Schulz

Prof. (i.R.) Dr. Wilfried Schulz

Nachruf
Die Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften trauert um Prof. (i.R.) Dr. rer. pol. Wilfried Schulz. Er verstarb am 5. September 2008 nach schwerer Krankheit. Professor Schulz gehörte der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften insgesamt 27 Jahre an. Geboren 1939 in Schwenningen am Neckar, studierte er Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten in München, Hamburg, Berlin und Tübingen. Im Jahr 1965 legte er die Diplom-Volkswirte-Prüfung an der Universität Tübingen ab. Bevor er seinem akademischen Lehrer, Prof. Dr. Karl Brandt, an die Universität Freiburg im Breisgau folgte, besuchte er in den Jahren 1965/66 ein Ph.D.-Programm an der University of California at Berkeley. Er wurde 1968 zum Dr. rer. pol. an der Universität Freiburg/Breisgau promoviert. Hieran schlossen sich, bis zu seiner Berufung – auf eine Professur für „Volkswirtschaftslehre, insbesondere Mikroökonomik und Wettbewerbspolitik“ – an die damals noch als „Hochschule der Bundeswehr München“ bezeichnete heutige Universität der Bundeswehr München im Jahre 1975, insgesamt sieben Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung an der Universität Freiburg im Breisgau, an.

Wilfried Schulz war seit 1976 betraut mit dem Aufbau der Fakultätsbibliothek für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Hier hat er sich große Verdienste erworben und die Anerkennung von Kollegen und Hochschulleitung erfahren. Ebenfalls hat sich Prof. Schulz für die Zusammenarbeit mit der University of Texas at Austin stark engagiert. Mehrfach nahm er an den regulären „Summercourses“, jeweils im Juli/August jedes Jahres teil.

In der Lehre hat Wilfried Schulz schwerpunktmäßig Themen abgehandelt, die sie sich aus der Widmung seiner Professur ableiten ließen: Grundzüge der Mikroökonomik, Wettbewerbstheorie und -politik, Theorie der Wirtschaftspolitik. In der Forschung hat sich Professor Schulz mit einer ganzen Reihe von wichtigen und interessanten Themengebieten beschäftigt:

Die Freiburger Widerstandskreise und ihre Bedeutung für die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft, Wettbewerbswirkungen von Steuern und Subventionen auf Märkten mit wenigen Teilnehmern, Wettbewerb bei freien Berufen, Verbraucherverhalten in der Rezession, Arbeiten zur Eigenbeteiligung im Gesundheitswesen, Sozialeffekte der Nachfrage, intertemporale Allokation, Wirtschaftsrechnung im Sozialismus, europäische Währungsgemeinschaft, Chamberlin-Polypol auf dem unvollkommenen Markt.

Auch nach seinem Ausscheiden aus seiner Professur im April 2002 hat Professor Schulz sich weiter aktiv am Lehrangebot der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften mit einer Veranstaltung zur Dogmen-Geschichte beteiligt. Dabei stieß er stets auf eine sehr positive Resonanz bei den Studenten. Mit Professor Schulz verliert die Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften und die Universität der Bundeswehr München einen sehr geschätzten und hoch angesehenen Kollegen. Unser Beileid gilt den engsten Angehörigen.


Prof. Dr. Michael Eßig
(Dekan der Fakultät für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften)


 

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