Workshop Die Verdatung der Gesellschaft
4. Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Uneindeutigkeit als Herausforderung"
Die Verdatung der Gesellschaft
Workshop für Statistik und Soziologie
19./20. Juni 2009, Seidlvilla, München
Willkommen auf der Homepage zum Workshop "Die Verdatung der Gesellschaft", der am 19. und 20. Juni 2009 in der Seidlvilla in München stattfinden wird. Auf dieser Seite finden Sie nicht nur die Tagungsankündigung, sondern auch:
- den Flyer zum Herunterladen im pdf-Format, sowie
- das Hintergrundpapier von Benedikt Köhler.
Über diese Veranstaltung
In vielen Gesellschaftbereichen haben sich seit den 1980er Jahren Kennzahlensysteme durchgesetzt, mit deren Hilfe Handlungen gesteuert und Leistungen bewertet werden sollen (z.B. Leistungsbewertungsindikatoren im Öffentlichen Dienst oder im Betrieb (KPIs), oder quantitative Abbildungen politischer Prozesse (z.B. MOK). Durch diese Quantifizierungswelle wird auf den ersten Blick unser Bild von den erfassten und gesteuerten Systemen präziser und eindeutiger.
Gleichzeitig haben diese Veränderungen aber vermutlich nicht- oder allenfalls teilweise intendierte Nebenfolgen: Erstens gewinnen durch Kennzahlensysteme bestimmte Definitionen und Kategorisierungen auch im Alltag an diskursivem Realitätsgehalt. Zweitens entstehen dadurch zwei getrennte Wirklichkeitsbereiche – eine Zahlenwelt und eine gelebte Wirklichkeit, die nur lose aneinander gekoppelt sind. Schließlich scheint drittens für viele Bereiche so etwas wie „Goodhartʼs Law“ zu gelten, nach dem ein Indikator, der zur Zielvorgabe geworden ist, aufhört, ein zuverlässiger Indikator zu sein.
In diesem Workshop wollen wir die eben beschriebenen Tendenzen an unterschiedlichen Phänomenen überprüfen und gleichzeitig den Blick auf die scheinbar verschwundene Uneindeutigkeit richten, bzw. auf die Frage, ob im Kontext eines immer präziseren Zahlennetzes nicht an anderer Stelle vermehrt Uneindeutigkeit wiedereingeführt werden muss, um Handlungsfähigkeit und Wirklichkeitsnähe zurückzugewinnen.
Veranstalter der Tagung
Die Tagung wurde veranstaltet von dem Teilprojekt „Amtliche Statistik in der Zweiten Moderne“ des Sonderforschungsbereichs 536 „Reflexive Modernisierung“ und der Arbeitsgruppe „Statistische Methoden in der Soziologie“ des Instituts für Statistik der LMU München in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt München.
Veranstaltungsort
Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, München
Vorläufiges Programm
Freitag,19. Juni 2009Zählen als Kulturtechnik
N.N.
Steuerung durch Zahlen
N.N.
Samstag, 20. Juni 2009
Accounting Hacking
N.N.
Ästhetik der Verdatung
N.N.


