § 5 Abs. 2 FlurbG
            • Die Benehmensregelung bei der Grundsätzeerstellung nach § 38 Satz 1 FlurbG
            • Das Anhörungsverfahren nach § 41 Abs. 2 FlurbG
          • Die Mitwirkung der TÖB am Flurbereinigungsverfahren
        • Die speziellen materiell-rechtlichen Raumplanungsklauseln des FlurbG
          • Die Erfordernisse der Raumordnung und Landesplanung
            • gemäß § 38 Satz 3 FlurbG
              • Raumordnungsgrundsätze
              • Bestehende Raumordnungsziele
              • Zukünftige Raumordnungsziele
              • Raumordnungsverfahrenergebnisse
            • gemäß § 37 Abs. 2 FlurbG
              • bei den Flurbereinigungsplanungen
              • bei den Abfindungsentscheidungen
            • gemäß § 99 Abs. 3 Satz 2 FlurbG
          • Die Erfordernisse des Städtebaues nach § 38 Satz 3 und § 99 Abs. 3 Satz 2 FlurbG
            • Planungen des Städtebaues
            • Planungen anderer Fachbereiche
          • Die Vorplanungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege nach § 38 Satz 2 und § 99 Abs. 3 Satz 2 FlurbG
            • Bindungsumfang
            • Bindungsintensität
              • Erörterung
              • Berücksichtigung
          • Die Landespflegeinteressen nach § 37 Abs. 2 FlurbG
            • Bindungsumfang
            • Bindungsintensität
  • Die gesetzliche Regelung der Landschaftsplanung nach dem Rahmen- und dem Länderrecht und ihre Verbindlichkeit für die Flurbereinigungsplanung
    • Die verschiedenen Ebenen und Planungsmodelle der Landschaftsplanung nach dem BNatSchG
      • Planungshierachie
      • Integrationsmodelle
    • Die überörtliche Landschaftsplanung
      • Die überregionale Landschaftsplanung auf der Landesebene (Landschaftsprogramm)
        • Integrationsmodelle und Planungsverfahren
          • Primärintegration
          • Sekundärintegration
          • Planungsverfahren
        • Planungsumfang
      • Die überörtliche Landschaftsplanung auf Regionalebene (Landschaftsrahmenpläne)
        • Integrationsmodelle und Planungsverfahren
          • Primär- oder Vollintegration
          • Sekundär- oder Teilintegration
        • Planungsumfang
          • Planungsgegenstand
          • Planungstransparenz
          • Abwägungsvorgang
          • Beachtensbegriff
          • Übernahmeumfang und Verbindlichkeit
    • Die örtliche Landschaftsplanung unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zur Bauleitplanung
      • Die örtliche Landschaftsplanung als Element der Bauleitplanung nach dem BauGB
        • Die Beschränkung der Bauleitplanung in der intensiv genutzten Feldflur auf eine Biotopflächenausweisung
        • Die Beschränkung der Bauleitplanung auf eine städtebaulich veranlaßte Planung
      • Die Integration der örtlichen Landschaftsplanung in die Bauleitplanung nach BNatSchG
        • Integrierte Landschaftsplanung
        • Isolierte Landschaftsplanung
    • Die örtliche Landschaftsplanung in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
      • Die Vollintegration am Beispiel der Rechtslage im Freistaat Bayern
        • Rechtsgrundlagen
          • Integrierte Landschaftsplanung
          • Isolierte Landschafts- und G-Pläne
        • Planungsgebot
        • Planungsumfang
          • Die Biotopverbundplanung im Rahmen der integrierten Landschaftsplanung als Bestandteil der Flächennutzungsplanung
          • Die Biotopverbundplanung als isolierter Landschaftsplan
          • Die Biotopverbundplanung als isolierter Grünordnungsplan
          • Ersatz der allgemeinen, kommunalen Landschaftsplanung durch die Flurbereinigungsplanung
        • Verhältnis der Landschafts- zur Flurbereinigungsplanung
        • Fazit
      • Die Teilintegration am Beispiel der Rechtslage im Bundesland Baden-Württemberg
        • Rechtsgrundlagen
        • Planungsgebot
        • Planungsumfang
          • Landschaftsplanungsumfang
          • Übernahmeumfang
            • Die Integration "geeigneter Inhalte" der örtlichen Landschaftsplanung
            • Die als Inhalte der B-Planung "erforderlichen Aussagen" des Landschaftsplans
        • Das Verhältnis der gemeindlichen Landschafts- zur Flurbereinigungsplanung
        • Fazit
      • Die eigenständige Landschaftsplanung als Rechtsnorm in Nordrhein-Westfalen
        • Inhalt, Verbindlichkeit der Landschaftsplanung nach § 16 LG NW
          • Entwicklungsteil nach § 18 LG NW
          • Festsetzungsteil nach §§ 19 bis 26 LG NW
        • Gesetzgebungsintension
        • Der gestalterische Planungsumfang nach § 26 LG NW
          • Praxisbezogene Aspekte
          • Planungsrechtliche Aspekte
        • Durchführung der Landschaftsplanung
        • Fazit
      • Die Landschaftsplanung mit Gutachtencharakter in Niedersachsen
        • Die Planungsvorgaben der regionalen Landschaftsplanung auf Kreisebene gemäß § 5 NNatG
          • Gutachterliche Planungsvorgaben der Landschaftsrahmenpläne
          • Verbindliche landespflegerische Planungsvorgaben der regionalen Raumordnungsprogramme
        • Die Planungsvorgaben der örtlichen Landschaftsplanung auf Gemeindeebene nach § 6 NNatG
        • Fazit
      • Bewertung der Eignung der örtlichen Landschaftsplanung zur Renaturierung strukturarmer Agrargebiete

