Profil der Professur
Profil der Professur
Die Professur vertritt die Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte Deutschlands und Europas im 19. und 20. Jahrhundert in ihrer ganzen Breite. Der zeitliche Bogen spannt sich von der Französischen Revolution und der Neuordnung der europäischen Staatenwelt im frühen 19. Jahrhundert über die europäischen Revolutionen 1848/1849, die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1870/71 und den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis zur Geschichte der Bundesrepublik und der DDR.
Zu den regelmäßigen Lehrangeboten der Professur gehört die im Grundstudium obligatorisch zu besuchende Überblicksvorlesung zur europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Wechselnde Lehrveranstaltungen im Grund- und Hauptstudium zu ausgewählten Themen der deutschen und europäischen Gesellschafts- und Kulturgeschichte dienen der Einführung und Erprobung geschichtswissenschaftlicher Methoden und sie zielen darauf, historische Fakten in geschichtswissenschaftliche Interpretationszusammenhänge einordnen zu lernen und ihre Bedeutung für politische, gesellschaftliche und ökonomische Konstellationen der Gegenwart zu erkennen. Dabei werden neben den politischen Ereignissen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen behandelt, aber auch kulturelle Wandlungsprozesse beispielsweise in den gesellschaftlichen Normen- und Wertesystemen, der Wandel von Familienformen oder der Geschlechterverhältnisse und die mediale Be- und Verarbeitung geschichtlicher Themen. Vorgestellt und diskutiert werden ferner Debatten in der Geschichtswissenschaft und die Entwicklung des Faches Geschichte.
Entsprechend der interdisziplinären Ausrichtung des sozialwissenschaftlichen Studiengangs bietet die Professur regelmäßig Lehrveranstaltungen in Kooperation mit Lehrenden der weiteren an der Fakultät vertretenen Fächer an. Daneben erbringt die Professur auch Pflichtlehre im Bereich der "Gesellschaftswissenschaftlichen Anteile" des studium plus für Studenten anderer Fachrichtungen.
Zu den Forschungsschwerpunkten der Inhaberin der Professur, Prof. Dr. Merith Niehuss, zählen die Geschichte des Parlamentarismus, die Sozialgeschichte des Wilhelminischen Kaiserreichs und der Weimarer Republik sowie die Frauen- und Geschlechtergeschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts sowie die Politikgeschichte nach 1945.
Zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Dr. Sylvia Schraut zählen Industrialisierungs- und Urbanisierungsgeschichte, die Geschichte der Migration im 19. und 20. Jahrhundert, die Geschichte des Adels sowie die Frauen- und Geschlechtergeschichte. Ihre aktuellen Forschungsprojekte befassen sich mit der Entwicklung nationaler Geschichtsbilder am Beispiel von Geschichtsatlanten und mit der Ausformung europäischer Erinnerungskulturen unter Genderaspekten.
Mit Schwerpunkten in der Kolonialgeschichte, der Geschichte Großbritanniens (Dr. Ulrike Lindner) und der Geschichte der Gesundheitspolitik (Ulrike Lindner, Stephanie Neuner) erweitern die Mitarbeiterinnen der Professur das Forschungs- und Lehrangebot.


