Heft 1

Schriftenreihe des Studiengangs Geodäsie und Geoinformation
der Universität der Bundeswehr München

 


 

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Heft 1

Curriculum für den wissenschaftlichen Studiengang Vermessungswesen der Hochschule der Bundeswehr München

Bearbeitet von A. Schödlbauer

Hochschule der Bundeswehr München, Neubiberg, 1978
53 Seiten
vergriffen

 


 

Inhalt

Vorwort des Bearbeiters

Erläuterungen zum Curriculum

Curriculum

Verzeichnis der Lehrveranstaltungen mit Erklärung der verwendeten Codewörter

Studienablaufplan

 


 

Vorwort

Unter den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland nehmen die beiden 1973 gegründeten Hochschulen der Bundeswehr in München und Hamburg in mancher Hinsicht eine Sonderstellung ein.

Das wohl hervorstechendste Unterscheidungsmerkmal liegt dabei in dem besonderen Ausbildungsauftrag begründet, dem sie verpflichtet sind. Er besteht darin, Offizieren, die sich auf mindestens 12 Jahre zum Dienst in der Bundeswehr verpflichten - darunter die künftigen Berufsoffiziere - in einer Regelstudienzeit von nur drei Jahren (9 Trimester) ein Studium zu vermitteln, das mit dem an öffentlichen Hochschulen vergleichbar ist und zu allgemein anerkannten Abschlüssen führt, und das den Offizier für seine künftigen Führungsaufgaben in einer modernen, hochtechnisierten Armee qualifizieren soll.

Die Fülle eines möglichen Stoffangebots, das sich mit Sicht auf das angestrebte Berufsfeld anbietet auf der einen, und die vorgegebenen zeitlichen Bindungen auf der anderen Seite erfordern eine sorgfältige Auswahl der Lernziele und Lerninhalte und eine möglichst eindeutige Zuordnung dieser Lerninhalte zu den vorgesehenen Lehrveranstaltungen.

Das vorliegende Curriculum ist das vorläufige Ergebnis solcher Bemühungen im wissenschaftlichen Studiengang Vermessungswesen der Hochschule der Bundeswehr München. Vorarbeiten hierzu wurden bereits vor Gründung der Hochschule durch das Wissenschaftliche Institut für Erziehung und Bildung in den Streitkräften geleistet (Huber, H. und Zoll, R. [1976]: Vermessungswesen - Ein Curriculum. Westdeutscher Verlag, Opladen).

Im Zusammenhang mit der Erstellung von Lehrplänen, Prüfungs- und Studienordnungen ergab sich dann auch für die an die Hochschule der Bundeswehr München berufenen Hochschullehrer die Notwendigkeit, sich mit der Materie eingehend zu befassen. Es hat sich nämlich gezeigt (und war bei den eingangs geschilderten Randbedingungen wohl auch nicht anders zu erwarten), daß es nicht möglich war, Lehrpläne öffentlicher Hochschulen - so sehr sie sich auch im einzelnen bewährt haben mögen - einfach zu übernehmen. Hinzu kommt, daß die Entwicklung des Hochschulrechts, die mehr und mehr dazu zwingt, Studiengänge klar zu beschreiben und in Studienordnungen Lernziele und Lerninhalte zu formulieren, ohnehin eine über einen einfachen Lehrplan hinausgehende Beschreibung des vorgesehenen Lehrangebots erforderte. Unter diesen Gegebenheiten hat sich das vorliegende Curriculum als Arbeitsgrundlage bisher hervorragend bewährt.

Ein Anspruch auf Allgemeingültigkeit kann daraus naturgemäß nicht abgeleitet werden. Zu vielfältig sind dazu selbst bei einem engen Berufsfeldbezug die Möglichkeiten zur Anlage eines wissenschaftlichen Studiums, vielfältig auch die jeweiligen personellen und materiellen Randbedingungen. Auch wird es bei einem Werk, das eine Verbindung herstellen soll, zwischen einem komplexen und in ständiger Entwicklung befindlichen Berufsfeld und einem Studium, das der späteren beruflichen Tätigkeit um Jahre und Jahrzehnte vorausgeht, kaum möglich sein, subjektive Wertungen und Fehleinschätzungen völlig auszuschließen.

Trotz all dieser Einschränkungen ist dieses Curriculum sicherlich mehr als nur ein für den Tag geschriebenes Arbeitspapier. Es kann dem Abiturienten, der nach einem Beruf Ausschau hält, insbesondere demjenigen, der sich mit dem Gedanken trägt, Offizier zu werden, einen ersten Einblick in mögliche künftige Tätigkeiten und in die zum Erreichen dieses Zieles erforderlichen Anforderungen geben. Man kann in ihm auch einen standespolitischen Beitrag in der öffentlichen Diskussion um gegenwärtige und künftige Aufgaben des wissenschaftlich ausgebildeten Vermessungsingenieurs sehen. Nicht zuletzt stellt es einen Diskussionsbeitrag zu den Möglichkeiten einer Auswahl von Lernzielen und Lerninhalten dar, die sowohl dem Anspruch der Wissenschaft wie auch der beruflichen Praxis Rechnung trägt.

Die im nachfolgenden Curriculum vorgenommene Analyse des Berufsfeldes des wissenschaftlich ausgebildeten Vermessungsingenieurs und Offiziers sowie die Sammlung von Lernzielen und Lerninhalten ist zusammengesetzt aus Beiträgen der im Studiengang Vermessungswesen tätigen Professoren Dr.-Ing. Caspary, Dr.-Ing. Dorrer, Dr.-Ing. Grafarend, Dr. rer. nat. Neugebauer, Dr.-Ing. Oberholzer, Dr.-Ing. Schödlbauer, Dr.-Ing. Welsch und der Lehrbeauftragten Stadtdirektor Dipl.-Ing. Hildebrandt, Prof. Dr.-Ing. Hoisl, Baudirektor Dr.-Ing. Keppke, Ministerialrat Dr.-Ing. Ziegler und anderer. Beiträge zu den erziehungs- und gesellschaftswissenschaftlichen Bestandteilen des Studiums stammen von Prof. Dr. phil. von Schubert und Oberstleutnant Dipl.-Ing. Huber. Herr Huber hat dankenswerterweise neben vielen anderen Anregungen auch das Konzept für den formalen Aufbau des Curriculums beigesteuert.

 

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