Vom Hörsaal ins Weltall

Januar 2014: Klaus-Dietrich Flade, Studienjahrgang Luft- und Raumfahrttechnik 1976: ehemaliger Forschungskosmonaut und Testpilot bei Airbus, Toulouse.
Vom Hörsaal ins Weltall

Klaus-Dietrich Flade, LRT 1976, Forschungskosmonaut auf der MIR 1992 (Foto: DLR)

Zwei Absolventen der Universität der Bundeswehr München sind im Lauf ihrer Karrieren besonders „hoch hinaus“ gekommen. Thomas Reiter (Luft- und Raumfahrttechnik 1979) war als ESA-Astronaut zwei Mal im All (MIR 1995 und ISS 2006). Ein Kollege und Kommilitone von ihm ist Klaus-Dietrich Flade.

Flade schloss sein Luft- und Raumfahrttechnikstudium in Neubiberg 1980 mit der Diplomarbeit „Neuartige Basis-Flüssigkeiten für Flugturbinenöle“ ab. In einem Interview mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erinnert sich Flade daran, wie er als Einsatzpilot der Luftwaffe für die Laufbahn als Astronaut „angeworben“ wurde: „Ich wurde direkt nach einer schwierigen Mission mit einem Tornado für die NATO von meinem Geschwader-Kommodore gefragte: ‚Herr Flade, wollen Sie Astronaut werden?‘ und ich sagte spontan: ‚Ja.‘ So bin ich in die Auswahl gekommen und konnte mich schließlich auch durchsetzen. Die Essenz, die ich hieraus immer ziehe, ist folgende: Wenn sich eine außerordentliche Chance bietet: Einfach ‚Ja‘ sagen. Hinterher kann man sich das immer noch überlegen. Aber erstmal mit Inbrunst ‚Ja‘ sagen. So wird man Astronaut.“

Die Mission auf die russische Raumstation MIR startete am 17. März 1992. Flade blieb sieben Tage im All und umkreiste die Erde dabei 124 Mal. Als Forschungskosmonaut führte er biomedizinische und materialwissenschaftliche Experimente durch. Trotz seines Erfolgs und der einmaligen Eindrücke des MIR-Aufenthalts verlor Flade auch nach seiner Rückkehr aus dem All nie die Bodenhaftung. Im DLR-Interview formuliert er es so: „So ein Raumflug ist Euphorie pur. Man ist stolz und wird für seine Leistung gestreichelt und gelobt. Das ist alles sehr faszinierend und natürlich auch schön, aber irgendwann kommt der Tag der Erkenntnis, dass andere das schon vor einem geleistet haben. Und die sind irgendwann auch von ihrem Podest gestiegen. Da habe ich mir gedacht, dass ich dieses Podest vielleicht gar nicht erst besteigen muss.“ Klaus-Dietrich Flade arbeitet heute als Testpilot bei Airbus in Toulouse. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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