„Ideelles Ziel erreicht“

Dezember 2014: Kai Braake, Student der Pädagogik von 1983 bis 1987 und studium plus-Dozent, berichtet im Interview über sein Studium an der Universität der Bundeswehr München, den Übergang in die zivile Karriere und politische Vater-Sohn-Diskussionen.
„Ideelles Ziel erreicht“

Früher Führungskraft, heute Führungscoach: Kai Braake

Alumni berichten, wie sie entscheidende Momente ihrer Karriere erlebt haben. Für Kai Braake, Student der Pädagogik von 1983 bis 1987 an der Universität der Bundeswehr München, stand eigentlich nach dem ersten Praktikum schon fest, in welche berufliche Richtung es gehen soll. Den Mauerfall erlebte er als Soldat mit – heute coacht er Führungskräfte aus verschiedenen Branchen. Mit seinem Sohn Moritz, der aktuell an der Universität der Bundeswehr München Staats- und Sozialwissenschaften studiert, diskutiert er gerne über die aktuellen Herausforderungen für die Bundeswehr. Seit kurzem gibt er seine Erfahrung auch als studium plus-Dozent an künftige Studierendengenerationen weiter.
 

 

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre eigene Studienzeit?

Das Studium war schon extrem fordernd. Ich musste engagiert für meinen Abschluss arbeiten. Erst im Rückblick begreift man, dass man im Studium wirklich eine Menge mitbekommen hat. Nicht jeder Dozent war brillant, aber die Betreuung war sehr gut und intensiv. Und das Campusleben war natürlich klasse. Ich erinnere mich z.B. an die Squashturniere und die Triathlonveranstaltungen, die wir ins Leben gerufen haben.

Ihr Sohn studiert aktuell an der Universität der Bundeswehr München und Sie haben die Uni nun auch als Dozent kennen gelernt. Welche Unterschiede damals-heute stellen Sie fest?

An den äußeren Bedingungen hat sich erstaunlich wenig geändert. Mein Wohnheim habe ich gleich wiedergefunden, auch die Räume und die Ausstattung sind noch sehr ähnlich. Ansonsten sind aber das alte Diplomstudium mit seinen Seminarscheinen und das heutige Bachelor- und Master-Studium meines Sohnes kaum vergleichbar. Die Studierenden selbst habe ich als sehr engagiert kennen gelernt. Die haben super mitgemacht.

Wie verlief bei Ihnen persönlich der Übergang von der Führungskraft bei der Bundeswehr zum Führungscoach in der freien Wirtschaft?

Vorentscheidend war schon mein erstes Praktikum, das ich während des Studiums in der Personalabteilung der Allianz absolviert habe. Da hat mich der Bereich Training und Coaching sofort begeistert. Im Verlauf meines Studiums habe ich die Schwerpunkte Wirtschaftspädagogik und Berufspädagogik gewählt. Ich konnte da bereits tolle Projekte machen, etwa die Entwicklung von Tools für das Assessment Center. Direkt nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr habe ich 3,5 Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet, heute berate und coache ich Führungskräfte und Mitarbeiter aus verschiedensten Branchen.

War es für Sie eine Option, Berufssoldat zu werden?

Nein. Ich habe während meiner Dienstzeit den Mauerfall und noch die Integration der NVA in die Bundeswehr erlebt. Damit war für mich ein ideelles Ziel erreicht. Das war für mich persönlich ein guter Zeitpunkt, um die Bundeswehr zu verlassen.

Nun ist Ihr Sohn Moritz rund 20 Jahre später genau in diese veränderte Bundeswehr eingetreten und schlägt selbst die Offizierlaufbahn ein. War Ihnen das recht, auch angesichts der viel höheren Risiken, die heute – im Vergleich zu Ihrer Zeit bei der Bundeswehr – mit dem Soldatenberuf verbunden sind?

Vor allem habe ich daran gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht … In Bezug auf den Berufswunsch Offizier habe ich versucht, mit meinem Sohn möglichst objektiv Pro und Contra abzuwägen. Trotz aller Risiken durch Auslandseinsätze habe ich ein großes Maß an Vertrauen in die Professionalität unserer Bundeswehrführung. Meinem Sohn rate ich, während dem Studium und der Ausbildung viele Angebote zu nutzen und viele Erfahrungen zu machen. Er war zum Beispiel jetzt im Sommer in Texas und hat dort eine Summer School besucht. Aus meiner Berufspraxis heraus kann ich außerdem beurteilen, dass ehemalige Offiziere in der Wirtschaft einen positiven Widerhall finden. Sie haben im Bereich Soft Skills einen riesen Vorteil gegenüber Absolventen anderer Universitäten. „Führen“ wird an Unis überhaupt nicht vermittelt, Wirtschaftsunternehmen fragen aber genau diese Kompetenz sehr stark nach.

 

Ihr Interview auf den
Alumni-Seiten

Interessante Karriereweg, Tipps für nachfolgende Studierenden- und Alumnigenerationen, spannende Interviewpartner - Vorschläge gerne an:
alumni@unibw.de.