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Spurensuche

18.11.2010: Mit ihrer 10. Jahresausstellung lädt die Universitätsbibliothek zu einem „Forschungsabenteuer“ ein und begibt sich auf Spurensuche nach dem Autor und Piloten Antoine de Saint-Exupéry.
Spurensuche

Die Spurensucher Dr. Claas Triebel, Lino und Lena von Gartzen mit Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt, Dr. Maria Mann-Kallenborn und Heinrich Rehberg (v.l.n.r.)

Antoine de Saint-Exupéry ist einer der vielen Vermissten des 2. Weltkriegs, er kehrte 1944 von einem Aufklärungsflug vor der französischen Küste nicht zurück. Unter anderem ihm, dem vor 110 Jahren geborenen Autor und Piloten, widmet die Universitätsbibliothek der Universität der Bundeswehr München ihre Jahresausstellung. Die Ausstellung mit dem Titel „Der Prinz, der Pilot und Antoine de Saint-Exupéry“ dokumentiert die abenteuerliche Spurensuche, bei der ein internationales Forscherteam dazu beitrug, neue Erkenntnisse über die Umstände des Todes von Saint-Exupéry ans Licht zu bringen. Mit dieser Ausstellung beging die Universitätsbibliothek auch selbst ein kleines Jubiläum: „Bereits zum zehnten Mal präsentieren wir in einer Jahresausstellung ein Thema mit wissenschaftlichem Bezug zur Universität“, so die Leiterin Dr. Maria Mann-Kallenborn zur Eröffnung.

Vermisste des 2. Weltkriegs

Der französische Autor und Berufspilot Saint-Exupéry hatte Europa 1940 verlassen und kehrte ab 1943 als Luftwaffenpilot mit den amerikanischen Truppen zurück. Am 31. Juli 1944 startete er von Korsika aus in einem Flugzeug der US-Luftwaffe zu einem Aufklärungsflug Richtung Grenoble und kehrte nicht zurück. Seitdem rankten sich Spekulationen um seinen Tod. Dass Unsicherheit über das Schicksal von Soldaten des 2. Weltkriegs kein Einzelfall ist, erklärte Heinrich Rehberg vom Suchdienst des Roten Kreuzes. Jedes Jahr erhält der Suchdienst 40.000 Anfragen zu Vermissten des 2. Weltkriegs, die Schicksale von 1,2 Millionen Soldaten sind nach wie vor ungeklärt. Der Suchdienst recherchiert, gibt Auskünfte und kann im Jahr um die 100 Begegnungen von noch überlebenden Vermissten und ihren Angehörigen vermitteln.

Der echte Prinz

In die Spurensuche, in die sich die Mitarbeiterin des Zentralinstituts studium plus der Universität der Bundeswehr München, Lena von Gartzen, und ihr Mann, Lino von Gartzen, ab dem Jahr 2005 einschalteten, ging es zunächst um den prominenten Vermissten Saint-Exupéry. Die beiden passionierten Taucher und Unterwasserarchäologen arbeiteten dabei eng mit französischen Kollegen zusammen. Anhaltspunkte für ihr internationales und interdisziplinäres Forschungsabenteuer waren das von einem Fischer an der Küste vor Marseille geborgene Armband Saint-Exupérys sowie Teile eines amerikanischen und eines deutschen Flugzeugwracks auf dem Meeresgrund. Das deutsche Flugzeugwrack konnten die Forscher nach zahlreichen Tauchgängen im französischen Mittelmeer und noch mehr Stunden in internationalen Archiven zuordnen und damit ein bislang ungeklärtes Schicksal des 2. Weltkriegs klären: In diesem Flugzeug war Alexis Prinz zu Bentheim und Steinfurt im Dezember 1943 ums Leben gekommen, er galt bislang als „über See vermisst“. Erst durch die Erkenntnisse der „Spurensucher“ erhielt die Familie Gewissheit über sein Schicksal, wie sein Bruder Christian Fürst zu Bentheim und Steinfurt bei der Ausstellungseröffnung betonte.

Forscherglück

Das amerikanische Flugzeugwrack konnte dank der militärischen Zulassungsnummer als die Maschine von Saint-Exupéry identifiziert werden. Damit war der Absturzort des Autors des „Kleinen Prinzen“ bekannt, doch die Ursache immer noch ungeklärt. Weitere Recherchen, Zeitzeugengespräche – „und das Glück, das eben auch dazugehört“, wie er zugab, brachten Lino von Gartzen auf die Spur des überlebenden deutschen Jagdfliegers Horst Rippert. Nach dessen eigenen Aussagen war er es, der am 31. Juli 1944 die amerikanische P38-Lightning von Antoine de Saint-Exupéry beschossen und zum Absturz gebracht hatte. Die neuen Erkenntnisse zum Tod von Saint-Exupéry veröffentlichten sowohl die französischen als auch die deutschen Beteiligten in zwei Büchern: „Der Prinz, der Pilot und Antoine de Saint-Exupéry: Das Rätsel um den letzten Flug“ heißt die Publikation von Lino von Gartzen und Dr. Claas Triebel, Mitarbeiter am Zentralinstitut studium plus. Unter dem Titel „Antoine de Saint-Exupéry: Die Wahrheit über sein Verschwinden“ veröffentlichten die französischen Autoren Jacques Pradel und Luc Vanrell die Geschichte dieser Spurensuche. Neben diesen beiden Büchern zeigt die Jahresausstellung der Universitätsbibliothek noch bis zum 22. Dezember Werke von und über Saint-Exupéry, Original-Fundstücke der Spurensuche, Fotos von den Tauchgängen sowie Flugzeugmodelle, die das Deutsche Museum, Flugwerft Schleißheim, zur Verfügung gestellt hat.

Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek

Mehr zur Spurensuche „Der Prinz, der Pilot und Antoine de Saint-Exupéry“

Mehr Informationen zum ZDF-Fernsehbeitrag "Duell in den Wolken - Der letzte Flug des kleinen Prinzen"

 

Termine
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 04.11.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Kinderuni 12.11.2014 16:00 - 17:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Foyer
Kolloquium: Konstruktiver Ingenieurbau 02.12.2014 18:00 - 19:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 61 (Casino)
Master-Feier 2014 13.12.2014 13:00 - 18:00 — Universität der Bundeswehr München, Geb. 33, Audimax
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