Aktuelle Buchausstellung zum 125. Geburtstag von Edwin Hubble

Aktuell zeigen wir in den Vitrinen vor dem Hauptlesesaal Bücher über Astronomie und Kosmologie.

"Die Geschichte der Astronomie ist eine Geschichte von sich weitenden Horizonten"

Edwin Hubble wurde am  20. November 1889 in Marshfield, Missouri in den USA geboren.  Als Astronom entdeckte er, dass es sich bei vielen der bisher beobachteten „Nebel“ um Galaxien ähnlich unserer eigenen Milchstraße handelt,
die sich in bis dahin unvorstellbaren Entfernungen befinden mussten.

Um diese Entfernungen zu messen, stellte er spektroskopische Messungen an und konnte dabei beobachten, dass das Licht dieser entfernten Systeme nach Rot verschoben war. Hinter dieser sogenannten Rotverschiebung steht nichts anderes als der aus der Akustik bekannte Doppler-Effekt (Autos, die sich auf uns zu bewegen, klingen höher, Autos, die sich von uns wegbewegen, tiefer) übertragen auf die Lichtausbreitung. Dies bedeutet, dass die Rotverschiebung dadurch zustande kommt, dass die Galaxien sich von uns entfernen.  Er stellte außerdem fest, dass die Rotverschiebung umso größer ist, je weiter die einzelne Galaxie von uns entfernt ist, d.h. also auch, dass sie sich umso schneller fortbewegt.

 
Die lineare Beziehung zwischen Entfernung und Rotverschiebung wird nach ihrem Entdecker als das "Hubble-Gesetz" bezeichnet, der entsprechende Proportionalitätsfaktor als "Hubble-Konstante".

Diese Beobachtungen erklärte im Jahr 1927 der belgische Priester und Astronom Georges Lemaitre mit einer Expansion des Universums. Dabei bewegen sich die entfernten Galaxien nicht im Raum, sondern der Raum selbst dehnt sich aus!
Dem stimmte Hubble jedoch zunächst nicht zu; er vermutete eher ein bisher unbekanntes Naturgesetz hinter der Rotverschiebung des Lichts.

Lemaitres  Schlussfolgerung stand jedoch im Einklang mit der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins. Dieser  war bis dahin noch selbstverständlich von einem statischen Universum ausgegangen, obwohl er dafür eine „kosmologische Konstante“  in seine Theorie einbauen musste. Nachdem er Hubbles Beobachtungen und Lemaitres Erklärung dafür akzeptiert hatte,
verwarf er dieses  Konstrukt und bezeichnete es als „die größte Eselei seines Lebens“.

Die Entdeckungen Edwin Hubbles begründeten die moderne Kosmologie.
Diese geht nach wie vor von einem expandierenden Universum aus, sie hat allerdings festgestellt, dass die Hubble-„Konstante“  in der Geschichte des Universums nicht konstant ist:

nach derzeitigen Erkenntnissen beschleunigt sich die Ausdehnung des Universums ständig. Ursache hierfür ist die noch völlig rätselhafte "Dunkle Energie".
Außerdem ist sowohl die Struktur einer Galaxie als auch die Verteilung der Galaxien im Raum mit der optisch beobachtbaren Materie nicht zu erklären, sondern Hinweis auf eine neue noch unbekannte Materieform, die "Dunkle Materie".
 

Zur weiteren Erforschung von "Dunkler Energie" und "Dunkler Materie" ist eine immer genauere Festlegung der Hubble-Konstante nötig, die mit den Messungen der modernen weltraumgestützten Teleskope möglich wird.

Edwin Hubble starb am 28. September 1953.

Nach ihm sind nicht nur die Hubble-Konstante, sondern auch die Hubble-Sequenz
(ein Klassifizierungsschema für Galaxien), ein Mondkrater und ein Asteroid benannt.

Bekanntester Namensträger ist jedoch das Hubble-Space-Telescope, dessen atemberaubende Bilder von weit entfernten Regionen des Universums Astronomie und Weltraumforschung einer breiten Öffentlichkeit nahe gebracht haben.