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Aktuelles

 

Aktuelles aus der Fakultät


Am 4. Dezember 2013 fand auf Einladung der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften und anlässlich der Feierlichkeiten zum 40jährigen „Geburtstag“ der Universität der Bundeswehr München ein interdisziplinäres und international hochkarätig besetztes Forschungskolloquium statt. Die exzellent besuchte Veranstaltung im Universitäts-Casino, die auch viele BesucherInnnen von außerhalb der Universität hatte, widmete sich dem Thema „To Live in World Society – To Govern in the World State“. Das Forschungskolloquium befasste sich aus soziologischer, politikwissenschaftlicher, rechtswissenschaftlicher, ethischer und historischer Sicht mit den sich rasant verändernden Formen des (supra-)nationalen und globalen Regierens sowie des Gehalts von (supra-)nationaler und kosmopolitischer Staatsbürgerschaft/Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Das Kolloquium bezog hierbei auch bewusst historische Vorläufer dieser Entwicklungen insbesondere seit dem 19. Jahrhundert mit in die Überlegungen ein. Einer breiten Debatte in Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaft folgend können diese Veränderungen als Ausdruck weltgesellschaftlicher bzw. weltstaatlicher Dynamiken verstanden werden.

In Bezug auf Formen des „Regierens“ standen u.a. die Herausbildung Internationaler Organisationen, Internationaler Gerichtshöfe, globaler Nichtregierungsorganisationen und globaler Öffentlichkeiten als zentrales Merkmal dieses Wandels der globalen gesellschaftlichen Ordnung im Zentrum der Debatte. Außerdem wurde auch darauf verwiesen, dass dieser Prozess auch die hiermit verbundenen Veränderungen von politischen und rechtlichen Prozessen sowie Institutionen auf nationalstaatlicher Ebene umfasst. In Bezug auf Veränderung des „Gehalts von Staatsbürgerschaft“ wurde v.a. die zunehmende Bedeutung spezifischer Menschenrechte, die als „globales Gewohnheitsrecht“ nicht nur universelle Bedeutung haben, sondern Grundstrukturen globaler Bürgerschaft und eines Gemeinschaftsgefühls jenseits des Nationalstaates sowie ein neues Verständnis von Rechten innerhalb von Nationalstaaten schaffen, hervorgehoben. Ein weiteres zentrales Diskussionsthema während des Kolloquiums war, inwieweit diese Entwicklungen tatsächlich als nachhaltiger Wandel oder sogar als „Fortschritt“ herkömmlicher Formen des Regierens und (staatsbürgerlichen) gesellschaftlichen Lebens verstanden werden können.

Das Kolloquium fand auf Einladung der Fakultät SOWI mit freundlicher Unterstützung der Universitätsleitung und des Forschungszentrums RISK (Risiko, Infrastruktur, Sicherheit und Konflikt) statt. So konnten zehn international renommierte und ausgewiesene ExpertInnen eingeladen werden, die in ihren Vorträgen, der Diskussion mit dem Publikum und in den Kaffeepausen die genannten Fragen intensiv diskutierten. In die inhaltliche Zielsetzung und den organisatorischen Verlauf der Veranstaltung führte Prof. Stephan Stetter, Prodekan der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften und Hauptkoordinator des Forschungskolloquiums, ein. Es folgten Grußworte der Präsidentin der Universität der Bundeswehr München, Prof. Merith Niehuss, des Dekans der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften, Prof. Carlo Masala sowie des Ko-Sprechers von RISK, Prof. Wolfgang Bonß. Das soziologische Panel wurde von Prof. Katharina Inhetveen moderiert, Vortragende waren Prof. Kate Nash (Goldsmiths College London) und Prof. George Thomas (Arizona State University). Im politikwissenschaftlichen Panel, das von Dr. Eva Herschinger geleitet wurde, sprachen Prof. Barry Buzan (London School of Economics and Political Science) und Prof. Mathias Albert (Universität Bielefeld). Aus rechtswissenschaftlicher Perspektive trugen unter der Federführung von Prof. Daniel-Erasmus Khan Prof. Christian Tomuschat (HU Berlin) und Prof. Geir Ulfstein (Oslo University) vor. Aus ethischer Perspektive beleuchteten Prof. Markus Vogt (LMU) und Prof. Volker Gerhardt (HU Berlin), moderiert von Prof. Friedrich Lohmann, die Thematik. Aus historischer Perspektive beschloss dann ein Panel mit Prof. Andreas Eckert (HU Berlin) und Prof. Jost Dülffer (Universität Köln), das von Prof. Marc Frey moderiert wurde, das Kolloquium.


Zum 01.10.2012 wurde die Professur "Neuere Geschichte unter bes. Berücksichtigung der internationalen Beziehungen" in die Professur "Neueste Geschichte und Zeitgeschichte unter bes. Berücksichtigung der internationalen Beziehungen" umgewidmet.

 

 

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