Die Uniform abgelegt

April 2016: Für einen Job an "seiner alten Uni" legte der ehemalige Berufsoffizier Dr.-Ing. Lars Rüdiger die Uniform ab.
Die Uniform abgelegt

Als Ex-Berufsoffizier an der Uni: Dr.-Ing. Lars Rüdiger

So richtig scheint er nicht loszukommen von der Universität der Bundeswehr München: Dr.-Ing. Lars Rüdiger ist seit August 2013 Leiter des Labors für Ingenieurinformatik an der Professur für Baustatik der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften. Er ist zum dritten Mal hier – und diesmal wohl auf Dauer.

Zunächst kam er als Student, von 1998 bis 2001 studierte er Bauingenieurwesen. Damals sah er ein paar militärische Wissenschaftliche Mitarbeiter und dachte „das ist ja cool“. 2004 bekam er selbst diese Chance und nutzte sie: Er promovierte 2008 bei Prof. Manfred Keuser. In dieser Zeit fiel aber auch seine Entscheidung, Berufsoffizier zu werden. Also verließ er die Universität wieder. Es folgten eine Führungsverwendung sowie ab 2010 Tätigkeiten auf dem Gebiet baulicher Schutz gegen Waffenwirkung beim Streitkräfteamt und dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Mit der Aufgabe verbunden waren Reisen in die Einsatzgebiete. Insgesamt sieben Mal war Rüdiger in Afghanistan. Das Abschiednehmen von seiner Frau und seinen zwei Kindern war jedes Mal sehr emotional. Passiert ist ihm selbst nie etwas, aber er war z.B. in Afghanistan, als 2011 General Kneip bei einem Anschlag verletzt wurde. „Auch wenn wir nicht in der Nähe waren, das war schon bedrückend, so etwas mitzuerleben“, erinnert er sich.

Er war als Major in Bonn stationiert, als er von der reizvollen Stelle an „seiner alten Uni“ hörte. Seine Bewerbung hatte Erfolg: Er legte die Uniform – und den Status als Berufsoffizier – ab. Heute widmet er sich als Laborleiter immer noch dem Thema baulicher Schutz von Infrastruktur, aber eben auch im zivilen Bereich. Mit Messgeräten und dem Hochleistungsrechner, den er betreut, werden Versuche gemacht, um eigene Modelle für die Simulation hochdynamischer Beanspruchung von Struktur und Material zu bilden. Außerdem ist er in die Betreuung der Promovenden und in die Lehre für die Studierenden eingebunden. Bei dieser abwechslungsreichen Tätigkeit vermisst er seinen alten Beruf nur ganz selten: „Ich war mit Leib und Seele Berufssoldat. Sicher gibt es manchmal Tage, an denen ich gerne meine Uniform anziehen würde.“ Und deshalb kehrt er als aktiver Reservist ja auch ab und zu in die Truppe zurück – aber nur kurz!

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