Zusammenfassende Betrachtung der Renaturierungsbemühungen in den einzelnen Bundesländern

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Schleswig-Holstein
  • Die östlichen Bundesländer
  • Fazit

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

  • A - F
  • G - L
  • M - R
  • S - Z

Lebenslauf

 


 

Zusammenfassung

Um die Zielsetzung der Landschaftspflege in intensiv genutzten Agrarlandschaften aufzuzeigen, wird zunächst die elementare Begründung des Naturschutzes und das Zielsystem der Landespflege näher betrachtet. Dabei ergibt sich, daß die Renaturierung strukturarmer Agrargebiete vornehmlich nach landschaftsökologischen Kriterien erfolgen muß. Demgegenüber sind die Aspekte des Landschaftsbildschutzes und der Erholungsvorsorge, aber auch die Bildung und Wissenschaft sekundär.

Die Durchsicht der verschiedenen Naturschutz- und Landschaftspflegekonzepte läßt jedoch ein erhebliches Defizit an ökologischen Planungsparametern erkennen. Ein Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist daher die Erstellung eines praxisgerechten Renaturierungsleitbildes aus der Fülle der vorliegenden Einzeluntersuchungen.

Nach den skizzierten Rahmenbedingungen des Aufbaus vernetzter Biotopstrukturen in ausgeräumten Agrarlandschaften ist die Bodenmobilität eine wesentliche Voraussetzung, um die ökonomischen und ökologischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Zur Zielsetzung der erarbeiteten Biotopverbundkonzeption wird daher als zweiter Themenschwerpunkt der Einsatz der verschiedenen Bodenordnungsverfahren nach dem FlurbG untersucht.

Hierzu muß geklärt werden, wie weit die Maßnahmenbefugnis der Flurbereinigung gemäß § 37 FlurbG reicht. Es wird aufgezeigt, daß sie eine ganzheitliche Planung und Realisierung raumgreifender Biotopverbundsysteme ermöglicht. Wie die anschließende Bestimmung des landespflegerischen Gestaltungsauftrages der Flurbereinigung nach der Zielsetzung, die allgemeine Landeskultur zu fördern (§ 1 Alternative 2 FlurbG), ergibt, kommt ihr auch die Aufgabe des Naturhaushaltsschutzes zu. Anzuwenden ist in Gebieten mit agrarökonomisch-strukturellen Mängeln das Regelverfahren nach §§ 1 und 4 FlurbG und in Gebieten mit ausreichender Infrastruktur das sog. Naturschutzverfahren gemäß § 86 Abs. 1 Staz 1 Alternative 3 Fall 1 FlurbG.

