Heft 28

Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation
der Universität der Bundeswehr München

 


 

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Heft 28

Systemstudie zur Sicherung ökologischer Vorrangflächen mittels Bodenordnung in Bayern
System Study for the Protection of Ecological Priority Areas by Means of Land Rearrangement in Bavaria
Dissertation

Autor: E. H. Paßberger

Universität der Bundeswehr München, Neubiberg, 1987
186 Seiten

Vollständiger Abdruck aus der von der Fakultät für Bauingenieur- und Vermessungswesen der Universität der Bundeswehr München zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktor-Ingenieurs (Dr.-Ing.) genehmigten Dissertation.

Vorsitzender:

Prof. Dr.-Ing. A. Schödlbauer

1. Berichterstatter:

Prof. Dr.-Ing. G. Oberholzer

2. Berichterstatter:

Prof. Dr.-Ing. F. Hanssmann, Universität München

Die Dissertation wurde am 18.05.1987 bei der Universität der Bundeswehr München eingereicht.

 


 

Inhalt

Introduction

Einführung

Verzeichnis der Tabellen

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis einiger wichtiger Abkürzungen und Symbole

 


 

A. Kurzbericht

 


 

B. Hauptbericht

Mindestaustattung mit ökologischen Vorrangflächen (Soll) #

Bestand an ökologischen Vorrangflächen (Ist)

  • Bestand an fachgesetzlich-geschützten ökologischen Vorrangflächen #
    • Naturschutzgebiete
    • Naturdenkmäler und Geschützte Landschaftsbestandteile
    • Trinkwasserschutzgebiete (Zone I)
    • Ensemble der Kulturlandschaft
  • Bestand an schutzwürdigen Biotopen #
  • Schätzung des Bestands an Kleinstrukturen
    • Schätzung des Flächenanteils von Kleinstrukturen nach einem Modell zufälliger Stichproben #
    • Schätzung des Flächenanteils von Kleinstrukturen nach einem Modell bewußter Stichproben #
    • Diskussion der Schätzungsergebnisse #
  • Schätzung des Bestands an Restflächen #
  • Schätzung des Bestands an ökologischen Vorrangflächen

Schätzung des Eigentums an ökologischen Vorrangflächen #

Prognosen für die Kosten der Handlungsarten #

  • Der Wert von ökologischen Vorrangflächen nach der Bodenschätzung #
  • Prognose für den Kaufpreis von ökologischen Vorrangflächen #
  • Prognose für die Geldabfindung nach § 52 FlurbG von ökologischen Vorrangflächen #
  • Prognose für die Pachtpreise von ökologischen Vorrangflächen #
  • Prognose für die Gesamtdeckungsbeiträge von ökologischen Vorrangflächen #
  • Ausgleichszahlungen für den verstärkten Naturschutz
  • Kosten der Grundsteuersenkung und -befreiung #
  • Kapitalisierung der Pachtpreise und Nutzungsausfallentschädigungen #

Restriktionen des Systemmodells Bodenordnung #

  • Beschränkung der Handlungsarten mit der Sicherungsart Eigentum
  • Beschränkung der Handlungsarten mit der Sicherungsart Pacht
  • Beschränkung der Handlungsarten mit der Sicherungsart Nutzungsbeschränkung
  • Beschränkung der Handlungsarten mit der Sicherungsart Protektion

Entscheidungskriterien #

  • Expertenbefragung
  • Analyse der Korrelationen zwischen den Systemparametern SAP

Mathematisches Systemmodell

  • Lineares Programm der Vektoroptimierung
    • Zielfunktionen
    • Restriktionen
  • Modellvalidierung
  • Optimierung des Systemmodells
    • Simplex-Algorithmus
    • Ermittlung effizienter Entscheidungsalternativen

Entscheidungsvorbereitung

  • Empfindlichkeitsanalyse
  • Deduktion weiterer Informationen aus dem Systemmodell
  • Abschätzung der Entscheidungsfolgen #

Implementierung des Systemmodells

 


 

C. Technische und fachliche Details

 


 

Zusammenfassung

Summary

Anlagen

  • Einige Forderungen zur Mindestaussage mit ökologischen Vorrangflächen
  • Mögliche Bezugsflächen für den relativen Flächenanteil von ökologischen Vorrangflächen
  • Transformationsmatrix T zur Abbildung von Merkmalen im Bezugssystem "Gruppe der naturräumlichen Haupteinheiten" auf das Bezugssystem "Agrargebiete"
  • Kartierung der Kleinstrukturen, Ergebnisse der Auswertung (Dichte und Flächenanteil), Stand: 1.7.1985
  • Kaufwerte für Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung in Bayern, 1974 - 84
  • Pachtpreise für die LF der bayerischen Haupterwerbsbetriebe mit Buchführung, 1977/78 - 83/84
  • Gesamtdeckungsbeiträge für die LF der bayerischen Haupterwerbsbetriebe mit Buchführung, 1977/78 - 83/84
  • Fragebogen der Expertenbefragung zur Bodenordnung naturbetonter Flächen

Literaturverzeichnis

 


 

# = Abschnitt B wird durch technische und fachliche Details im Abschnitt C ergänzt

 


 

