Wirtschaftliche Effekte großer Technologievorhaben
Welche wirtschaftlichen Effekte haben große Technologievorhaben? – Diese Frage stellte sich eine Gruppe von Experten im Rahmen des „Spill over Dialogue“, den die Europäische Verteidigungsagentur EDA (European Defence Agency) zusammen mit dem Forschungszentrum für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (FoRMöB) der Universität der Bundeswehr München auf dem Neubiberger Campus veranstaltete. Hochkarätige Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung diskutierten dazu im Rahmen eines zweitägigen Workshops. Zu Gast waren u.a. Claire Curtis-Thomas, Mitglied des britischen Parlaments, General Carlo Magrassi, stellvertretender Leiter der EDA, sowie Teilnehmer der EADS, der Westeuropäischen Union und des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung.
Messung von Spill Over-Effekten
Den Schwerpunkt bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Gunnar Eliasson von der Königlichen Technischen Hochschule Stockholm mit dem Titel "Advanced Public Procurement as Industrial Policy – Aircraft Industry as a Technical University". Er zeigte am Beispiel des Saab Grippen-Kampfflugzeuges, wie sich Investitionen in Technologien im Sicherheitsbereich weit stärker auszahlen, als bislang angenommen wurde. Derartige Investitionen führen häufig zu „Inkubatoren“, in deren Rahmen weitere, innovative Produkte entstehen. Die konkrete Messung solcher Spill Over-Effekte ist bereits an einzelnen Fällen nachgewiesen. Im Rahmen des Workshops wurde vereinbart, dies auf eine noch breitere empirische Basis zu stellen. Dazu soll in einem internationalen Forschungsverbund unter Beteiligung von Prof. Michael Eßig und Prof. Karl Morasch vom FoRMöB auch die ex post-Messmethodik zu einem ex ante-Planungstool weiterentwickelt werden, welches konkrete Empfehlungen für Entscheidungsträger beispielsweise in der Politik geben soll.
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