Neben der Motivation der Beteiligten in Naturschutzverfahren tritt als wesentliches Problem die Bereitstellung der benötigten Biotopflächen auf. Denn nur 2 - 8% (ø 5%) der landwirtschaftlichen Nutzfläche können als gemeinschaftliche Anlagen nach § 39 FlurbG aus agrarökologischen Gründen als Biotopflächen zur Verfügung gestellt werden. Über § 40 FlurbG sind zusätzlich etwa 1,5% als öffentliche Anlagen für Naturschutzzwecke bereitstellbar. Somit stehen 6,5% zur Disposition. Nach dem hier erstellten Renaturierungsleitbild führt die Quantifizierung des Flächenanspruchs des Biotop- und Artenschutzes jedoch zu einem Bedarf von rund 10,5% der ökologischen Vorrangflächen an der LN.

Über diese Flächenbedarfsermittlung hinaus (Tab. 42, S. 382) liefert das Renaturierungsleitbild jedoch vor allem Angaben über die landschaftsökologisch notwendige Mindestausstattung intensiv genutzter Agrargebiete zur Sicherung des gesamten biotischen Potentials (Tab. 40, S. 380). Diese Werte stellen gleichsam die Entwurfselemente des Naturschutzes in der Intensivagrarlandschaft dar und lösen die bisher vorliegenden Schätzwerte ab. Der Planung stehen nun sowohl die ökonomischen (Wege- und Gewässernetz, Block- und Schlagstruktur) als auch ökologischen Parameter (Biotopausstattung und äußere Biotopstruktur) zu einer umfassenden Biotopverbundplanung zur Verfügung.

Die Landschaftsplanung gliedert sich in die Teilbereiche "Naturschutz" und "Erholung". In Flurbereinigungs-Verfahren zur Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete geht der Bereich "Naturschutz" in die zeitlich und örtlich begrenzte Zuständigkeit der Flurbereinigungsbehörde über, während die Fachplanung "Erholung" in der Kompetenz der Naturschutzverwaltung verbleibt. Dies erfordert eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit beider Fachverwaltungen, deren rechtliche Aspekte mit der Untersuchung der allgemeinen und speziellen verfahrens- wie materiell-rechtlichen Raumordnungsklauseln ausführlich dargestellt werden. Dabei steht auch die Frage an, inwieweit die örtliche Landschaftsplanung nach § 5 BNatSchG zur Renaturierung anwendbar ist.

Ausgehend von der rahmenrechtlichen Regelung der Landschaftsplanung gemäß §§ 5 und 6 BNatSchG zeigt sich am Beispiel der 4 Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, daß die verschiedenen Planungsmodelle der naturschutzrechtlichen Landschaftsplanung zur Konzeption und Umsetzung einer Biotopverbundplanung ungeeignet sind, da der Planungsumfang zu begrenzt bzw. die Verbindlichkeit zu gering ist. Die Fachplanung "Naturschutz und Erholung" muß sich daher auf die Vorgabe allgemeiner Planungsleitlinien (Biotopverbundtyp und anzustrebender Flächenanteil) beschränken.

In der bisherigen Flurbereinigungstätigkeit der westlichen Bundesländer ist zur Zeit aber noch kein Verfahren zur Renaturierung strukturarmer Intensivagrargebiete eingeleitet worden, das den Aufbau vernetzter Biotopstrukturen im Umfang der Leitbildkonzeption anstrebt. In Anbetracht des drastischen Arten- und Individuenrückganges ist ein Handeln aber dringend geboten. Die vorliegende Arbeit stellt die notwendigen landschaftsökologischen Planungsparameter bereit und zeigt, daß die rechtlichen Möglichkeiten zur Anordnung von Naturschutzverfahren schon jetzt - ohne eine Änderung des FlurbG - gegeben sind.

 


 

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