Zusammenfassung

Um ein von Landschaftsökologen vermutetes Defizit an ökologischen Vorrangflächen in der außeralpinen Landschaftsfläche belegen zu können, mußte der Bestand mit hinreichender Genauigkeit ermittelt werden. Mit Hilfe zwei voneinander unabhängiger Methoden, nach Quoten- und Zufallsstichproben, wurde ein Anteil der ökologischen Vorrangflächen an der außeralpinen Landwirtschaftsfläche von 5.6 bzw. 6.4% hochgerechnet. Nachdem sich für die beiden Zahlen, bei der erreichten Genauigkeit, kein signifikanter Unterschied nachweisen läßt, wurde der weiteren Studie der geringere Wert, der aus den Quotenstichproben ermittelte, in Höhe von 5.6% zugrunde gelegt. In Relation zur Mindestforderung nach Haber 1984 [82], von 10% der Landwirtschaftsfläche, ergibt sich ein Defizit an ökologischen Vorrangflächen von 4.4% in der außeralpinen Landwirtschaftsfläche. Gelten von den bestehenden ökologischen Vorrangflächen nur die naturschutzrechtlich geschützten oder im Eigentum von Gebietskörperschaften und Kirchen stehenden Flächen als gesichert, so erhöht sich der zu sichernde Anteil an der außeralpinen Landwirtschaftsfläche auf 8.3% oder 309.000 ha.

Auf der bestehenden Rechtsgrundlage werden 56 Handlungsarten, als Sicherungsinstrumente der Bodenordnung, aus den Bereichen der Eigentums-, Besitz- und Nutzungsregelung sowie der Unterschutzstellung nach einschlägigen Fachgesetzen vorgestellt. Für einige Handlungsarten ist eine ausreichende Sicherung nur in Verbindung mit einer weiteren Handlungsart gegeben.

Das entwickelte Systemmodell Bodenordnung bildet mit hinreichender Genauigkeit die realen Möglichkeiten zur Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen ab und zeigt deren Interdependenzen auf. Hierzu werden die Handlungsarten oder -variablen mit bestimmten Systemparametern linear verknüpft. Die Aggregation der Entscheidungsalternativen erfolgt durch die Kriterien minimaler Kostenaufwand für die Flächenbereitstellung, bei maximalem Schutz für die ökologischen Vorrangflächen, bei maximaler Akzeptanz der Entscheidungsalternativen durch die Grundstückseigentümer und bei maximaler Praktikabilität der Bodenordnung. Diverse Restriktionen begrenzen ausreichend genau den quantitativen Umfang der Sicherungsaufgabe und die spezifischen Einsatzmöglichkeiten der Handlungsarten. Dem Modell sind für jede Handlungsart Kostenprognosen in DM/ha für das Jahr 1987 zugrunde gelegt. Diese Kosten wurden i. d. R. mittels linearer Regressionsanalysen von geeigneten öffentlichen Dateien ermittelt. Die intersubjektiven Gewichte der Systemparameter Sicherheit, Akzeptanz und Praktikabilität jeder Handlungsart sind das Ergebnis einer Expertenbefragung. Interaktiv wurde das anstehende Vektoroptimumproblem mit Hilfe eines Linearen Programms (Simplex-Algorithmus) gelöst.

In Abhängigkeit von den minimalen Gesamtkosten und den gleichrangigen Kriterien Sicherheit, Akzeptanz und Praktikabilität werden verschiedene Bodenordnungsstrategien zur Sicherung der ökologischen Vorrangflächen vorgestellt und einer Tradeoffanalyse unterzogen. Eine Empfindlichkeitsanalyse liefert Aussagen über die Robustheit der Entscheidungsalternativen. Durch Deduktion lassen sich aus dem Modell Informationen über die Präferenzen der Handlungsarten, über die temporären Sicherungsleistungen einiger ausgewählter Strategien, über den Arbeitsaufwand der Bereitstellung der ökologischen Vorrangflächen, über eine grobe Eigentumsordnung von ökologischen Vorrangflächen und über den Bedarf an weiteren Organisationseinheiten gewinnen.

Zur erforderlichen Sicherung bestehender naturbetonter Landschaftselemente und zum Ausgleich des Defizits an ökologischen Vorrangflächen verursacht die vom Autor bevorzugte Bodenordnungsstrategie, im Preisniveau des Jahres 1987, einen Kostenaufwand von etwa 6.6 Mrd. DM. Hierin sind nur die reinen Grundstücks- und Pachtpreise sowie die Nutzungsausfallsentschädigungen enthalten. Personalkosten, Nebenkosten des Grundstücksverkehrs, Kosten für ein Renaturierungsprogramm und der späteren Pflege der ökologischen Vorrangflächen sind erst nach der Konzeption eines Biotopverbunds und einem weiterentwickelten Systemmodell zu kalkulieren.

Diese zielgerichtete Flächenbereitstellung wird nur in einer weitgehend landesweiten Neuordnung des ländlichen Grundbesitzes umgesetzt werden können. Beim derzeitigen Personal- und Aufgabenstand der Flurbereinigungsverwaltung werden hierfür mindestens 50 Jahre veranschlagt. Während der gesamten Dauer des Flächenschutz- und Renaturierungsprogramms ist das Systemmodell Bodenordnung zu unterhalten, zu verbessern, fortzuschreiben und als Messungs-, Steuerungs- und Regelungsinstrument einzusetzen.

 

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